Vor 20 Jahren: 800 m unter der Erde in einem zwickenden Overall

Eine Infoveranstaltung der Firma EON für Journalisten in Gorleben. Das als mögliches Endlager für unser aller Atommüll vorgesehen war. Zuerst viel Geschichte und Planung. Dann ging es endlich los. Bei der Frage nach meiner Kleidergröße gab ich Selbstbewusst L an. Hätte ich nur XL genommen. So zwickt mich der Overall für den Rest des Tages am Hintern.

Ausgerüstet mit Helm, Grubenlampe und noch irgend so einem Ding ging es in den Fahrstuhl. 800 m tief unter die Erde. Das dauerte ziemlich lange. Mit einem Jeep wurden wir dann durch die endlosen Tunnel gefahren und haben an bestimmten Stellen Pausen für Fotos gemacht. Tatsächlich hatte ich es mir spektakulärer vorgestellt.

Erkundungsbergwerk Gorleben,  das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Erkundungsbergwerk Gorleben, das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Es sah alles sehr aufgeräumt und ordentlich aus. Wie in einer Werksatt, nur das es 800 m unter der Erde lag. Menschen haben da gearbeitet und wir Journalisten fuhren durch das Dunkel wie durch ein Waldgebiet.

Was hatte ich dabei?

Meine D1X musste ich zu Hause lassen, da ich mit den Akkus der Kamera ein Bild machen konnte und dann sagte mir die Kamera, das der Akku leer ist. Also besorgte ich mir eine D 50 und benutzte mein 17-55 mm / 2.8 in den finsteren Tunneln. Das Aufregendste war das mulmige Gefühl, so tief unter der Erde zu sein. Aus Gorleben ist dann zum gluck nichts geworden und all die Milliarden sind umsonst ausgegeben worden.


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Ich bin Künstler – ihr Luschen

„Auffallen um jeden Preis. Attitüden pflegen und provozieren. Als Künstler kann ich es mir nicht erlauben spröde zu sein. Ich muss da raus und den Menschen direkt in die Fresse hauen, wer ich bin und das alles, was ich mache, unbedingt Kunst ist. Jede Aktion ist eine Revolution. Ich muss leuchten, strahlen und was ich sonst so mache ist am Ende egal. Die Luschen kaufen jeden Scheiß. Er muss nur in einer teuren Galerie hängen oder stehen. Dann ist der Preis auch egal. Kunst ist für die Reichen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Das einzig, was mir noch fehlt, ist mein eigener Tod, dann würden sich meine Preise verdreifachen. Aber damit warte ich noch ein wenig.“ [lacht]

Wie oft haben sie die „Hängende Gurke der Schande“ verkauft und was bedeutet ihnen dieser Erfolg?

„Die Gurke, ja, das ist ein Schlager. Ich glaube so an die 25.000 Stück. Fast jeder Mensch auf der Forbes Liste, hat so ein Ding auf jeden Fall zu Hause. Viele hängen auch in den Firmensitzen. Bei einem Preis von 150.000 € war das ein lukratives Stück Kunst. Es bedeutet Unabhängigkeit, mit der Kohle konnte ich bei Rheinmetall investieren und jetzt habe ich ausgesorgt.“

Erklären Sie uns die „Hängende Gurke der Schande“.

„Es ist eine Gurke – eine Salatgurke – die von der Decke an einem Gummiband hängt. Wenn man daran vorbeigeht, dann zieht man an der Gurke und lässt sie durch den Raum zappeln. Das beruhigt und befreit die Seele. Wir Planen demnächst eine Paprika und eine Ananas. Fast alle schrieben mir, das sie so etwas schon lange in ihrem Leben vermisst haben und nun sehr glücklich mit der Gurke sind.“

Das ganze Interview gibt es in einer ZEIT-Sonderausgabe am 34. März 2026.

Ein neues Musikstück

Wenige Instrumente, aber viel Krach und so viel Text. Der Song ist eine Satire über die Kunst, die Künstler.innen und die Käufer.innen von Werken, die mehr Schein als Sein sind – ich nenne keine Beispiele. Die Galerien, die sich so wichtig nehmen und die Musen, die seit Jahrzehnten immer die gleichen Werke in anderer Zusammenstellung präsentieren. Das alles komprimiert in drei Minuten. Bitte schön:

Das Cover von ICH BIN KÜNSTLER von mhmedia.de
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ICH BIN KÜNSTLER

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Am Anfang etwas ekeliges

Ich spielte ein paar Akkorde auf der Ukulele und aus meinem Mund kam das: „Ich esse Butterkekse gern mit Mayonnaise“ gefolgt von „Trinke Cola Zero zu Marmorkuchen mit Käse“. Es machte kein Sinn, trotzdem wollte ich es behalten und so dachte ich an Künstler, die so gerne extravagant sind und nur nicht gewöhnlich sein wollen. Der Rest ist im Song zu hören. Es gibt Schlagzeug, Bass, Ukulele, Hammond und ein bisschen Violine. Kurz und knapp und einfach wollte ich es haben. Es ist schnell, es ist hektisch und am besten hört man es über den Sugden IA-4 mit den Lautsprechern PMC fact.8, oder auf dem iPhone.


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