Vor 20 Jahren – Fussball WM auf einem Tisch

Draußen war es schon schön warm und hell. In der Fischauktionshalle in Hamburg hingegen warm und dunkel. Ich sollte Bilder machen, wie Mannschaften aus verschiedenen Ländern sich auf die Weltmeisterschaft im Tischfußball vorbereiteten. Kurz vor dem Sommermärchen in Deutschland mit der WM, also eine kleine Tisch-WM. An Italien, Luxemburg und Japan kann ich mich noch erinnern.

Die Atmosphäre hatte etwas von Klassenfahrt oder den Ausflug einer Konfirmationsgruppe. Es gab Kickertische und jede Menge junge Leute in Trainingsanzügen. Wirklich gut ausgeleuchtet waren nur die Kickertische. 

Die Spieler aus Japan beim Training in der Fischauktionshalle in Hamburg am 25. Mai 2006 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Ich wusste nicht, wer der Weltmeister war, wer ein Favorit oder gar sonst wie wichtig wäre. Trotzdem wollte ich ein vernünftiges Bild haben, also ging ich rauf und runter, nah ran und hin und her. Was soll ich sagen, irgendwie waren alle Bilder nicht so prickelnd. Wenn ich es recht bedenke, ist es genau das, was diese Veranstaltung auch ausmacht. Es war langweilig. Tischfußball macht nur Spaß, wenn man ihn selber spielt. Die Bilder, die ich von oben gemacht habe erschienen mir als die akzeptabelsten.

Im Mai 2006 war in Hamburg einiges los, aber ich möchte mit dieser Rubrik ein genaues Bild zeigen, also auch die öden und nicht so spektakulären Aufträge vorstellen. 

Zum Einsatz kamen meine D200 und meine 17–55 mm und das 70–200 mm Objektiv. Da mein Fokus auf dem Kickertisch lag, machte ich die Belichtung der Bilder ebenfalls davon abhängig. Ich habe keine Ahnung, wie das WM-Finale ausgegangen ist.


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Vor 20 Jahren – Alter Schwede und Merkel in Stralsund

Stralsund, knapp 275 km von Hamburg entfernt und doch erscheint jeder andere Ort näher dran zu sein. Nach einer endlosen Autofahrt war ich in im Wahlkreis von Frau Merkel. An diesem Tag kam der schwedische Ministerpräsident Göran Persson nach Stralsund. Nach einer Pressekonferenz gab es einen Stadtrundgang mit Merkel und Persson durch Stralsund.

Die Stimmung war locker und freundlich und so gab es ganz nette Bilder, aber nichts, was irgendeine Bildredaktion vom Hocker gerissen hätte. Deshalb sind diese Bilder wohl auch schon mit Schimmel besetzt und ätzen die Datenscheiben der Festplattem weg. Oder die Bilder sind schon vollkommen aufgelöst in Nullen und Einsen. Schade

Meine Ausrüstung war die kleine Nikon D50, die meine D1X ersetzte und die üblichen Objektive: Das 17-55/2.8 und das 80-200 / 2.8. Alles gut verstaut in meiner Domke-Tasche.


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Vor 20 Jahren: 800 m unter der Erde in einem zwickenden Overall

Eine Infoveranstaltung der Firma EON für Journalisten in Gorleben. Das als mögliches Endlager für unser aller Atommüll vorgesehen war. Zuerst viel Geschichte und Planung. Dann ging es endlich los. Bei der Frage nach meiner Kleidergröße gab ich Selbstbewusst L an. Hätte ich nur XL genommen. So zwickt mich der Overall für den Rest des Tages am Hintern.

Ausgerüstet mit Helm, Grubenlampe und noch irgend so einem Ding ging es in den Fahrstuhl. 800 m tief unter die Erde. Das dauerte ziemlich lange. Mit einem Jeep wurden wir dann durch die endlosen Tunnel gefahren und haben an bestimmten Stellen Pausen für Fotos gemacht. Tatsächlich hatte ich es mir spektakulärer vorgestellt.

Erkundungsbergwerk Gorleben,  das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Erkundungsbergwerk Gorleben, das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Es sah alles sehr aufgeräumt und ordentlich aus. Wie in einer Werksatt, nur das es 800 m unter der Erde lag. Menschen haben da gearbeitet und wir Journalisten fuhren durch das Dunkel wie durch ein Waldgebiet.

