Ein Selfie mit Percy auf dem Mars

Wenn man, wie ich, als großer weltbekannter Künstler sehr oft in verschiedenen Ländern zu Gast ist, dann versuche ich auch die Sehenswürdigkeiten der Länder zu sehen. Was sehe ich, vor dem Eiffelturm in Köln? Menschen, die sich selbst fotografieren. Der runde Turm von London, der Blick auf die Altstadt von Lüneburg und vor den Kronjuwelen im Prado. Überall machen die Leute Selfies. Grinsen in die Kamera, als ob sie nicht vorher drei Stunden in einer Schlange gestanden haben um in die Uffizien in Florenz zu gelangen.

Lächeln in ihr Smartphones und beweisen sich und der Welt, das sie an einem bestimmten Ort sind bzw. waren. Eigentlich habe ich das Lied nur gemacht, weil der Anfang des Textes am meisten Potential zu haben schien. Die anderen Texte, die ich ausgewählt hatte, waren unbrauchbar.

SELFIE von Markus Hansen bei SoundCloud
Das Cover zum Song SELFIE von Markus Hansen | mhmedia.de | 03/2026

Wer ist Percy?

Ein Wischroboter, der auf dem Mars sauber macht und in seiner Freizeit Bots programmiert, die sich bei X negativ über die Linken und Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel äußern. Also ein Song über das Selfie machen. Im Text reimt sich auch nur der Refrain, die Strophen kommen ohne einen Reim aus. Das machte es leichter ihn zu schreiben und auch zu singen. Die Strophen habe ich mit der Ukulele geschrieben, aber der Refrain ist mit dem Clavinet entstanden, mehr zufällig als wirklich gewollt.

Bass und Schlagzeug sind ja klar, dann das Clavinet als Unterbau, die Ukulele als Kirsche und die Bläser zum Füllen. Es ist ein gute Laune Song, der aber ohne Rücksicht, diesen bescheuerten Selfie-Mist anprangert. Was denken sich die Leute dabei? OH, wie schön ist Panama, da halt ich doch mal mein Wasserkopf in 2/3 des Bildes.


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Krieg kostet uns alle teuer

Tanken für über zwei Euro. In den Startlöchern stehen noch mehr Preiserhöhungen. Dass ich so direkt betroffen bin, von den Epstein Files, das hätte ich im Leben nicht erwartet. Die Ablenkung von der Ablenkung. Sollte es so einfach sein? Trump stürzt die Welt ins Chaos, damit keiner erfährt, das er Minderjährige sexuell Missbraucht hat? Die Omnipräsenz des amerikanischen Präsidenten in den Medien ist auf jeden Fall ungebrochen. Leiser treten wäre vielleicht die bessere Taktik.

Im Grunde ist es Quatsch noch ein Pamphlet zu verfassen. Das besorgen schon die anderen Medien zur Genüge. Am Ende steht wieder meine Forderung nach einem Welt-Rat oder Gremium, das für die Menschen handelt und entscheidet. Dass den Mist, wie den von Putin, Orbán, Netanyahu und Trump verhindert. Denn die oben spüren nichts von dem, was sich in den unteren Etagen der Menschen abspielt. Die sind alle Reich und brauchen sich keine Sorgen zu machen, wenn die Tomaten teurer werden, weil der Preis für Harnstoff (3) durch die Decke geht. Öl und Gas werden teurer und am Ende wird alles teurer. Denn jeder Laden wird von LKWs beliefert und die müssen tanken. Strom wird teurer. Jedes blöde Plastikding wird teurer. Kurz: Alls wird teurer.

Demonstration gegen die Sozialpolitik der Regierung in Hamburg, 2004 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Demonstration gegen die Sozialpolitik der Regierung in Hamburg, 2004 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Wie lange noch

Es ist mir unbegreiflich, warum die Menschen sich schon so lange von einer kleinen Minderheit von einer Scheiße in die nächste „führen“ lassen. Das System funktioniert nur für die da oben. Das war schon immer so. Putin führt tausende in den Krieg und den Tod. Trump und Netanyahu bomben tausende in den Tod oder in die Steinzeit zurück. Die drei sitzen warm und sicher in ihren großen Häusern. Gleichgültig gegenüber jeden und alles. Netanyahu, der schon seit Jahren den Hellseher spielt und meint, das die Iraner „in Kürze“ Atomwaffen haben (1) möchte mehr Land für seine Bevölkerung gewinnen und jede mögliche Bedrohung auslöschen. Wie viele Menschen er dabei tötet, scheint ihm gleich zu sein.

