Werbung nervt und ist nutzlos

Durch einen geheimen Algorithmus von YouTube wurde mir die „McDonalds. Die Insider “-Doku vorgeschlagen. Die ich mir prompt anschaute. Vieles davon ist absurd und verrückt. Dabei ging es unter anderem um das Marketing und wie aufwendig die Burger für die Werbefotos vorbereitet werden. Daraufhin kam der obligatorische Vergleich des Werbefotos und dem, was wir aus der Verpackung ziehen. „Ernsthaft“, habe ich gedacht. Wer ist denn noch so naiv und glaubt einem Werbefoto?

Hübsche junge Frauen und Männer mit durchtrainierten Körpern machen Werbung für Bier oder Schokolade. Bei jeder Tiefkühlpizza können wir das Foto der Verpackung sofort mit dem realen Bild auf dem Teller vergleichen und sind desillusioniert. Noch realitätsferner sind nur noch Dosensuppen. Auf meiner Verpackung für 10 Eier steht, dass diese Klimaneutral sind und ich bin mir vielleicht sicher, dass ich es möglicherweise glauben könnte. Diese ganzen Markting-Gags beleidigen jeden, der eine Chips-Tüte aufmachen kann. Glaubt wirklich noch jemand, das es sich dabei um die Wahrheit handelt? Oder auch nur um einen kleinen Bruchteil von Wahrheit? Der Werbespot der DB zum Deutschlandtakt ist gerade mein Favorit für den ersten Preis beim Münchhausen-Werbefilmpreis 2024. Reinste Realsatire.

Werbung und Marketing sind dreist und nutzlos. Bild einer Eierpackung

Wieso geben die Konzerne so viel Geld aus?

Für den Glauben an mehr. Das absurde System hält sich selbst am Laufen. Die Werbetreibenden berichten den Unternehmen in schönen farbigen Bildchen und Charts, wie erfolgreich ihre kreative Höchstleistung war. So schleicht sich dieses Axiom „Werbung steigert den Umsatz“ langsam durch die Hierarchie bis ganz nach oben. Dort angekommen erklärt der CEO dann nach unten: „Weiter so.“, und dann geht es wieder von vorne los. Das ganze erinnert an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, nur intelligente Menschen können den Erfolg der Werbung erkennen.

Die Milliarden, die Facebook und Google besitzen, haben sich angehäuft, weil Unternehmen jede Menge Hoffnung in Form von Werbung auf uns niederprasseln lassen. Facebook lebt wie ein Parasit von den Ausdünstungen seiner Mitglieder gepaart mit deren Daten und Google sucht in den Mülldeponien des Internets nach den gewünschten Inhalten. Die da wären? Hier kommen die Top 6 Suchbegriffe aus dem Jahre 2021: Amazon, YouTube, Bild, Übersetzer, Facebook und Wetter. (1) Sie verkaufen den Glauben, dass mehr Werbung noch mehr Umsatz und damit noch mehr Gewinn generiert. Aber ist das wirklich so?

Erfahrungsbericht

Wenn ich die ZEIT durcharbeite, achte ich nicht auf die Werbeanzeigen. Wenn ich fern sehe –  eher Netflix, also ohne nervige Unterbrechungen –  gehe ich beim Werbeblock auf die Toilette. Auf Webseiten schaue ich nicht auf die Anzeigen. Prospekte in meinem Briefkasten landen im Altpapier. Werbeplakate nehme ich gar nicht mehr wahr. Anzeigen in der App WortGuru zum Beispiel machen mich eher wütend und ich drehe das Handy um. Sobald das Symbol zum Überspringen der Werbung erscheint, drücke ich darauf. Kurz gesagt, die Omnipräsenz der Werbung zerstört das, was sie eigentlich erreichen will: unsere Aufmerksamkeit.

„Professor Steve Levitt von der University of Chicago wurde von einem Unternehmen, das jährlich fast eine Milliarde Dollar pro Jahr für Werbung ausgibt, um Hilfe gebeten. Man wisse nicht(!), ob die Werbung funktioniere oder nicht. Levitt fand einen Testmarkt, in dem die Zeitungswerbung vier Wochen lang ausgesetzt wurde. Das Ergebnis: Es hatte nicht den geringsten Effekt auf den Umsatz. Die Werbung schien also wirkungslos zu sein. Prof. Anna Tuchman von der Northwestern University Kellog School of Management befasst sich seit Jahren mit der Werbewirkung von TV-Kampagnen. Sie wertete in einer Meta-Studie 288 Marken aus, die im Fernsehen warben und kam zum Ergebnis, dass eine unmittelbare Kausalität zwischen TV-Werbung und Umsatz der beworbenen Marken wissenschaftlich nicht nachweisbar sei.“ (2)

Dass Werbung nicht mehr den Nutzen hat oder noch nie hatte, wie vielleicht irgendwann einmal, ist also bekannt. Wissenschaftlich untermauert und trotzdem werden wir auf jede erdenkbare Weise mit Werbung belästigt. Im Radio, auf Webseiten, im Bus, in der Bahn, auf Straßen und Plätzen, in Zeitschriften und Zeitungen, bei Sportereignissen und wo sonst noch überall. 

„Die Werbeausgaben des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble lagen im Jahr 2022 in Deutschland bei rund 1,47 Milliarden Euro. Hierunter fallen zum Beispiel Marken wie Gillette, Oral-B oder auch Wick. Somit handelt es sich um den Werbungtreibenden mit den höchsten Werbeinvestitionen innerhalb dieses Zeitraums. Mit rund 698,1 Millionen Euro Werbeausgaben folgt der Süßwarenhersteller Ferrero und dahinter das Discounterunternehmen Lidl. Auf dem vierten Platz lag der E-Commerce-Gigant Amazon.“ (3)

Einige steigern ihre sinnfreien Ausgaben auch noch:

„Im Jahr 2021 lagen die Bruttowerbeaufwendungen von McDonald’s in Deutschland laut Nielsen Media Research bei rund 190,2 Millionen Euro. Damit sind die Aufwendungen der Fast-Food-Kette im Vergleich zum Vorjahr um knapp 24 Millionen Euro gestiegen.“ (4)

Das viele Geld hätte sich auch gut auf dem Konto der Menschen gemacht, die in den unteren Gehaltetagen für diese Firmen arbeiten. Stattdessen fliegt der Amazon-Gründer Bezos lieber ins Weltall. Werbung will auch Vertrauen schaffen und ich würde mir wünschen, dass dieses als neues Ziel ausgerufen werden würde. Zum einen: weniger ist mehr und zum anderen: Wahrhaftigkeit. 

Besonders eklatant fällt das mit der Wahrhaftigkeit nicht nur bei Faltencremes auf, sondern bei dem sogenannten Greenwashing. Viele Unternehmen möchten zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen und pflastern ihre Produkte mit Labels und Versprechen zu, wie sonst nur Overalls von Formel-1-Piloten. Bei genauerer Betrachtung, wird meistens nur Geld bezahlt, um sich CO2 Zertifikate zu kaufen oder ein Wald aufgeforstet, wo schon längst ein gesunder Wald steht. Besonders beliebt, zig Millionen von Bäumen werdenim Lummerland gepflanzt. 

Statt Werbung faire Löhne zahlen

Dass der Kinderriegel Milchkammern hat oder Nutella zu einem gesunden Frühstück gehört, geschenkt. Aber es ist an der Zeit, sich diesem aus dem Ruder gelaufenen Werbewahn zu stellen. So wie zu viel Antibiotika zu einer Resistenz führen kann, so wird zu viel Werbung zu weniger Aufmerksamkeit führen und sich einfach nur totlaufen. Ein Unternehmen, das seine Angestellten fair bezahlt, Herr Bezos, bekommt sehr viel kostenlose Werbung. Ein Unternehmen, dessen Produkte tatsächlich umweltfreundlich hergestellt werden, bekommt Kunden, die dieses Produkt weiterempfehlen. 

Die Werbung sorgt angeblich für eine Medienvielfalt, da sich viele Zeitungen, Zeitschriften und Radiosender dadurch finanzieren, aber sind diese Medien nicht in der Hand von einigen wenigen? Die Funke Medien Gruppe, der Springer-Verlag, Burda, Bertelsmann und Co besitzen den Mainstream der Medien. Es sei dahingestellt, ob es Vielfalt ist, wenn überall das Gleiche geschrieben oder gesagt wird. Es gibt zahlreiche Apps, die Werbung beinhaltet, die von einem Spiel unterbrochen wird und nicht umgekehrt.

