Vor 20 Jahren – Freispruch für Abdelghani Mzoudi


Stundenlang habe ich wegen dieses Mannes in der Kälte gestanden, nämlich als er aus der Untersuchungshaft entlassen werden sollte. Der Termin seines Freispruchs war dagegen warm und mit einer hohen Anzahl an Kollegen geradezu kuschelig.

Mzoudi sollte, laut Anklage, in das Vorhaben der Attentäter vom 9/11 involviert gewesen sein, aber am Ende wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Hier geht es zum Wikipedia-Eintrag.

Beim ersten großen Prozess gegen Motassadeq war ich mit einem Kollegen von AFP Poolfotograf und damit gingen meine Bilder um die ganze Welt. Ich war schrecklich aufgeregt und hoffte, dass wenigstens ein gutes Foto dabei wäre. Bei diesem Termin war es der ganz normale Wahnsinn. Kurz einmal in den Gerichtssaal, ein paar Auftaktbilder vom Angeklagten und seinen Anwälten, dann warten und warten und warten, bis die Verhandlung zu Ende war. Dann kommen alle aus dem Gerichtssaal und die anwesenden Journalisten stürzen sich auf die Protagonisten des Tages. Am nächsten Tag hieß es dann: Freispruch für Mzoudi in den Blättern und Magazinen.

Trotz seiner abgesessenen U-Haft bekam Mzoudi keine Haftentschädigung für seine Zeit im Gefängnis.
Die Begründung war, dass er als Terrorverdächtiger galt und deswegen kein Anspruch auf diese Entschädigung hätte.


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Günter Fielmann ist verstorben

Günter Fielmann, der bekannteste Optiker in Deutschland. Ich habe zahlreiche Bilanzpressekonferenzen mit ihm fotografiert. Es waren die üblichen Pressefotos, Günter Fielmann vor einer Powerpoint-Präsentation, mit Kurven, die nach oben gingen. Aber im Oktober 2006 lud Fielmann nach Plön ein, um den Sitz seiner Akademie zu präsentieren. Das Schloss in Plön hatte er restaurieren lassen, um dort für die Ausbildung seiner Optiker die Fielmann-Akademie unterzubringen. Ich musste nicht mit dem Auto anreisen, in der Presseeinladung stand, dass ich zum Flughafen Hamburg fahren sollte. Dort erwartete mich ein Hubschrauber und mit dem wurde ich nach Plön geflogen. Mein erster Flug in einem Hubschrauber.

Auf dem Schloss gab es dann eine Führung und die Möglichkeit den Schlossherren zu fotografieren. Er war bei Fototerminen stets offen und bereit, sich den Wünschen der Fotografen gemäß ablichten zu lassen. An diesem Tag musste ich schnell wieder nach Hamburg zurück, um meinen Sohn aus der Kita abzuholen. Mein Auto stand ja am Hamburger Flughafen und so ließ mich der Schlossherr auf seine Kosten mit einem Taxi von Plön nach Hamburg fahren. Ich hatte gute Bilder, war in einem Hubschrauber geflogen und wurde noch zurück kutschiert. Alles sehr königlich.

Neben den vielen Presseterminen mit Günter Fielmann, bin ich auch jahrelang Kunde und habe zahlreiche Reparaturen und Ersatzbrillen bekommen, meist kostenlos. Ich möchte keine Werbung machen, aber ich war bisher nur einmal unzufrieden mit der Optiker-Kette und ich trage seit meinem siebten Lebensjahr eine Brille. Beim Fußball spielen wurde mehr als einmal meine Brille zerschossen und dort anstandslos repariert oder erneuert.

Ruhe in Frieden Günter Fielmann und vielen Dank für den Flug mit einem Hubschrauber.


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren – Literaturnobelpreisträger Imre Kertész bei der Eröffnung der Wehrmachtsausstellung in Hamburg

Literaturnobelpreisträger Imre Kertész als Redner bei der Eröffnungsfeier der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“. Die Ausstellung wurde von Jan Philip Reemtsma und dem Institut für Sozialforschung organisiert. Um diese Ausstellung gab es viel Wirbel und Demonstrationen vom rechten Lager gegen die Ausstellung und die Veranstalter.