Was hatte ich dabei?

Meine D1X musste ich zu Hause lassen, da ich mit den Akkus der Kamera ein Bild machen konnte und dann sagte mir die Kamera, das der Akku leer ist. Also besorgte ich mir eine D 50 und benutzte mein 17-55 mm / 2.8 in den finsteren Tunneln. Das Aufregendste war das mulmige Gefühl, so tief unter der Erde zu sein. Aus Gorleben ist dann zum gluck nichts geworden und all die Milliarden sind umsonst ausgegeben worden.


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LEBENsALTER – Fotoausstellung in Hamburg

Streetphotography aus aller Welt mit Senioren aus aller Welt. In der HASPA Filiale in Poppenbüttel gibt es vom 1. -31. März einige meiner Bilder zu sehen. Titel der Ausstellung ist „LEBENsALTER“. In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist die Werberelevante Gruppe bald eine Minderheit. Die Senioren sind überall auf dem Vormarsch oder schon ganz weit vorne. Meine Bilder zeigen Senioren in verschiedenen Ländern bei diversen Tätigkeiten. Das Leben im Alter genießen oder aber ihren Lebensunterhalt aufbessern.

Wo ist die Ausstellung zu sehen?

Hamburger Sparkasse – Filiale

Poppenbütteler Weg 195 | 22399 Hamburg

Öffnungszeiten:

Montag 09:30 – 13:00 Uhr

Dienstag 09:30 – 18:00 Uhr

Mittwoch 09:30 – 13:00 Uhr

Donnerstag 09:30 – 18:00 Uhr

Freitag 09:30 – 13:00 Uhr


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Vor 20 Jahren – Schneiden wir den Vogel mal auf

Vogelgrippe in Deutschland. Ich – als freier Pressefotograf – sollte nach Neumünster in das Landeslabor Schleswig-Holstein und dort Bilder machen, wie ein Vogel obduziert wurde. Fotografieren konnte ich nur durch eine Scheibe, aber so unbedingt nah heran wollte ich auch gar nicht. Da lag die tote Möwe. Sie wurde aufgeschnitten und etwas Gewebe entnommen, um zu überprüfen, ob sie den HSN1-Virus in sich trug. Später im Jahr gab es viele tote Wildvögel und tausende von Puten mussten getötet werden.

Gewebeentnahme bei einer verendeten Möwe in Neumünster im Landeslabor Schleswig-Holstein am 16.2.2006 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Gewebeentnahme bei einer verendeten Möwe in Neumünster im Landeslabor Schleswig-Holstein am 16.2.2006
Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Was kam zum Einsatz im Landeslabor?

Da ich durch eine Scheibe fotografieren musste, wollte ich nicht Blitzen. Also nahm ich mein 17–55 mm/2.8 Objektiv. Stellte ISO auf 800 und bekam bei Blende 4 noch eine 250tel-Sekunde hin. Wie gerne hätte ich noch die Putzmittel auf dem Regal im Hintergrund entfernen lassen. Ich war ja nur ein kleiner Pressefotograf. Kommen, Fotos machen und gehen und zwar schnell. Die Stimmung im Landeslabor in Neumünster war auf jeden angespannt. Eines meiner Bilder aus dieser Serie wurde – glaube ich – sogar mal gedruckt.


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Vor 20 Jahren – Uschi kann alles

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei der Klausurtagung der CDU-Nord. Das schöne Schloss Gottorf bei Schleswig weckte Erinnerungen: Dort hatte ich ein Bewerbungsgespräch für die Ausbildung zum Fotografen. Die wollten mich nicht. Aber die CDU wollten sie, die hatten dort ihre Klausurtagung. Als Berlin-Promi kam die politische Wunderwaffe, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Sie sollte den Themenschwerpunkt der Nord-CDU als Person verstärken. Denn die CDU in Schleswig-Holstein wollte damals die Familie in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen.