“Tuchman geht sogar einen Schritt weiter und behauptet, dass die meisten der beobachteten Marken zu viel in Werbung investierten und dadurch ein negativer Return-on-Investment (ROI) entstünde. Sie täten besser daran, ihre Werbespendings zu kürzen. Die Erforschung des ROI zeige, dass die Wirksamkeit von TV-Kampagnen im Vergleich zu bisherigen Annahmen um das 15- bis 20-fache überschätzt würde.“ (2)

Ich mag das Abo-Modell nicht, mit dem viele Software-Hersteller gerade versuchen am Leben zu bleiben, aber vielleicht ist das die Lösung. Ich bin Realist und bezweifle, dass auch nur irgendeiner der Beteiligten dieses System ändern möchte. Die Spackos von Jung von Matt und Co machen ganz bestimmt weiterhin ihre überteuerten Kreationen und verkaufen sie an die Gläubigen, reichen Kunden. Fernsehsender werden auch nicht aufhören, ihre Einnahmen steigern zu wollen, um geplagte Werbopfer zu entlasten. Obwohl einige von diesen Sendern schon einen Abopreis bekommen, und zwar viel mehr, als Netflix von mir bekommt. Am Ende dieser ganzen Worte bleibt sehr wahrscheinlich alles wie es ist und wir werden weiter belogen und verarscht. Ich werde diesen Artikel auf X bewerben und hoffen, dass ihn jemand liest und liked. Schon krank das Ganze.


Quellen

  1. https://www.semrush.com/blog/de/top-google-suchanfragen/
  2. https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/werbesprech-wirkt-werbung-ueberhaupt-nicht-oder-nur-falsch/26962092.html
  3. https://de.statista.com/prognosen/164632/groesste-werbungtreibende-nach-werbeausgaben-2010
  4. https://de.statista.com/prognosen/1173959/bruttowerbeaufwendungen-von-mcdonalds#:~:text=Im%20Jahr%202021%20lagen%20die,knapp%2024%20Millionen%20Euro%20gestiegen.

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Ohnmacht als Sargnagel der Demokratie

Noch macht mir die AfD keine Sorgen, denn der übertriebene Blick auf die kleine, laute Meute, die zurzeit bei 20 Prozent 1 steht, kann doch gut 80% stille, aber hoffentlich demokratische Masse entgegengestellt werden. Was mich eher besorgt, sind die Zustände und Entwicklungen in diesem und anderen Ländern. Der Wunsch nach einfachen Antworten und dem wie es „früher“ einmal war, ist wohl der Komplexität des Heute geschuldet. Regierungsmitglieder und auch die anderen Parteien kleben an ihren überholten Ideologien. Da ist keine Bereitschaft zu erkennen, wirklich etwas verändern zu wollen. Solange dumme Ideologien die Oberhand über das Handeln der Verantwortlichen haben, sind Veränderungen nicht zu erwarten.

Ohnmacht als Sargnagel der Demokratie, eine Bahnhofsuhr an einer kaputten Hauswand.
Irgendwo in diesem Land, ein völlig heruntergekommener Bahnhof. | Foto: Markus Hansen

Die ganze Nichtstun – oder zu wenig – mit der vermeintlichen Innovationskraft der Wirtschaft zu begründen ist fahrlässig. Die Zukunft von vielen wird den Hoffnungen von wenigen hinten dran gestellt. Absurd. So erfährt der Bürger, wie immer weniger, aber immer lauter nichts geschieht und betrachtet seine eigene Ohnmacht. Was kann der einzelne bewirken? Ich wähle seit Jahren, aber meine Partei hat es nie in die Regierung geschafft.

Es gibt Ungerechtigkeiten wie das Steuerrecht, das per se den Menschen mit mehr Geld zum Vorteil gemacht zu sein scheint. Die Bildung, in der „bildungsferne Kinder“ auf Abstand gehalten werden. Im Gesundheitswesen, wo es wieder den Betuchteren leichter fällt, einfach mal zum Arzt zu gehen, während der Kassenprolet drei Monate auf einen Termin warten muss.

„Die Gründe liegen dabei noch immer im Elternhaus; der Bildungserfolg in Deutschland ist weiterhin von der familiären Herkunft der Kinder abhängig, so die Studienautoren. Systematische Unterschiede gibt es dabei zwischen unterschiedlichen Gruppen: Mädchen und Jungen, Kindern mit oder ohne Migrationshintergrund, Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten.“ 

2

Kann der einzelne etwas gegen diese Ungerechtigkeit machen?

Das Unbehagen mit der Gegenwart hat großes Potential, dass sich weitere Menschen von der Demokratie abwenden. Die Zukunft steht entweder in Flammen oder unter Wasser. Vielen steht auch eine Zukunft in Armut bevor, weil die Rente nicht reichen wird. Leider ist die Bereitschaft der Politik etwas zu verändern und von den Bürgern Einschränkungen zu verlangen, genauso groß, wie die der Wähler, auf etwas zu verzichten. Es wird geflogen, gegrillt, Auto gefahren und mobil telefoniert, als wenn es überhaupt keine drohende Katastrophe geben würde.

In naher Zukunft gehen Millionen von Menschen in den Ruhestand und dann fehlen noch mehr Ärzte, Handwerker und Pflegekräfte. 

„WIESBADEN/BERLIN – Bis Mitte der 2030er Jahre wird in Deutschland die Zahl der Menschen im Rentenalter (ab 67 Jahren) um etwa 4 Millionen auf mindestens 20,0 Millionen steigen. Die Zahl der ab 80-Jährigen wird dagegen noch bis Mitte der 2030er Jahre relativ stabil bleiben und zwischen 5,8 und 6,7 Millionen betragen. Danach wird die Zahl der Hochaltrigen und damit voraussichtlich auch der Pflegebedarf in Deutschland massiv zunehmen.“

3

Was machen wir mit fast 30 Millionen Rentnern? Die Gegenwart ist komplex und die Zukunft eine komplexe Katastrophe. Der einzelne schirmt sich mit Kopfhörern ab und verliert sich in den sozialen Medien und den Streaming-Diensten. Entfremdet von seinen Bedürfnissen nach Bewegung und sinnvoller Beschäftigung, konsumieren die Menschen ihr Leben wie eine Neflix-Serie. Konsum gegen die Ohnmacht. Eingeklemmt in einem Bullshit-Job durch Kinder, Haus und Auto erledigen die Menschen ihre Arbeit, ohne irgendein handfestes Ergebnis zu sehen.

Unsere Perspektive

Wir arbeiten auf zahlreiche Katastrophen hin: Klimawandel, vergiftete Nahrungsmittel, Mikroplastik überall, Tierarten sterben aus, Wasserknappheit, die Schere zwischen arm und reich spreizt ihre Beine immer weiter. Die Menschen werden immer älter, die Infrastruktur ist marode, die Bildung unserer Kinder oder Enkel ist im Sinkflug und dazu wird noch alles teurer. Diese Perspektive gepaart mit einer Berichterstattung, die sich von Skandal zu Skandal hangelt und dem einzelnen seine Ohnmacht vor Augen führt. Das macht mir Sorgen.

Musk, Zuckerberg und Bezos empfinden diese Ohnmacht nicht. Die Spaltung zwischen den Habenden und den Nicht-Habenden ist eklatant. Die Reichen fliegen im Privatjet durch die Welt und die Armen nähen Hosen für ein paar Euro im Monat zusammen. Ungerechtigkeit lässt die Demokratie verwahrlosen. Bundestagsabgeordnete, die sich bereichern, EU-Abgeordnete, die sich schmieren lassen, Unternehmensführer, die sich abfällig über Menschen äußern und Präsidenten, die in Umkleidekabinen was auch immer machen und das alles fast ungestraft.  

Der Skorpion, der den Frosch sticht

Deswegen ist die Sorge um diese Staatsform eng verbunden mit dem Gefühl, dass keiner der Profipolitiker sich wirklich traut bzw. gar nicht die Macht hat, mit Transparenz und guter Kommunikation die geeigneten Änderungen einzuleiten. Denn die Macht scheint in den Händen der Konzerne und deren Lobbykötern zu liegen. Menschen, die wider besseres Wissen den Stillstand fordern um weiter Profit zu machen, denn die Zeche zahlen am Ende sowieso die anderen. So kämpfen sie gegen eine Zuckersteuer, wollen kein Tempolimit, sind für die Zulassung des Verbrennermotors auch bis ins Jahr 4356!, sie wollen Agrasubventionen für die Fläche und nicht für die Qualität,…  Was macht man mit solchen Leuten?