In so vielen Ländern kämpft irgendwer gegen irgendwen, am Ende geht es um Geld und Macht. Leiden müssen dabei immer ganz viele Menschen. Die Anführer, egal an welchem Ort der Welt, sind ziemlich sicher nicht betroffen. Kinder und Frauen, die entführt und vergewaltigt werden. Menschen deren Häuser einfach weggebombt werden und die dann vor dem Nichts stehen. Ausgebeutete, eingesperrte, gefolterte, hungernde, kranke, traumatisierte Menschen zahlen den Preis für diesen Irrsinn. Meistens Frauen

Rechts um

Die Wahlergebnisse in diesem und anderen Ländern zeigen eine fortschreitende Verrohung, einen Hang zum falsch verstanden Bild von Männlichkeit und um es kurz zu sagen zur Dummheit. Die bösen, woken Linken gegen die aggressiven, hasserfüllten Rechten. Dabei ist das alles Schwachsinn. Es gibt richtig und es gibt falsch. Es ist richtig, Menschen in Not zu helfen. Es ist richtig, sich für die Freiheit von allen – besonders von Frauen – einzusetzen. Richtig ist es auch, jeden und jede in Sicherheit und Selbstbestimmt leben und arbeiten zu lassen. Allerdings schlagen wir alle gerade einen anderen Weg ein. Ein Weg, der das Gegenteil von dem ist, was richtig ist: Krieg. Mal wieder.

Wie weit das geht? Wie lange das dauert? Keine Ahnung. Geld für Waffen und Munition ist weltweit genug da. Denn die Zahl der Milliardäre steigt weiter und das Vermögen dieser Menschen wird immer mehr und mehr und mehr. Um dieses Vermögen weiter zu vergrößern, bietet es sich an, in Rüstung zu investieren. Kriegsminister Pete Hegseth braucht schon mal 200 Milliarden für das Töten von bösen Jungs (2), da kann doch bestimmt einer von den Milliardären aushelfen.

Trump schnappt sich bestimmt auch noch Kuba, das er jetzt schon im Dunklen sitzen lässt. Wie viele Fronten braucht er wohl, um die kommenden Wahlen aussetzen zu können? Regieren unter Kriegsrecht oder Notstand lässt auch die Epstein Files verschwinden. Die Freiheit, von der die da oben so gerne sprechen, ist nicht die Freiheit das Richtige zu tun. Es bedeutet offensichtlich nur, das zu tun, was nötig ist, um da oben zu bleiben. Koste es, was es wolle. So ein Scheiß.

Quellen

  1. https://www.tagesspiegel.de/politik/es-ist-funf-vor-zwolf-seit-25-jahren-3797251.html
  2. https://weltwoche.ch/daily/us-kriegsminister-pete-hegseth-fordert-200-milliarden-fuer-den-iran-krieg/
  3. https://de.tradingeconomics.com/commodity/urea
  4. https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/reiche-immer-reicher-zahl-der-milliardaere-auf-rekordhoch,V8j6DBJ

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Vor 20 Jahren: 800 m unter der Erde in einem zwickenden Overall

Eine Infoveranstaltung der Firma EON für Journalisten in Gorleben. Das als mögliches Endlager für unser aller Atommüll vorgesehen war. Zuerst viel Geschichte und Planung. Dann ging es endlich los. Bei der Frage nach meiner Kleidergröße gab ich Selbstbewusst L an. Hätte ich nur XL genommen. So zwickt mich der Overall für den Rest des Tages am Hintern.

Ausgerüstet mit Helm, Grubenlampe und noch irgend so einem Ding ging es in den Fahrstuhl. 800 m tief unter die Erde. Das dauerte ziemlich lange. Mit einem Jeep wurden wir dann durch die endlosen Tunnel gefahren und haben an bestimmten Stellen Pausen für Fotos gemacht. Tatsächlich hatte ich es mir spektakulärer vorgestellt.