Ursula von der Leyen, Bundesfamilienministerin, CDU bei der Klausurtagung der CDU-Nord auf Schloss Gottorf in Schleswig am 28.1.2006  | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress
Ursula von der Leyen, Bundesfamilienministerin, CDU bei der Klausurtagung der CDU-Nord auf Schloss Gottorf in Schleswig am 28.1.2006 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress

Die Frau, die alles kann, nach dem Bundesfamilienministerium übernahm sie das Bundesministerium für Arbeit. Dann kam das Bundesverteidigungsministerium und nun ist sie Präsidentin der Europäischen Kommission. Der Termin war in einem Raum, in dem große Steinfiguren standen. Es wurde ein oder zwei Leuchten angemacht und dann gab es Reden, wie wichtig die Familien sind.

Ich konnte mich frei bewegen und versuchte ein schönes Porträt von der Bundesfamilienministerin zu bekommen. Auf meiner Nikon D1-X hatte ich das 70-200/2.8 ohne Blitz. Ich empfand Frau von der Leyen als sehr kühl. Vielleicht muss sie in der Männerdomäne Politik so sein und sie hält sich schon ziemlich lange.


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Vor 20 Jahren – Tim und ein Stück Schwein

Tim Mälzer vor 20 Jahren. Ein Fototermin im Congress Centrum Hamburg, wo der Koch eine Live-Koch-Show mit Hilfe der Medien bewarb. Alles ganz locker und ohne viel Stress. Jeder Fotograf bekam die gleichen Bilder und dann ging es weiter. Nichts aufregendes. Riesige, dunkle und kahle Räume im CCH erzeugen ein Gefühl von Verlorenheit. Wie sich wohl Tim Mälzer gefühlt haben muss?

Ein kleiner Mann vor hunderten von Leuten steht auf einer Bühne und will etwas kochen. Die Vorstellung davon, da ich lese, ist fast so absurd wie der tatsächliche Bühnenauftritt wohl war.

Der TV-Koch Tim Mälzer bei einem Fototermin zu seiner Live Koch-Show in Hamburg am 27.12.05 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Wie habe ich das gemacht?

Da ich bei meine Ausrüstung Minimalist war, kam mein 17-55 mm / 2.8 wieder zur Anwendung. Wir konnten zum Glück auf die Bühne gehen, denn sonst wäre es wieder eine von unten nach oben Bildperspektive geworden. Dank des Bühnenlichts brauchte ich keinen Blitz und die Blende war 2.8.

Ich habe die Show nie gesehen und vermeide immer noch jede Kochsendung im TV. Das Foto hat nie einen Abnehmer gefunden.



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Vor 20 Jahren – Mick, das Mic und diese Stimme – Simply Red

Mick Hucknall, der Sänger von Simply Red beim Konzert in Hamburg in der ColorLine Arena am 14.11.05 |
 Foto: Markus Hansen | Vertrieb: acionpress
Mick Hucknall, der Sänger von Simply Red beim Konzert in Hamburg in der ColorLine Arena am 14.11.05 |
 Foto: Markus Hansen | Vertrieb: acionpress

Konzertfotografie ist ein schnelles Geschäft. Nicht eines meiner Konzertbilder ist auch nur irgendwo gedruckt worden. Die großen Agenturen hatten die gleichen Bilder und in Hamburg gibt es auch noch oder gab es einige Fotografen, die nur Konzertfotografie machten und einen schnelleren Draht hatten zu den regionalen Zeitungen.

Aber, das war auch nicht mein erster Impuls. Ich wollte Bilder von den Musikern machen, die ich mochte. 1986 kaufte ich mir von Simply Red das Album „Picture Book“ und „Holding Back the Years“ ist immer noch eines meiner Lieblingslieder. Damals waren die Medien noch erstaunt, das ein weißer Mann so viel Soul in seiner Stimme haben konnte.

Das Licht ging aus und ich hatte drei Lieder Zeit einige Bilder zu machen, die möglichst nicht langweilig sind, also Gesten oder Emotionen einfangen. Während ich im Fotografengraben herum stolpere und versuche schöne Bilder zu machen, kümmert sich der Musiker einen scheiß um uns da unten. Das ist OK, macht es aber nicht einfacher.

Wie habe ich das gemacht?