Tatsächlich halte ich die Ohnmacht des einzelnen gegenüber der Politik, den Konzernen und den Medien für die größte Gefahr für die Demokratie. Die Bürger sind nicht besser als die da oben, keine Frage. Aber wenn der Fahrradhändler um die Ecke versucht ein paar Steuern zu „sparen“, indem er sich lieber bar bezahlen lässt als mit der EC-Karte, hat das eine andere Dimension, als wenn Unternehmen sich Milliarden von Steuern erstatten lassen, die sie nie gezahlt haben. Die kriminelle Energie ist unvergleichlich und bestärkt den Glauben an das Mantra: Die kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen.

So haben wir Untätigkeit der Politik, gepaart mit zahlreichen Katastrophen, Skandalen, riesigen Baustellen und Ungerechtigkeit  auf der einen Seite. Den Bürger und seine Ohnmacht auf der anderen. Das Ergebnis lautet: Demokratie funktioniert nicht.  

Um die Welt noch schrecklicher zu machen und die Reizüberflutung als Normalzustand zu etablieren, leisten Werbung und die unfassbare Masse an Information ihren Beitrag. Die blinkenden Litfaßsäulen der Gegenwart: Facebook, TikTok und Co versuchen sich als Informationsquellen und sind doch nur der verlängerte Arm der Milliardäre und Techunternehmen, die ihre eigenen Fakten verbreiten. Beeinflussung von Wahlen, der Sturm auf das Capitol, Sammeln und auswerten von Personendaten und die Förderung von falschen Informationen, sind nur einige Beispiele für den Einfluss der genannten Gruppen.

Und jetzt? 

Weiter im Klein klein des normalen Wahnsinns? Was anderes erscheint unrealistisch. Die Politik bewegt sich ein Stück nach vorne um dann wieder zurück zu laufen oder zu rudern. Die Aufhebung der CO2 Ziele für die einzelnen Ministerien sind ein famoses Beispiel dafür. Jedes ambitionierte Vorhaben wird in den ideologischen Mühlen der Parteien zu einem aufgeweichten Keks. Neben all dem oben gesagten, ist es dieses Verhalten, dass die Demokratie wie von einem Pilz befallen erscheinen lässt. Dieser Pilz breitet sich aus und dann…


Quellen

  1. https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/
  2. https://www.deutschlandfunk.de/iglu-studie-2021-lesekompetenz-kinder-100.html#:~:text=IGLU%2DStudie%202021-,Viertklässler%20in%20Deutschland%20können%20immer%20schlechter%20lesen,als%20noch%20vor%2020%20Jahren.
  3. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/PD22_511_124.html#:~:text=WIESBADEN%2FBERLIN%20–%20Bis%20Mitte%20der,und%206%2C7%20Millionen%20betragen.

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Theodore John Kaczynski ist frei

Der UNA-Bomber, Theodore John Kaczynski, war mir völlig unbekannt und erst durch die Serie „Manhunt“1 die auf Netflix lief, erfuhr ich von Kaczynski. Nach dem Ende der Serie bestellte ich mir sein Buch „Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft“ und fand dort viel Wahres. Sein Weg, um Aufmerksamkeit zu erreichen, lehne ich kategorisch ab. Menschen zu töten, um eine Idee zu verbreiten war und ist wenig hilfreich und fragwürdig. Doch was er schrieb, war grundsätzlich richtig. 

„63. Es wurden also bestimmte künstliche Bedürfnisse geschaffen, die in die Gruppe zwei fallen, daher bedienen Sie das Bedürfnis nach dem Machtprozess. Es wurden Werbe – und Marketingtechniken entwickelt, die viele Menschen dazu bringen, Dinge zu brauchen, die ihre Großeltern nie wollten oder von denen sie nicht einmal geträumt haben. Es erfordert ernsthafte Anstrengungen, um genug Geld zu verdienen, um diese künstlichen Bedürfnisse zu befriedigen, daher fallen sie in Gruppe zwei (siehe jedoch Absatz 80-82.) Der moderne Mensch muss seine Bedürfnisse nach dem Machtprozess weitgehend durch die Verfolgung der künstlichen Bedürfnisse befriedigen, erschaffen von Werbe – und Marketingbranche, und durch Ersatzaktivitäten.“

3 -Seite 26
Das Bild vom UNA Bomber Theodore John Kaczynski
Theodore John Kaczynski im Gefängnis

Kaczynski2 war verzweifelt. Er wollte gehört werden und niemand hat ihn wahrgenommen.
Die Schlussfolgerung die er daraus zog war völlig falsch, denn durch diese Morde gelang es ihm nur als Mörder – eben als der UNA-Bomber – Bekanntheit zu erreichen und nicht als jemand, der die Gesellschaft verändern möchte.

„96….Nehmen Sie uns (FC) zum Beispiel. Hätten wir nie etwas Gewalttätiges getan und die vorliegenden Schriften einem Verleger vorgelegt, wären sie wahrscheinlich nicht angenommen worden. Wenn sie angenommen und veröffentlicht worden wären, hätten sie wahrscheinlich nicht viele Leser angezogen, denn es macht mir Spaß, die von den Medien verbreitete Unterhaltung zu sehen, als ein nüchtern Auftragsaufsatz zu lesen. Selbst wenn diese Schriften viele Leser gehabt hätten, hätten die meisten dieser Leser bald vergessen, was sie gelesen hatten, da ihre Gedanken von der Masse an Material überschwemmt wurden, welcher die Medien sie aussetzen. Um unsere Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen, mit der Möglichkeit, einen kleinen Eindruck zu hinter lassen, mussten wir Menschen töten.“ .“

3 – Seite 38 | (FC bedeutet Freedom Club)

Sein Manifest wurde gedruckt. In einer bekannten Zeitung mit hoher Auflage. Es verpuffte wie ein Sylvesterknaller und führte dazu, dass er gefasst wurde und dann von 1996 bis zu seinem Tod am 10. Juni 2023 im Gefängnis zu sitzen. Der unnötige Tod seiner Opfer und seine sinnlose Existenz im Hochsicherheitstrakt einer Strafanstalt sind nun das Ergebnis seines Lebens. Seine Geschichte wurde verfilmt und er wurde bekannt, aber eben als Mörder und nicht als freier Philosoph oder Mathematiker. Traurig. 

„ 37. Um also ernsthafte, psychische Probleme zu vermeiden, braucht ein Mensch Ziele, deren Erreichung Anstrengung erfordert und er muss eine vernünftige Erfolgsquote beim erreichen seiner Ziele haben.„

3 | Seite 17

Jetzt ist er frei und findet vielleicht seinen Frieden. Seine Familie behauptet, er hätte Selbstmord begangen. Er litt an einer Krebserkrankung. Sein Manifest ist bei Amazon für 6.06 € zu erwerben, dürfte aber über kurz oder lang genauso vergessen werden wie Ted selbst. Der UNA-Bomber ist ein Teil der Kriminalgeschichte und auch die filtert ihn irgendwann heraus. Er wurde kein Revolutionär und wir sind immer noch im Konsumrausch wie in den 19990 er oder wie in den 1950er Jahren.

„190.  Jede Art von sozialen Konflikt hilft, das System zu destabilisieren, aber man sollte vorsichtig sein, welche Art von Konflikten wir fördern. Die Konfliktlinie sollte zwischen der Masse der Menschen und der Machthaltenden Elite der industriellen Gesellschaft gezogen werden (Politiker, Wissenschaftler, hochrangige Führungskräfte, Regierungsbeamte und so weiter). Sie sollte nicht zwischen den Revolutionären in der Masse des Volkes gezogen werden. Zum Beispiel wäre es eine schlechte Strategie für die Revolutionäre, die Amerikaner für ihre Konsumgewohnheiten zu verurteilten. Stattdessen sollte der Durchschnittsamerikaner als Opfer der Werbe – und Marketingbranche dargestellt werden, was ihn dazu gebracht hat, viel Ramsch zu kaufen, den er nicht braucht und das ist eine sehr schlechte Entschädigung für seine verlorene Freiheit. Beide Ansätze stimmen mit den Fakten überein. Es ist nur eine Frage der Einstellung, ob sie der Werbebranche die Schuld dafür geben, die Öffentlichkeit manipuliert zu haben oder die Öffentlichkeit dafür verantwortlich zu machen, dass sie sich manipulieren lässt. Als eine Strategie sollte man generell vermeiden, die Öffentlichkeit zu beschuldigen.“

3 | Seite 77

Denn das System „Kapitalismus“ setzt den ewigen Konsum für das ewige Wachstum voraus. Eine möglicher Veränderung müsste von unten nach oben bzw. von innen nach außen wachsen.

