Neueste Nachrichten: Keine News

„Flood the zone“, macht mich fertig. Kaum habe ich mich angefangen mich über ein Thema aufzuregen, gibt es schon den nächsten Knaller. Im Stundentakt donnern die News aus dem Äther oder Kabel. Entweder gibt es eine geplante Scheiße aus den Kreisen der oberen, oder eine fürchterliche Katastrophe verstopft die Kanäle. Zugunglück in Spanien, Überschwemmung in Südafrika, Trump dies und Trump das, Merz sagt dies, Arbeitgeber wollen das.
Jeden Tag.

Über den Wunsch nach Ruhe habe ich einen Song geschrieben: KEINE NEWS ist ein kurzer, schneller Popsong, der um 24 Stunden Ruhe der schlechten Nachrichten bettelt.

Das Cover zu "KEINE NEWS" einem deutschen Popsong von Markus Hansen / mhmedia.de

Flucht vor der Realität oder vernünftige Forderung vor dem Informations-Burn-Out. 50 % der Deutschen sind der Meinung, das der Taktschlag der einkommenden Nachrichten zu hoch ist.(1) Das bewusste Abstellen ist grundsätzlich die einfache Lösung, aber wenn man sich nicht zu Hause verkriecht, entkommt man den schlechten Nachrichten nur schwer.

Da ich um die utopische Forderung weiß, habe ich in dem Song einen musikalischen Freiraum geschaffen. Sechzehn Takte ohne Text gehören dem Zuhörer. Nur Musik.

Wie entstand „KEINE NEWS“

Auf der Ukulele fand ich ein Riff, eine Chord-Progression oder einfach ein folge von Tönen und Akkorden, die mich nicht mehr losließ. Das ist der Anfang.

Darauf baute ich die Verse. Für den Refrain habe ich dann zwar viel zu viele Akkorde genommen, aber ich war im Flow und es funktionierte. Es langsam zu klimpern war das eine, als ich mich aber für ein schnelles Tempo entschied, musste ich ziemlich lange üben, um die Akkorde schneller zu wechseln.

Dann entdeckte ich das Wha-Wha-Clav, also ein Clavinet mit Wha-Wha Effekt und war völlig begeistert. Der Song bekam pep und ich verschweige nicht, das mir das Clavinet am Ende voll auf den Zeiger ging, weil es so dominant war. Also wurde es immer leiser. Da es um Nachrichten ging, wollte ich als Intro eine Nachrichten-Anfangsmusik haben. Die deutschen Formate klingen alle so langweilig. Dann entdeckte ich das Intro von CNN und war mehr als zufrieden.

Leider braucht es nicht lange um einige Nachrichten-Schnipsel zu finden, die die Welt gerade in Atem halten. Selbstredend musste auch Donald in diesen „NEWSFEED“ mit seinem Grönland-Gefasel. Als Trostpflaster, weil es die gewünschten 24 Stunden eh nicht geben wird, gibt es dann 16 Takte nur Musik. Das reicht nicht, aber was kann ich daran schon ändern? Eigentlich wollte ich 16 Takte totale Ruhe, also Pause für alle Instrumente, aber dann kann ich bei der heutigen Aufmerksamkeit der Zuhörer wohl vergessen, dass sich jemand den Schluss anhört. Deswegen Musik.

Jetzt das ganze noch in Farbe

Ein unfassbar teurer Anzug, die Miete für ein Studio, in dem man Nachrichten produziert, ein Pferd das liest und ein Eisbär mit Zylinder. Das war wirklich scheiße teuer. Aber die Pinguine, die den Schlitten ziehen sollten, sind in einer Gewerkschaft und was wir für die bezahlt haben, war fast so teuer, wie die Mitgliedschaft in Trumps Friedens-Club. Dann noch die Reisen und das Schiesser-Unterhemd. Aber nun ist es fertig und nachdem alle ihr Geld haben, hier die gute Nachricht:

Ein Foto von mir und dank des Nacktbild-Erstellers Grok wurde aus mir ein seriöser Nachrichtensprecher und ein Typ in Unterhemd und Jogginghose. Der zweite Mann ist auf der Flucht vor den Nachrichten: zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Dazwischen bringt er den weißen alten Männern noch ein Topf Geld und gute Profite, die sie mit Krieg und Katastrophen gemacht haben. Er reitet auf einem Strauß und jagt mit einem Pinguin-Schlitten durch eine Schneelandschaft.

Fast alles mal wieder nicht echt und doch sieht es realistisch aus. Was für eine verrückte Zeit.


Quellen

  1. https://www.deutschlandfunk.de/jeder-zweite-ueberfordert-von-nachrichtenflut-im-internet-100.html


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