Was mich aber viel mehr erstaunte, war die Tatsache, dass ich ein Bild von Imre Kertész habe. Letztes Jahr habe ich sein Buch „Roman eines Schicksallosen“ gelesen und dann entdecke ich bei der Such nach einem Foto für diese Serie, dass ich ein Bild vom Autor habe. Tatsächlich weiß ich gar nicht wen ich damals alles fotografiert habe. Dementsprechend kann ich mich auch kaum an diesen Auftrag erinnern. An die folgenden Demonstrationen der Rechten und die Gegendemonstrationen der Linken – ich war auf beiden als Bildjournalist zugegen – kann ich mich sehr wohl erinnern.

Die Nazidemo verlief ohne besondere Vorkommnisse und die Gegendemonstration wurde von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst. Die rechten Spinner kommen damit immer als die Ordentlichen rüber und die Linken als die Chaoten. Es wurden auch wieder Barrikaden errichtet und die Polizei hatte alle Hände voll damit zu tun, diese von der Straße zu tragen. Warum man sich im kalten Februar von einem Wasserwerfer umpusten lassen möchte, werde ich nie verstehen. Die vorderen Reihen sind dann auch alle klitschnass durch den grauen Januartag gefröstelt.

Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Wolfgang Schäuble ist gestorben

Nun ist er seinem alten Kumpanen Helmut Kohl gefolgt. Wolfgang Schäuble ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Aus der Sicht eines Fotografen war er ein gut zu fotografierender Mensch. Durchaus kurz angebunden, aber voller Gesten und Mimik. Zudem waren seine Bewegungen genauso bedächtig wie seine Wortbeiträge. Er hatte viele Ämter unter Bundeskanzler Kohl und Bundeskanzlerin Merkel. War also durchaus an vielen Entscheidungen und Entwicklungen beteiligt. Seine unrühmliche Rolle in der Spendenaffäre der CDU war trotzdem nicht das Aus seiner Karriere und hat für mich gezeigt, dass in der Politik sehr viel und sehr schnell verziehen und vergessen wird.

Den Anschlag auf ihn habe ich damals durch die Nachrichten mitbekommen, da gab es ein Schwarz-Weiß Foto auf der Wolfgang Schäuble von zwei Männern gehalten oder getragen wird, es war auch die Titelseite des Sterns. Es ist ebenso präsent wie das Foto vom Anschlag auf Oskar Lafontaine. Zum Glück für mich und für alle Politiker war ich nie bei so einem Ereignis dabei.

Dieses Bild entstand während einer Wahlkampfveranstaltung in Hamburg und tatsächlich weiß ich nicht mehr wo diese stattfand, aber für ein paar Porträtstudien mit schwarzem Hintergrund hat sich dieser Ort als Glücksgriff herausgestellt.

Ich mochte Wolfgang Schäuble nicht besonders, trotzdem schreibe ich: Möge er in Frieden ruhen.


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren – Helmut Schmidt bekommt seine eigene Universität

Peter Struck, Bundesverteidigungsminister, SPD und Altbundeskanzler Helmut Schmidt
während des Festaktes zur Umbenennung der Universität der Bundeswehr in "Helmut Schmidt Universität" 
am 16.12.2003 in Hamburg | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress
Peter Struck, Bundesverteidigungsminister, SPD und Altbundeskanzler Helmut Schmidt
während des Festaktes zur Umbenennung der Universität der Bundeswehr in „Helmut Schmidt Universität“
am 16.12.2003 in Hamburg | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Mit der Helmut-Schmidt-Universität hat unser Altbundeskanzler endlich eine eigene Universität bekommen und wie bei jedem Fototermin mit diesem besonderen Exemplar eines Politikers waren wir Fotografen zwar eingeladen, aber nicht unbedingt willkommen. Nur sehr widerwillig stellte sich Herr Schmidt an diese Tafel und das auch nur für eine ganz kurze Zeit. Als Gäste waren erschienen: Bundesverteidigungsminister Peter Struck, der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel, der Bundesfinanzminister Hans Eichel, der Schriftsteller Siegfried Lenz, der ehemalige Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und natürlich die Frau des Namensgebers Loki. Es gab viele Reden und obwohl Helmut Schmidt einen Aschenbecher auf dem Tisch hatte, hat er an diesem Tag auf das Rauchen verzichtet – vermutlich, weil er keine Cola bekommen hatte, sondern nur ein Wasser.