„104. Viertes Prinzip. Eine neue Art von Gesellschaft kann nicht auf dem Papier entworfen werden, d.h. sie können nicht im Voraus eine neue Form der Gesellschaft planen, sie dann Einrichten und erwarten, dass sie so funktioniert wie sie entworfen wurde.“

3 | Seite 40

„ 189. für diesen letzten Kampf sollten die revolutionäre nicht erwarten, eine Mehrheit der Menschen auf ihre Seite zu haben. Die Geschichte wird von aktiven, entschlossene Minderheiten gemacht, nicht von der Mehrheit, die selten eine klare und konsistente  Vorstellung davon hat, was sie wirklich will.“

3 | Seite 76

Beängstigend, aber leider wahr, ist auch seine Aussage, das Revolutionen von Minderheiten gemacht werden und nicht von Mehrheiten. Das könnte bedeuten, das sich die Demokratie nicht für große Veränderungen – wie der Klimawandel – eignet und sich eine entschlossen Minderheit aufmacht um eine Veränderung herbei zu führen. Ich hoffe, das es nicht die rückwärtsgewandten Idioten sind, die sich ihre eigene Wahrheit aus YouTube-Videos und der BILD-Zeitung zusammen basteln. Ruhe in Frieden, Ted.


  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Manhunt_(Fernsehserie)
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Theodore_Kaczynski
  3. Die Zitate stammen aus Theodore John Kaczynski  „Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft“

Tod auf dem Holzweg

Eine kleine Gruppe von Menschen lebte irgendwo in einem Wald. Einige gingen auf die Jagd und  beschafften Nahrung, die anderen blieben und kümmern sich um  andere Dinge. Alle Bedürfnisse wurden befriedigt. Jeder machte das, was nötig war und alles wurde geteilt. Nach ein paar Stunden war alles erledigt und jeder konnte tun, was er wollte. Irgendwann hat irgendjemand sich gedacht, es wäre doch super, wenn wir das Essen nicht suchen und jagen müssten, sondern, wenn wir es selbst anbauen bzw. halten würden. Nach diesem Geistesblitz fing der Bau des Holzweges an. Auf dem wir immer noch sind.

Jetzt musste also das, was die Natur bisher von selbst erledigt hatte, von Menschen übernommen werden. Ein Wald wurde gerodet, es wurde gesät, gepflegt und geerntet. Tiere wurden eingesperrt, vermehrt, geschlachtet und gefressen. Von nun an, war jede Stunde jedes Tages mit Arbeit belegt. Aus einer Vielzahl von Nahrungsmitteln wurden einige wenige. Aus ein paar Stunden Arbeit am Tag wurden viele. 

eine Person steht auf einem langen Holzweg bzw. Holzpfad
Der Blick in die Zukunft, weiter auf dem Holzweg. | Foto: Markus Hansen

Der Holzweg wurde breiter und breiter und immer länger.

Aus den Bauern wurde Angestellte mit Burnout, Adipositas und Rückenschmerzen. Perfekt. Ein Weg zurück gibt es nicht, dafür ist die Gruppe mittlerweile zu groß und die Wälder zu klein. Die Menschen, die heute in Regionen leben, in denen noch viele von der Landwirtschaft leben müssen, sind arm und kommen auf keinen grünen Zweig. In den „dicken“ Industrieländern gibt es nur noch wenige Landwirte (1) und die bauen immer das Gleiche an. Die Ernte fressen meistens die eingesperrten Tiere oder sie wird zu Biosprit verarbeitet. Die „Bauern“ zogen irgendwann in die große Stadt und wurden zu Arbeitern und Angestellten und träumen seither von einem Leben ohne oder mit sehr wenig Arbeit in Ruhe und Zufriedenheit. Jeder möchte reich sein um sich dem „Leben“ hinzugeben. 

„Arbeitet, arbeitet, Proletarier, um das Gesellschaftsvermögen und euer individuelles Elend zu vergrößern, arbeitet, arbeitet, damit ihr, wenn ihr ärmer werdet, noch mehr Gründe zum Arbeiten und zum Notleiden habt. Das ist das unerbitterliche Gesetz der kapitalistischen Produktion. 

Dadurch, dass die Proletarier den trügerischen Reden der Ökonomen Gehör geschenkt und ihren Körper und ihre Seelen dem Laster der Arbeit ausgeliefert haben, stürzen sie die gesamte Gesellschaft in diese industriellen Krisen der Überproduktion, die den gesellschaftlichen Organismus erschüttern. Da es daher ein Überangebot an Waren und ein Mangel an Käufern gibt, schließen die Fabriken und der Hunger geißelt die Arbeiterbevölkerung mit seiner tausendriemigen Peitsche.“

Paul Lafargue „Das Recht auf Faulheit“ Reclam [Was bedeutet das alles?] Seite 23

Die Holzweg-Methode wurde auf alle mögliche Bereiche des Lebens ausgebaut und definiert einen Zustand, indem das Leben im Hier und Jetzt zwar als wünschenswert erachtet wird, aber es erst in der fernen Zukunft – im Rentenalter – erlebt werden kann. Verrückt. Alles was zählt, ist mehr von allem und zwar immer. Besonders Geld. Alles was kein Geld einbringt ist wertlos und wird auch so behandelt. 

Kinder, Kranke und Alte

Kinder. Kosten nur aber bringen vielleicht in ferner Zukunft Geld ein. Dennoch gibt es international zu wenig Schulen für alle Kinder. National sind die Schulen in einem schrecklichen Zustand, es fehlen Lehrer, die Klassen sind zu groß und die Chancengleichheit ist ein Trauerspiel. Es fehlen Erzieher und die die da sind arbeiten am Limit, mit zu großen Gruppen auf oft zu kleinen Räumen.

Kranke. Kosten nur und bringen in naher Zukunft wieder Geld ein.
Krankenhäuser müssen Gewinn machen, es fehlen Pflegekräfte und Ärzte und Ärztinnen, die Mitarbeiter sind überlastet. Kassenpatienten warten monatelang auf einen Termin und viele Behandlungen werden von der Kasse nicht übernommen.

Alte. Kosten nur und bringen auch in der Zukunft kein Geld.
Es fehlen Pflegekräfte, die auch noch schlecht bezahlt werden. Die Bewohner werden ruhig gestellt und vernachlässigt. In Großstädten vereinsamen die Rentner immer mehr. (2)

Deshalb wird nur das gefördert, was Geld bringt und der Rest muss zusehen wie er klar kommt. Gute Bildung ist teuer. Krankenhäuser sind teuer. Gute Pflege ist teuer. Demnach gibt es das „Gute“ nur für Kinder, Kranke, Pflegebedürftige, die Geld haben oder jemanden kennen, der es hat und ihnen gibt. Der Rest kommt in die normalen Einrichtungen oder eben auch nicht. 

Der traurige Ist-Zustand

So leben wir unter dem Zwang etwas leisten zu müssen, das Geld für die Gemeinschaft bringt. Leistung und Geld sind das, was die Gesellschaft braucht, was sie anerkennt und was sie wachsen lässt. In diesem Szenario gibt es kein Ende. Das System muss expandieren um zu existieren. Traurig. 

So lebt, in vielen Fällen, jedes Tier glücklicher als viele Menschen.Es gibt Menschen, die müssen in Löchern tief in der Erde nach Gold, Kohle, Diamanten oder anderen Rohstoffen buddeln und haben am Ende des Tages kaum etwas zu essen für sich und ihre Familien. Kinder, die anstatt in einer Schule zu lernen auf Müllbergen nach brauchbaren Dingen suchen, damit sie ihre Familien finanziell unterstützen können. Warum?

Ein weiterer Holzweg auf dem sich die Menschheit befindet ist die Unterdrückung der einen Hälfte der Weltbevölkerung. Frauen werden seit Jahrhunderten als nicht gleichberechtigt angesehen. Dabei bekommen sie die Kinder und leisten genauso viel oder mehr wie das andere Geschlecht Aus welchem Grund auch immer, es ist falsch und zeigt, das die Konstrukteure dieses Holzweges hauptsächlich die Pimmelträger sind. Es lässt sich noch weiter einkreisen, wer den Holzweg geschreinert hat: Nicht nur Frauen wurden und werden unterdrückt, sondern auch diverse Minderheiten und Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das bedeutet, es sind die weißen Pimmelträger, die uns  diese Irrwege von Religion, Krieg, Kapitalismus, Sklaverei, Umweltzerstörung, usw. eingebrockt haben.