Mein 70-200/2.8 Objektiv ist da meist die erste Wahl gewesen, wenn es wie bei dieser Band nur um den Sänger gehr. Mit Spotmessung und den Weißabgleich auf Kunstlicht kann nicht viel schief gehen. Denn Licht gibt es meistens genug im Gesicht des Musiker oder der Musikerin.

Nach drei Liedern wurde ich und meine Kollegen aus dem Graben geführt und dann war das Konzert für mich zu Ende.


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Athen, die Akropolis und mehr

Fliegen wird genauso unpünktlich wie Bahnfahren, denn hin und zurück nach Athen hatten wir über 30 Minuten Verspätung. Drei lange Flug-Stunden von Hamburg entfernt liegt dann endlich Athen und ich würde sie die Hauptstadt der Motorroller nennen. Keine Straße in der nicht 45837 Motorroller parken oder durchrasen. Zusammen mit den Autos, Bussen und LKW machen sie das Grundrauschen dieser Stadt aus, das 24/7 zu hören ist. Nachts etwas weniger, aber nicht wirklich leise.

Diese Stadt scheint nie zu schlafen und es gibt überall etwas zu sehen, zu essen und zu kaufen. Die Bürgersteige sind in einem grauenhaften Zustand und oft sehr rutschig. Zudem sind sie auch sehr schmal, denn auch hier, wie schon in der Toskana oder auf Malta, herrscht das Auto. Wer im Auto ist, hat jedes Recht auf seiner Seite.

Bilder aus Athen


Das Akropolismuseum ist riesig und voller Steine und es wirft die Frage auf, was die Menschen in 2500 Jahren über unsere Hinterlassenschaft denken? Wird es ein Museum geben, voller Plastikprodukte? Die Preise für die Musen sind stattlich, aber wenn man bedenkt, das dort pure Geschichte gezeigt wird – auch wenn es die Geschichten von Göttern und vermeintlich reichen Männern ist – dann ist der Eintrittspreis und damit der Erhalt dieser riesigen Anlage sein Geld wert.


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Vor 20 Jahren – Was kostet der Breuler?

Alles wird teurer. Keine Frage. Auf der Suche nach dem Foto für die Serie „Vor 20 Jahren“ in meinem Archiv hätte ich etwas vom Grünen-Parteitag im Oktober 2005 nehmen können. Oder schon wieder etwas von Gerhard Schröder, aber dann sah ich dieses Bild. Das halbe Hähnchen in einem Imbiss und der Preis von 2005.

Ein halbes Hähnchen für 2,50 €. Foto: Markus Hansen
Ein halbes Hähnchen für 2,50 € | Foto: Markus Hansen

Es ist unpolitisch, auf den ersten Blick. Es ist unspektakulär, ohne Frage. Aber auch wenn ich kaum noch Fleisch esse, vor dem Supermarkt meines Vertrauens steht ein Imbiss-Wagen und da ist der Preis für ein halbe Hähnchen derzeit bei 6,50 €. Zwanzig Jahre später fast dreimal so teuer.

Im Internet werden diese Preise bestätigt: Hier oder hier.

Das ist bemerkenswert und erschreckend. Selten hat man die Preise von früher genau im Kopf und geht durch den Supermarkt und sagt sich: Also vor 20 Jahren war der Preis für die Flasche Gewürzketchup bei 2,98 €. Mit diesem Beitrag habe ich dokumentiert, wie das sich das bei dem halben Hähnchen verhält.

Von einer gesunden Ernährung ist ein halbes Hähnchen – am besten noch mit Pommes – eine Katastrophe. Aber der Preis von 6,50 € ist auch finanziell keine Kleinigkeit. Das liegt bestimmt daran, das die Hühner heute alle Biowürmer zu fressen bekommen und es sich Abends mit dem Agrartechniker auf dem Sofa gemütlich machen und die Sportschau sehen dürfen. Das jedes Huhn seinen eigenen Spa-Bereich hat, ist für die Preisentwicklung ebenfalls zu beachten.

Bis so ein Huhn stirbt, dauert es zwischen sechs und acht Jahren, denn wir warten ja auf den Tod der freundlichen Vögel, die uns ihre Eier schenken und sich dann noch als halbes Hähnchen auf unsere Teller legen. Aber 6,50 € ist schon krass.


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