Erkundungsbergwerk Gorleben,  das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Erkundungsbergwerk Gorleben, das als Endlager für den Atommüll dienen sollte am 23.03.06 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Es sah alles sehr aufgeräumt und ordentlich aus. Wie in einer Werksatt, nur das es 800 m unter der Erde lag. Menschen haben da gearbeitet und wir Journalisten fuhren durch das Dunkel wie durch ein Waldgebiet.

Was hatte ich dabei?

Meine D1X musste ich zu Hause lassen, da ich mit den Akkus der Kamera ein Bild machen konnte und dann sagte mir die Kamera, das der Akku leer ist. Also besorgte ich mir eine D 50 und benutzte mein 17-55 mm / 2.8 in den finsteren Tunneln. Das Aufregendste war das mulmige Gefühl, so tief unter der Erde zu sein. Aus Gorleben ist dann zum gluck nichts geworden und all die Milliarden sind umsonst ausgegeben worden.


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Ich bin Künstler – ihr Luschen

„Auffallen um jeden Preis. Attitüden pflegen und provozieren. Als Künstler kann ich es mir nicht erlauben spröde zu sein. Ich muss da raus und den Menschen direkt in die Fresse hauen, wer ich bin und das alles, was ich mache, unbedingt Kunst ist. Jede Aktion ist eine Revolution. Ich muss leuchten, strahlen und was ich sonst so mache ist am Ende egal. Die Luschen kaufen jeden Scheiß. Er muss nur in einer teuren Galerie hängen oder stehen. Dann ist der Preis auch egal. Kunst ist für die Reichen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Das einzig, was mir noch fehlt, ist mein eigener Tod, dann würden sich meine Preise verdreifachen. Aber damit warte ich noch ein wenig.“ [lacht]

Wie oft haben sie die „Hängende Gurke der Schande“ verkauft und was bedeutet ihnen dieser Erfolg?

„Die Gurke, ja, das ist ein Schlager. Ich glaube so an die 25.000 Stück. Fast jeder Mensch auf der Forbes Liste, hat so ein Ding auf jeden Fall zu Hause. Viele hängen auch in den Firmensitzen. Bei einem Preis von 150.000 € war das ein lukratives Stück Kunst. Es bedeutet Unabhängigkeit, mit der Kohle konnte ich bei Rheinmetall investieren und jetzt habe ich ausgesorgt.“

Erklären Sie uns die „Hängende Gurke der Schande“.

„Es ist eine Gurke – eine Salatgurke – die von der Decke an einem Gummiband hängt. Wenn man daran vorbeigeht, dann zieht man an der Gurke und lässt sie durch den Raum zappeln. Das beruhigt und befreit die Seele. Wir Planen demnächst eine Paprika und eine Ananas. Fast alle schrieben mir, das sie so etwas schon lange in ihrem Leben vermisst haben und nun sehr glücklich mit der Gurke sind.“

Das ganze Interview gibt es in einer ZEIT-Sonderausgabe am 34. März 2026.

Ein neues Musikstück

Wenige Instrumente, aber viel Krach und so viel Text. Der Song ist eine Satire über die Kunst, die Künstler.innen und die Käufer.innen von Werken, die mehr Schein als Sein sind – ich nenne keine Beispiele. Die Galerien, die sich so wichtig nehmen und die Musen, die seit Jahrzehnten immer die gleichen Werke in anderer Zusammenstellung präsentieren. Das alles komprimiert in drei Minuten. Bitte schön:

Das Cover von ICH BIN KÜNSTLER von mhmedia.de
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ICH BIN KÜNSTLER

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Am Anfang etwas ekeliges

Ich spielte ein paar Akkorde auf der Ukulele und aus meinem Mund kam das: „Ich esse Butterkekse gern mit Mayonnaise“ gefolgt von „Trinke Cola Zero zu Marmorkuchen mit Käse“. Es machte kein Sinn, trotzdem wollte ich es behalten und so dachte ich an Künstler, die so gerne extravagant sind und nur nicht gewöhnlich sein wollen. Der Rest ist im Song zu hören. Es gibt Schlagzeug, Bass, Ukulele, Hammond und ein bisschen Violine. Kurz und knapp und einfach wollte ich es haben. Es ist schnell, es ist hektisch und am besten hört man es über den Sugden IA-4 mit den Lautsprechern PMC fact.8, oder auf dem iPhone.


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