Öl und Kohle wird aus den Tiefen der Erde gefördert, um es zu verbrennen, damit wir mobil sind und der Strom aus der Steckdose fließt. Der Wind, die Sonne und das Wasser können das gleiche. Aber wir graben die Energie lieber aus dem Dreck – Arbeit und Leistung – echt clever. Das Windrad gibt es schon ziemlich lange, auch die Wasserkraft wird schon lange verwendet, das auszubauen war wohl zu einfach.

Dys- oder Utopie

So leben wir in riesigen naturfernen Städten, umgeben von schlechter Luft und nie verklingendem Verkehrslärm. Ernähren uns ungesund. Sind vom Stress abgeschlagen und matt. Aber es gibt kein Zurück mehr, es geht nur nach vorne und nach oben, denn wir haben uns in eine aussichtslose Situation gebracht, in der wir, ganz entgegen unseren natürlichen Anlagen leben. So werden wir uns langsam aber sicher selbst krank machen und sehr wahrscheinlich vergiften. Kinder können sich nicht richtig entwickeln, da ihnen die wichtige Bewegung in der Natur fehlt und nach der meist sitzende Schulzeit kommt vielleicht ein Studium oder eine Lehre in einem Büro. Später dann die Arbeit am Schreibtisch und so sitzen die Menschen viel zu oft und lange herum, obwohl wir uns sehr viel mehr Bewegen müssten.

Was wir alles nicht machen

Kaum jemand steht gerne im Stau. Über die Qualität der Fertigprodukte und Fast Food-Ketten ist auch so gut wieder jeder im Bilde. Trotzdem geht alles so weiter. Wir wissen bzw. ahnen was passieren wird, mit der Umwelt, mit uns, mit dem Planeten – aber es geht immer so weiter. Der Blutstrom des Geldes darf nicht stehen bleiben. Wir wissen, was wir machen müssten, aber es ist zu unbequem, zu konfliktreich. Der normale Arbeitnehmer möchte mit dem Auto die vier Kilometer zur Arbeit fahren und der ist ja auch ein Wähler und jede Stimme zählt.

Also lassen wir das mit dem Benzinpreis von 8 Euro pro Liter und verzichten auf das Tempolimit. Statt eines Rechen nehmen wir den benzingetriebenen Laubbläser und so weiter und so weiter. Wir sind auf einem unfassbaren Holzweg, und zwar weltweit. Es gibt nur sehr wenig Anzeichen dafür, dass wir mal stehenbleiben und uns mal anschauen, was wir haben, was wir erreicht haben und viel wichtiger, wo wir hin wollen.

In was für eine Welt schubsen wir unsere Kinder hinein? Wie könnten wir das Leben auf diesem Planeten so verändern, das wir alle ein gutes Leben haben? Kapitalismus kann es nicht sein, den der schließt alle aus, die nicht so können wie sie müssen sollen. Sozialismus ist es auch nicht, der ist in der heutigen Form Kapitalismus mit Diktator in Rot. Eine Utopie wäre schön. Eine realistische Utopie. Dafür müsste aber mal ein Halt eingelegt werden und es müssten sich alle zu etwas verpflichten. Utopisch!

Da wir immer weiter laufen, werden weiterhin jedes Jahr Millionen von Menschen sterben und die Ursachen sind: 

  • zu fett 
  • schlechter Luft
  • Stress
  • Flucht
  • Krieg
  • Religion
  • Hitze
  • Dürre
  • Hunger
  • Lärm
  • Klimaveränderungen
  • usw.

Für dieses Jahr haben wir die natürlichen Ressourcen der Welt schon aufgebraucht. Drei Planeten bräuchten wir, wenn alle so Leben würden, wie wir hier in Deutschland. Genau so katastrophal ist es, dass das System „Wachstum“ die  Menschen weltweit krank macht und wir das System nicht wechseln können. Denn es gibt nur dieses eine System und mittlerweile ist es weltweit aktiv. Es basiert auf Ungerechtigkeit und darauf, das viele Menschen für einige wenige arbeiten. Die Konzentration des meisten Kapitals auf einige wenige Menschen ist ebenfalls einunzumutbarer Zustand. 

Der Holzweg auf dem wir uns befinden ist gegründet auf Ungerechtigkeit gegenüber Millionen von Menschen über Jahrhunderte hindurch und wird auch in den nächsten Jahren fleißig benutzt werden. Kein innehalten, kein zurück. Zur Sicherung des eignen Wohlstandes werden Mauern und Zäune gebaut, um Waren und Geld durch zu lassen, aber die Menschen fern zu halten. Das System komplett zu ändern ist aussichtslos. Es gibt zu viel zu verlieren für einige wenige. Die einzige Hoffnung ist,  das Holz irgendwann morsch und brüchig wird. Aber wie lange das wohl noch dauert?


  1. https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/baeuerliche-und-industrielle-landwirtschaft.html
  2. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_N057_12411.html#:~:text=82%20%25%20der%20über%2085%2DJährigen,Altersheim%20oder%20einer%20ähnlichen%20Gemeinschaftsunterkunft.

Reich und demokratisch

Wozu braucht ein Mensch 150 Milliarden Dollar? Diese Summe ist so unvorstellbar hoch, dass sich diese Frage unweigerlich stellt, wenn man sie hört. Ist das sinnvoll? Moralisch? Gerecht? 

Das Reich sein per se verbieten möchte ich nicht, um aber das System des „immer mehr“ zu durchbrechen, könnte ein anderer Ansatz helfen. Das Ziel sollte sein, möglichst viel Geld in die Gemeinschaft zu investieren. Der Status, den jemand innerhalb einer Gesellschaft erlangen kann, wird nicht daran gemessen, wie groß sein/ihr Haus ist, wie viele teure Autos er oder sie in der Garage hat und/ oder wie viele Dollar er/sie  in seinen Pool hat um darin zu baden. Nein, der Status einer Person wird daran gemessen, wie viel diese Person für die Gemeinschaft getan hat und tun wird. Dann gäbe es eine Frobes Liste mit den Personen, die am meisten gegeben haben und nicht am meisten gehortet. Welchen Unterschied macht das im Alltag, ob jemand 150 Milliarden oder 10 Milliarden auf seinem Konto hat? Merkt man das überhaupt? Die, die nichts haben, die merken sofort, wenn 100 Euro fehlen. Und die Armen sind in der absoluten Mehrheit.

Das Bild einer Eicape-Taste
Foto: Markus Hansen

Ein kleiner Prozentsatz von Menschen besitzt das meiste Geld und damit auch Einfluss und Macht. Diese Macht wird genutzt, um die Politik zu beeinflussen und damit sind wir in der Plutokratie angekommen. Um die Demokratie zu bewahren, erscheint es mir unerlässlich, dass dieser Umstand verändert wird und das ginge durch die Begrenzung privater Vermögen und eine gerechte Besteuerung der Vermögen von Personen und Unternehmen und der Erbschaften. Alle Einnahmen, die ein Mensch oder Unternehmen generieren, sollten gleich besteuert werden, weltweit. 

Die Menschheit sollte beschließen, dass kein Mensch mehr als X oder Y Milliarden Euro oder Dollar sein Eigen nennen darf. Der Anreiz erfolgreich zu sein, bleibt bestehen, da die Summe X oder Y immer noch immens hoch ist. Damit ist ein bequemes und finanziell unabhängiges Leben möglich und durch den Status als Mensch, der viel Geld in die Gemeinschaft einbringt, wird das Ego gestreichelt.

Seit Jahrhunderten spielt es für die Menschen eine Rolle, wie viel Geld jemand besitzt. Eltern stimmten eine Vermählung ihrer Tochter nur zu, wenn der Bräutigam finanziell gut aufgestellt war. Wie es ja bis heute ein Traum vieler Menschen ist, sehr reich zu werden. Diejenigen, die es zu Reichtum gebracht haben, waren darauf aus, den Reichtum zu sichern und zu mehren. Reiche Menschen haben Kriege bezahlt. Könige, Diktatoren und Präsidenten gemacht. Diese Vorgänge sind höchst undemokratisch und ungerecht. Denn die Höhe des Vermögens bringt Einfluss und aus dem Einfluss wird Macht. Vermögen plus Einfluss plus Macht, ergibt noch mehr Vermögen und noch mehr Einfluss und immer so weiter. Für die Mehrheit der Menschen bleibt das eine abstrakte Vorstellung. Denn reich werden ist nicht so einfach.

Eine Krankenschwester, ein Busfahrer oder wer auch immer, muss, um eine Million zu erwirtschaften, sein Netto-Durchschnittsgehalt von 25.583 Euro (1) im Jahr fast 40 Jahre lang sparen und darf nichts von seinem Gehalt  ausgeben. Das ist also im Leben nicht zu schaffen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Normalverdiener wirklich Einfluss nehmen können. 