Viele der Gäste und Redner sind bereits gestorben und damit ist dieses Bild bzw. der damalige Auftrag ein erschreckendes Beispiel dafür, wie unfassbar schnell die Zeit vergeht und wie kurz so ein Menschenleben ist.

Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren – Die Grünen schalten ein AKW in Stade ab

Bundesumweltminister Jürgen Tritten / DIE GRÜNEN bei der "Abschalt-Party" der Grünen zur Abschaltung des AKW Stade.
Bundesumweltminister Jürgen Tritten / DIE GRÜNEN bei der „Abschalt-Party“ der Grünen in Stade am 20.11.2003 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Aufregung und Freude, pathetische Reden und das alles nur, weil das AKW in Stade abschaltet wird, aber nicht weil die Grünen es wollen. Es kostet dem Betreiber mehr als es einbringt. Aber, die Politik feiert es als ihren Erfolg: Die Grünen schalten das AKW in Stade ab! Das ist Humor.

Jürgen Tritten redet sehr gerne und ausführlich und so hatten die wenigen Fotografen vor Ort ausreichend Zeit und Möglichkeiten von Bundesumweltminister Bilder zu machen. Das Licht war nicht besonders gut, trotzdem habe ich viele Bilder ohne Blitz gemacht. Zu der Zeit hatte ich keine Ahnung, dass das AKW nur abgeschaltet wird, weil es sich für den Betreiber E.ON nicht mehr rentiert. Es gab dann auch noch ein Geschenk für den Minister, einen kleinen Brennstab – also eine kleine grüne Neonröhre auf einem Sockel. Ich glaube, dann gab es danach eine Party, mit Musik, Tanz und was weiß ich noch. Ich führ nach dem offiziellen Teil des Abends nach Hause um die Bilder an die Agentur zu schicken.

Bericht aus der taz


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren | David Bowie in Concert

Der Musiker David Bowie bei seinem Auftaktkonzert in Hamburg am 16. Oktober 2003
David Bowie am 16. Oktober in Hamburg | Foto:Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

David Bowie in in Concept in Hamburg. Ausgestattet mit meiner normalen Ausrüstung (bis 200 mm), weil ich mich im Fotograben gesehen habe, war ich baff erstaunt, als man uns sagte, das man hinter dem Publikum eine Plattform aufgebaut hätte. Dort sollten wir uns bitte aufstellen. Ich war schon etwas panisch, denn mit 200 mm hätte ich David Bowie als kleines Männchen ablichten können. Mein freundlicher Kollege von der DPA lieh mir sein 300 mm Objektiv, da er noch ein 400 er dabei hatte und so konnte ich doch noch einige Bilder machen, die mir immer noch gefallen.

So konnte ich David Bowie am 16. Oktober 2003 in der Color-Line Arena in Hamburg ablichten und endlich mal mit einem 300 er arbeiten, das ich mir lange Zeit nicht leisten konnte.


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren | Wolfgang Joop im Wolfspelz

Wolfgang Joop
Modedesigner
bei einer Lesung aus seinem autobiografischen Roman  "Im Wolfspelz" in der Buchhandlung Weiland in Hamburg 09.09.03
Wolfgang Joop, Modedesigne, bei seiner Lesung aus seinem autobiografischen Roman „Im Wolfspelz“
in der Buchhandlung Weiland in Hamburg 09.09.03 | Foto:Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Die Buchhandlung war angefüllt mit Menschen, die alle Wolfgang Joop sehen wollten. Das erzeugte sehr viel wärme und eine Intimität. Wolfgang Joop kann sehr gut unterhalten und ließ sich durch nichts stören. Ich saß auf dem Boden vor seinem Tisch und konnte in aller Ruhe meine Bilder machen. Das Motiv – Mann mit Buch – ist jetzt nicht so besonders schwer abzulichten, aber ich war froh, das ich genug Zeit hatte. Das Licht war nicht besonders, ehr das normale Leuchtstoffröhren-Licht, welches in den meisten Buchhandlungen vor sich hin scheint. Das Buch habe ich nie gelesen. Die Stellen, die Joop vorlas, waren aber ganz amüsant und gut vorgetragen. Falls jemand Interesse hat, hier eine Inhaltsangabe.