Die Präsidenten der USA konnten und können sich dieses Amt nur leisten, weil sie vorher und auch nachher schon vermögend waren und sind. Bestes Beispiel ist Donald Trump. Der Einfluss vermögender Personen und Unternehmen auf die Politik ist gefährlich, da dieser intransparent und ohne Zweifel meist nur zum Wohle der Person oder des Unternehmens ist, die Einfluss ausübt. Der jüngste Korruptions-Skandal um die Vizepräsidentin des EU-Parlamentes  Eva Kaili (2) und den anderen Verdächtigen zeigt, wie sich der Einfluss von reichen Menschen negativ auf die Demokratie auswirkt. Dazu gehören Parteispenden und Lobby-Arbeit genauso, wie das private Telefonieren mit Finanzministern.

Reiche Menschen bestimmen, was wir im Kino sehen, was für Musik wir hören, welcher Fußball-, Football,- oder Basketball-Verein ganz vorne mitspielt. Sie bestimmen über die Mode, was wir essen, welche Autos wir fahren, welches Handy wir benutzen und welche Ergebnisse die Suchmaschinen zuerst anzeigt, usw. Denn nur das, was sich am Ende in barer Münze messen lässt, kommt weiter. Der Impfstoff gegen COVID-19, die neue Platte von Beyoncé , das Elektroauto, die E-Zigaretten, u.a. bringen Geld und deshalb gibt es sie. Es ist nur das auf dem Markt, was jemanden Geld einbringt. Wie sich während der Corona-Pandemie gezeigt hat, sind Vermögender in der Krise noch reicher geworden. (3) Elon Musk  hat 153, Jeff Bezos 120, Warren Buffet 107 und Bill Gates 103 Milliarden Dollar (3). Wozu?

Warum investiert Musk nicht in eine Schule in einem Armenviertel in den USA oder Afrika? Er könnte mit 50 Milliarden viele Schulen in Afrika bauen und damit in die Zukunft investieren. Geld regiert die Welt, löst jede Menge Probleme und kann hilfreich sein. Worauf wartet er? Oder Jeff? Oder Bill? Irgendein unbekannter Milliardär? Keiner? Schade.

Denkbar wäre ein Fond, in den alles eingezahlt wird, was über dem „erlaubten“ Betrag liegt. Dieser wird von einem Gremium verwaltet und dieses entscheiden dann über die Verteilung der Gelder. Dieses Gremium setzt sich immer wieder aus zufällig ausgesuchten Menschen zusammen, so dass es keine Vorteile für irgendwen gibt, außer für die, die das Geld bekommen. Tatsächlich gibt es immer mehr Menschen, die wenig oder nichts haben und ein kleiner Teil  der Menschen hat sehr, sehr viel oder noch mehr.(4)

Millionen-Erbin Marlene Engelhorn (5) beweist, dass es nicht immer nur neidische Habenichtse sind, die eine gerechte Verteilung und höhere Steuern auf Vermögen fordern. Marlene Engelhorn fordert vom Staat, des er sie und ihresgleichen sinnvoll besteuert. Die Verteilung des Vermögens ist ungerecht und es ist unfassbar, dass die Demokratie durch dieses reichenfreundliche System langsam ausgehöhlt wird.  Unerklärlich ist es auch, warum die in Deutschland jährliche vererbte oder verschenkte Summe  von ca 400 Milliarden Euro (6) vom deutsche Staat zum größten Teil ignoriert wird. Warum? Könne wir es uns leisten, darauf zu verzichten?

„Ende 2020 besaß 1,2 Prozent der Weltbevölkerung rund 47,8 Prozent des weltweiten Vermögen. Rund 53 Prozent der Weltbevölkerung besaßen hingegen lediglich 1,1 Prozent des weltweiten Vermögens.“

7

Viele Vermögende haben eine Stiftung, mit der sie durchaus gutes für die Menschen schaffen, aber das reicht nicht. Es kann und sollte nicht erlaubt sein, dass eine Handvoll Menschen unfassbar reich ist und die Mehrheit im Elend hockt, um für die Industrieländer die Drecksarbeit zu machen. Damit es den Menschen dort gut geht und sie sich ein T-Shirt für drei Euro kaufen können. Geld ist ein Werkzeug, das das Leben vereinfacht und jeder muss davon eine ausreichende Menge haben, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Kinder sollten weltweit zur Schule gehen können. Menschen sollten überall Krankenhäuser haben. Wir sind der Staat, heißt es in der Demokratie, das Volk ist der Souverän. Zurzeit sind wir die Bediensteten von Jeff, Elon und all den anderen Superreichen. Wir könnten bestimmen, dass jeder etwas vom Kuchen ab bekommt. Ein erster Schritt wäre es, Vermögen zu besteuern, das Steuerrecht gerecht und in der EU einheitlich zu gestalten, Erbschaften zu besteuern und Lobby-Arbeit zu kontrollieren. Viele kleine Schritte sind dafür nötig und eine Politik, die dies umsetzen wollen würde. Also los.


  1. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/
  2. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-parlament-korruption-107.html
  3. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181482/umfrage/liste-der-top-25-milliardaere-weltweit/
  4. https://www.deutschlandfunk.de/rekordvermoegen-dollar-milliardaere-werden-mehr-und-reicher-100.html
  5. https://www.fr.de/wirtschaft/marlene-engelhorn-millionen-erbin-vermoegenssteuer-erbschaftssteuer-reichtum-besteuern-taxmenow-zr-91799958.html und https://www.derstandard.at/story/2000126792517/millionenerbin-marlene-engelhorn-besteuert-mich-endlich
  6. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-zum-erbvolumen-deutschland-erbt-bis-zu-400-milliarden-euro-pro-jahr/20020064.html
  7. https://www.derstandard.at/story/2000142600522/ungleichheit-steigt-konzerne-und-superreiche-sind-gewinner-der-krisen

Erschöpft und kurz vorm platzen

Erschöpft. Die Menschen in der Ukraine, in Syrien, SriLanke, Afrika, und was weiß ich wo noch überall sind erschöpft. Auch in Deutschland sind die Menschen am Limit. Lehrer*innen, Verkäufer*innen, Erzieher*inn, Polizisten*innen, Reinigungskräfte sind erschöpft. Wir alle sind erschöpft. Die Anzahl der Menschen mit Burnout oder Depression steigt seit Jahren1 und der Wunsch vieler Menschen auf den früheren Ruhestand könnte ein Indiz dafür, das viele einfach nicht mehr können. Mehr als die Hälfte der aktuellen Beschäftigten möchte lieber mit 62 Jahren  – statt mit 67 –  in den Ruhestand gehen.2

Erschöpfter Mann in einer U-Bahn in Hamburg. | Foto: Markus Hansen

Durch den Alltag, die Arbeit und die komplexen Probleme vor denen wir alle stehen, werden die Menschen krank. Hinzu kommt, das der einzelne kaum Einfluss auf Entscheidungen – die ihn durchaus betreffen – hat. Was kann ein Mensch bewirken? Weder hat er Einfluss auf das, was mit seinen Steuern geschieht, noch kann Herr Meier die Klimakatastrophe im Alleingang stoppen. Das ist frustrierend.

Frustrierend ist es auch, wenn die berechtigten Proteste der Frauen und Männer, die im Iran oder China auf die Straße gehen, gewaltsam niedergeschlagen werden. Junge Iraner*innen werden gehängt, weil sie frei sein wollen und die „freie Welt“ schaut zu. Das viele Menschen in ihrer Heimat bleiben würden, wenn es sich dort vernünftig leben ließe, sollte jedem klar sein. Doch allzu oft verhindert die deutsche -, die europäische- oder die westliche Wirtschaftspolitik dies.

Unser Wohlstand hängt davon ab, das ein großer Teil der Weltbevölkerung im Dreck sitzt und für unsere Rohstoffe die eigene Umwelt und Gesundheit zerstören muss – siehe den Artikel von Johanna Roth im ZEIT Magazin no. 47 3 – um zu überleben. Das erhöht die Frustration ebenfalls. Obwohl es uns doch „noch“ so gut geht, sind wir trotzdem erschöpft. Wie kann das sein? 

Das, was den Menschen in den“reichen Ländern“ einen kurzen Moment von Sinn in ihrem Leben zu geben vorgaukelt, der Konsum, ist ein großes Stück vom vergifteten Kuchen von dem an dem wir uns nähren. Wir konsumieren und erzeugen damit Wachstum. Um zu konsumieren müssen wir arbeiten und auch damit erzeugen wir meistens Wachstum. Aber je mehr Kuchen wir in uns hinein werfen, desto fetter werden wir. Irgendwann platzen wir, wie Mr. Creosote, aus dem Film der „Sinn des Lebens“  von Monty Python. Aber ohne Wachstum geht es ja angeblich nicht, also werden wir unweigerlich platzen.

Klima, Corona, Krieg, Inflation, Rezession und dann gibt es noch die ganzen anderen Katastrophen, die für die Masse der Menschen auf den ersten Blick nicht wichtig zu sein scheint, die aber dafür sorgen, das es auch in kleineren, privatem Leben der Menschen zur Erschöpfung kommt. Das Gesundheitssystem ist überlastet. Die Schulen sind eine Katastrophe. Die Lage in den Kitas ist schrecklich. Die Preise steigen, die Straßen, Brücken und Schienen sind Marode und das ist nur ein kleiner Teil der Sorgen und Nöte. Die Politik klebt alles mit Geld zu und lässt dann eine PR-Firma die eigene kurzsichtige Handlung als großartigen und langfristige Lösung verkaufen. Der neue Satz des Bürgergeldes, der 50 Euro mehr als der jetzige Hartz IV-Satz beträgt, ist ja schon der Untergang der kapitalistischen Welt bzw. ein großer Erfolg der Politik, je nach dem, wer etwas dazu sagt. Dabei ist es nur ein Witz. 

Wir leben in einer Welt, die wie ein Haus ist, auf das immer noch ein Stockwerk gebaut wird, aber am Fundament wird nichts verändert.  Wenn jetzt eine Etage renoviert werden soll, dann bricht alles zusammen, aber wenn man noch ein Stockwerk baut, dann kracht auch alles zusammen. Trotzdem geht es munter weiter. Wir wachsen, fressen Kuchen und bauen Stockwerk auf Stockwerk. Und dann?

Einwanderung, Bundeswehr, Steuern, Pflege, Rente, Bildung, Medizin und Infrastruktur, all das sind die oben genannten Stockwerke , die eine grundsätzliche Änderung erfordern. Warum zahlen nicht alle in die Rentenkasse ein? Warum ist die Steuererklärung nur noch mit Hilfe von Software oder Beratern möglich? Warum müssen Krankenhäuser Gewinn machen? Wieso gibt es kein vernünftiges Einwanderungsgesetzt und dazu eine sinnvolle Integration? Warum brauchen wir fast 300.000 Soldaten, die dann zwei Tage schießen können und dann mit Steinen werfen müssen? Warum ist in Afrika der importierte, deutsche Joghurt billiger als der einheimische?

Dieses Land, diese Welt ist voll verkorkst. Alles hängt mit allem zusammen und die einzige Antwort, die Politiker und Unternehmen auf die großen Probleme haben ist: Geld und damit Wachstum. An das Märchen „Trickle-down“ glauben ja immer noch sehr viele und verteidigen damit ihre eigenen Pfründe. Lobbyisten verhindern weltweit sinnvolle Änderungen, sei es die Waffen-, die Zucker-, oder die Sonstwaslobby und zementieren damit ihren eigenen Untergang. Glückwunsch. Lobbyisten haben scheinbar keine Kinder.

Kann es nicht auch ohne Wachstum gehen? Wäre nicht eine gesunde Stagnation mal sehr erholsam? Wären wir vielleicht alle weniger erschöpft oder weniger ausgebrannt,  wenn es nicht immer nur um Wachstum gehen würde? Wenn wir die Globalisierung mal ernst nehmen würden? Wir sind eine Gemeinschaft und helfen uns gegenseitig? Statt immer nur zu schauen, wie kann ich noch mehr Geld aus dem weit entfernten Land rausholen?
Utopisch? Wahrscheinlich. 

Die EU hätte die Möglichkeit einen Anfang zu wagen, wenn es nicht dieses völlig undemokratische Konstrukt wäre, mit Einstimmigkeit, Hinterzimmer-Absprachen und Vetorechten. Wachstum kann nicht die Antwort auf die Zukunft sein. Schon gar nicht Wachstum für die einen und Armut für die anderen. Das ist jedem klar, der sich schon einmal ungerecht behandelt gefühlt hat. Wie erklärt man einem Kind, warum die Menschen in einem Land nichts zu essen haben und im anderen werden Tonnen von Nahrungsmitteln weggeworfen? Das verstehe ich leider auch nicht.

Neben den guten Ansätzen von Christian Felber4 zum Postwachstum oder auch Degrowth ist wohl Mut gefragt. Politiker*innen, die eine Vision haben und etwas verändern wollen. Auch gegen Widerstände anderer Parteien und die Interessen der kinderlosen Lobbyisten*innen. Den Mut etwas zu verändern und es vor allem gerecht zu verändern, nicht nur in Deutschland, sondern Global. Es gebe so viele Möglichkeiten dazu. Das Benzin teurer machen, eine Zuckersteuer, eine Kapitalertragssteuer, höhere Erbschaftssteuer, Senkung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel, eine extra Fleischsteuer und gerechte Preise für Landwirte. 

Was könnten wir für ein schönes Leben haben – ich meine alle Menschen – wenn Religion Privatsache wäre, die Wirtschaft dem Menschen dienen würde, die Gier als Straftat behandelt werden würde,  die Maslowsche Bedürnishierarchie (5)  auf der ganzen Welt für alle erfüllt ist und Unrecht  ein Relikt der Vergangenheit wäre. Eine Welt, in der die eine Hälfte eben nicht im Luxus lebt, während die andere kaum weiß, woher sie Trinkwasser oder etwas zu Essen bekommen kann. Sondern alle friedlich zusammen leben. Wo wir nicht Leben um zu arbeiten sondern arbeiten um zu leben.Utopisch? 


  1. https://brf.be/national/1486937/
  2. https://www.merkur.de/leben/geld/renteneintrittsalter-rente-eintritt-beitraege-geld-ruhestand-rentenversicherung-renteneintritt-zr-91929140.html
  3. ZEIT Magazin no. 47 vom 17.11.2022 – Johanna Roth „Das Monster schläft nie“ Seite 36
  4. https://www.oekorausch.de/wirtschaft-ohne-wachstum/ und https://christian-felber.at/christian-felber/
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bedürfnishierarchie

Haben Sie schon etwas von der UN-Biodiversitätskonferenz in Montreal gehört?

Leider ist es wichtiger einen LNG-Terminal zu eröffnen und mit einem riesigen Medienaufgebot einen Steg mit honorigen Gästen einzuweihen – die Ampelspitze war vor Ort – als über das massenhafte Aussterben von Tierarten zu schreiben. Das Thema wurde in der letzten Woche nicht besonders häufig erwähnt. Ist ja auch sperrig. Schon der Name ist Grund genug, nicht darüber zu berichten. Im Vorfeld der Konferenz – der Biodiversitätskonferenz – gab es die Frankfurter Erklärung. Dort haben zahlreiche Wissenschaftler zum „Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft“ aufgerufen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber selbst wenn die mangelnde Aufmerksamkeit für die Konferenz ein Indiz dafür wäre, das dort bahnbrechende Fortschritte gemacht werden würden. Mehr Konjunktiv geht nicht. Sind meine Erwartung an diese Konferenz nicht besonders hoch.

„Wir brauchen dringend eine entschiedene Trendwende – hin zu einer Wirtschaftsordnung, die für die Nutzung der Natur einen angemessenen Preis aufruft – nicht nur monetär. Nach der ernüchternden Bilanz des kürzlich zu Ende gegangenen Weltklimagipfels in Sharm-el-Sheikh gilt dies umso mehr für den Weltnaturgipfel in Montreal, der kommende Woche beginnt.“

https://frankfurter-erklaerung.eu

Klimaziele werden seit Jahren verfehlt und ich befürchte, das auch diese Konferenz nur eine Absichtserklärung abgibt. Viel Glück.

Und noch einer!

Es sind so viele, das es unmöglich erscheint sich diese Zahl vorzustellen. 2.800.000.000 (1) Plastikbecher pro Jahr. 2,8 Milliarden. Kann ich damit ein Fußballstadion füllen? Den Mond bedecken? Ein Kreuzfahrtschiff zum Sinken bringen?

Un noch einer. Plastikbecher in einem Mülleimer.
Und noch einer mehr auf den Haufen. Zu viele davon. Absolut zu viele davon. Foto: Markus Hansen

Es ist gut, das es Alternativen gibt, aber reicht das? Seit dem 3. Juli sind viele Plastikteile verboten (2), aber ob das greift? Das Umdenken dauert oft so lange, und wie das Bild zeigt gibt es noch jede Menge von diesen Problemfällen.