Der umschwärmte Modezar Wolf, der Welt des Glamours und der Laufstege überdrüssig geworden, entflieht in das freiwillige Exil des Hexenkessels von New York.

Wolf sucht Zerstreuung und neue Ideen, aber umgeben von schönen Menschen, gefallenen Engeln und falschen Freunden wird er immer mehr zu einem stillen Beobachter, der hinter der schrillen Oberfläche der Partys, Clubs und Orgien in einen Abgrund blickt.
Die Personen, die er trifft, erscheinen ihm wie Puppen – leblose, androgyne und exaltierte Hüllen, die zwischen Drogen, Sex und Selbstverliebheit nach einem Rest von Wärme suchen, der nichts kostet – vor allem keine Gefühle.

Überall bleibt Wolf nur Zuschauer und merkwürdig unberührt – bis er eines Nachts auf den geheimnisvollen Josh trifft, der die magischen Worte ausspricht, die Wolf erlösen können auf seiner Suche nach einem Gefährten der Seele…

Im Wolfspelz ist ein schillernder Parforce-Ritt durch die Welt der Schönen und Reichen, Heimatlosen und Getriebenen, die Suche eines Menschen nach einem Halt, einer Orientierung, der Liebe.

Zur Quelle

Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Vor 20 Jahren | Olaf Scholz als Partygast

Olaf Scholz / Generalsekretär der SPD und Landesvorsitzende der SPD-Hamburg beim Sommerfest seines Landesverbandes in Hamburg am 23.8.2003
Olaf Scholz / Generalsekretär der SPD und Landesvorsitzende der SPD-Hamburg beim Sommerfest seines Landesverbandes in Hamburg am 23.8.2003 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Olaf Scholz als Partygast auf dem Sommerfest der SPD-Hamburg am 23.8.2003. Damals war er noch Parteivorsitzender der Hamburger SPD und der Generalsekretär der SPD. Bei diesem Sommerfest war der Verteidigungsminister Peter Struck als Gastredner anwesend und einige Demonstranten waren ebenfalls zu gegen. Als Innenminister von Hamburg hat Olaf Scholz den Brechmitteleinsatz eingeführt um verschluckte Drogenpäckchen als Beweise zu sichern. Daran verstarb der junge Nigerianer Michael Paul Nwabuisi im UK-Eppendorf im Jahre 2001. Allerdings beendete Scholz den Einsatz nicht und dieser wurde 530 mal von 2001 bis 20061 durchgeführt.

Keine Party ohne ergreifende Reden. Also heben wir den Zeigefinger und bringen alle in die richtige Stimmung.

Quellen

  1. https://taz.de/Hamburger-Folteropfer-Achidi-John/!5797300/
  2. Wikipedia

Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Heide Simonis ist gestorben

Heide Simonis bei der der Besichtigung einer Brauerei in Marne 2003 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Heide Simonis ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Sie war die erste Ministerpräsidentin eines Bundeslandes und ein sehr freundlicher Mensch. Bei jedem Fototermin hatte sie auch ein Ohr für die Wünsche der Fotografen und ließ sich ablichten. Sie regierte neun Jahre in Schleswig-Holstein, bis dann im April 2005 in mehreren Wahldurchgängen die Mehrheit für sie fehlte, weil wahrscheinlich jemand aus ihrer Partei ihr die Zustimmung verweigerte. Es ist nicht bekannt, wer diese Person war. Die geplante Minderheitsregierung kam nicht zustande und es regierte danach die CDU mit Peter-Harry Carstensen.


Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.