  1. https://m.tagesspiegel.de/politik/2-8-milliarden-einwegbecher-im-jahr-coffee-to-go-soll-bald-ohne-muell-funktionieren/24365980.html
  2. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/einwegplastik-wird-verboten-1763390

Weitere Bilder gibt es auf der mhblog-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Gewinne, Gewinne, Gewinne – Werbung ist…

Das Leben ist absurd und vieles in der Wirtschaft ist mehr als absurd, wie z.B. der Handel mit Derivaten. (1) Eine wirklich, wirklich absurder Teil des Kapitalismus  ist die alles durchdringende  Werbung, die uns mit Anzeigen, Flyer, Filme, Plakate und jede Menge anderes Zeug anschreit und seufzend um flüchtige Aufmerksamkeit buhlt. Sie will manipulieren, einen Kaufreflex auszulösen. Mit Hilfe von dummen Bildern.

Zum Beispiel: Die Produktion von Erdbeerjoghurt, der von einer hübschen Frau in ihrer Küche hergestellt wird , mit schöneren Erdbeeren, in einer Holzschüssel, in aller Ruhe und ganz alleine.

Werbung ist der Handlanger des Kapitalismus. Wir müssen Konsumieren, am Besten auf Pump. Immer mehr besitzen und anhäufen, bis jeder Raum und jeder Schrank voll ist mit nutzlosen Produkten. Schauen Sie ruhig mal bei sich in den Schrank oder in die Kommode. Unternehmen, die etwas herstellen, müssen diese verkaufen um Geld zu verdienen. Um die Produkte an den Mann und an die Frau zu bringen werben sie für ihre Produkte. Aber was ist, wenn alle so ein Produkt besitzen? Dann muss ein neues Produkt her, das etwas kann, was das alte nicht kann und schon wird ein Bedürfnis erzeugt. Das alte Produkt landet im Müll, wird verkauft oder kommt in eine Schublade und das Spiel beginnt von vorne.

Das alles dient dem Zweck, uns daran zu hindern zu leben ohne sinnlosen Überfuß. Ohne Ballast. Wünsche wecken und den Geist betäuben.

„Zu den Hauptgründen für Galbraiths Unbehagen gehörte seine Beobachtung, dass die amerikanische Nachkriegsgeneration ein scheinbar grenzenloses Verlangen danach hatte, unnötige Dinge zu kaufen. Nach seiner Überzeugung waren die materiellen Bedürfnisse der meisten US-Amerikaner etwas ebenso «Hergestelltes» wie die Produkte, die sie kauften, um diese Bedürfnisse zu stillen. Weil die existenziellen Grundbedürfnisse der meisten Menschen problemlos befriedigt werden könnten, verlegten sich, so seine These, die Hersteller und die Werbebranche darauf, neue künstliche Bedürfnisse zu wecken, um das Hamsterrad der Produktion und des Konsums am Laufen zu halten, anstatt dass die Menschen ihre Ressourcen in die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen investierten.“ (2)

Das also Unternehmen für ihre Produkte werben ist die eine Sache, die andere ist ein Unternehmen zu gründen, das nur darauf gründet, Werbung zu zeigen und zwar so dicht am Kunden wie es geht. Google und YouTube haben im analogen Sinne einen Marktplatz erbaut, zu dem so viele Leute kommen, das die Unternehmen unbedingt dort ihre Produkte zeigen müssen, damit es sich lohnt und es lohnt sich – für Google und YouTube.

„Der Werbeumsatz von YouTube, das zu Google gehört, betrug im Jahr 2019 rund 15 Milliarden Dollar.“ (3)

In unserer Gesellschaft gibt es diesen absurden Zusammenhang zwischen Geld und Macht. Wer von dem einen viel sein eigen nennt, bekommt das andere als Bonus dazu. Diese Macht in den Händen von Menschen, denen es vornehmlich darum geht, die geschenkte Macht auszubauen um dann noch mehr Geld zu erwirtschaften um dann noch mehr … ist es deutlich geworden? Der Einfluss der werbebasierenden Dienste wie Facebook  und Twitter auf politische Wahlen ist in den letzten Monaten mehr als deutlich geworden und es ist keine gute Entwicklung, wenn einzelne Unternehmer so viel Einfluss auf die Meinungsbildung der Öffentlichkeit besitzen.

So erscheint der massive Versuch von Amazon sich als toller Arbeitgeber in Anzeigen und Werbefilmchen zu präsentieren das perverse der Werbung zu offenbaren. Amazon wird beschuldigt, in den USA schwangere Frauen gefeuert zu haben, weil diese zu oft auf dem Klo waren. (4) Das erinnert sehr an das „Neusprech“ aus Orwell‘s Roman 1984. Es ist die Grundlage für die Werbung „Extraportion Milch“ in der Kinderschokolade, „Freude am Fahren“ bei BMW.
Die ganzen Wir-kümmern-uns-darum-Versprechen von Banken, Versicherungen und anderen Dienstleistern. Baumärkte, die mit Beratung werben, aber wann findet man so einen Mitarbeiter in den unendlichen Weiten dieser Regalwelt?
Grob vereinfacht lässt sich sagen, das mit Halbwahrheiten und/oder dem Verschweigen von Fakten viele Menschen viel Geld verdienen.

„Im Jahr 2019 wurden laut Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. rund 4,4 Milliarden Euro durch Fernsehwerbungeingenommen. “ (5)

Hat die Omnipräsenz der Werbung nicht schon längst ihre Wirkung verloren? Alles wird durch Werbung unterbrochen. Das Fernsehprogramm, Filme bei YouTube oder im Fernsehen, Spiele, Apps, Zeitungsartikel und Werbung an Bushaltestellen, Häuserwänden und Displays durchbrechen die Umgebung.

Werbeplakat für Zigaretten für mehr Konsum
Sinnfreier Stromverbrauch, gesundheitsschädliches Produkt und völlig dämlich.

Was Unternehmen bezahlen, um ihre Produkte zu vermarkten ist unfassbar.

„41.700 Euro für 20 Sekunden: Die „Tagesschau“ ist aus Werbesicht die teuerste News-Sendung. „RTL Aktuell“ nimmt mit 20.000 Euro nur halb so viel pro 20-Sekunden-Spot ein.“ (6)

Wer immer „Wolf“ ruft, dem glaubt man nicht mehr, wenn der Wolf dann vor der Tür steht.
Es ist zu viel, es ist zu schlecht und möglicherweise ohne Wirkung. Ironisch ist, das viele Apps den Benutzer zum Kauf der Vollversion anregen, indem sie auf die Werbefreiheit hinweisen, wenn man die App bezahlt. Das Abschalten der Werbung ist eine Befreiung und damit ein Feature?

Die Suchanfragen bei Amazon, Google oder Zalando werden zum hoffentlich ersehnten Wissen über die Wünsche des potentiellen  Kunden durch Algorithmen untersucht. Damit soll dann das  Konsumverhalten, die Kaufabsichten  oder einfach nur ein Interesse  dem Unternehmen noch vor dem Kunden klar sein um ihm dann mit der passenden Werbung traktieren zu können. Es lebe der Algorithmus und es macht deutlich, warum das Tracking, das bei einigen Smartphones jetzt werkseitig abgestellt ist, die Werbebranche so verletzlich erscheinen lässt. (7)

Das perfide an den Werbeabteilungen ist, das einverleiben von Trends als Verkaufsargument um das möglicherweise schlechte Gewissen der Konsumenten zu beruhigen. Jetzt ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Dann bewegt sich auch etwas und die Produkte haben weniger Plastik, oder die Verpackungen sind zu einem großen Prozentsatz recycelbar oder wiederverwertbar, was nicht das selbe ist. So wird Umweltschutz ein Verkaufsargument, dabei besteht die Gefahr, das der Umweltschutz und die ernsthafte Beschäftigung mit Nachhaltigkeit aufgeweicht wird wie Fahrstuhlmusik den Genuss von Musik aufweicht oder verflacht. Ich kann weiterhin viel kaufen, es ist ja umweltschonend. Nein! Besonders bescheuert war die Werbung, die das Schützen des Regenwaldes und das saufen von Bier in einer unfassbar dummen Kombination beworben hat. Erfreulicher weise wurde der Blödsinn verboten. (8)

Erich Fromm schrieb schon 1974  folgendes:

„Unser heutiges Leben in der Industriegesellschaft arbeitet fast ausschließlich mit derartigen «einfachen Reizen». Stimuliert werden dabei Triebe wie sexuelles Begehren, Gier, Sadismus, Destruktivität und Narzißmus. Vermittelt werden diese Reize durch Filme, Fernsehen, Radio, Zeitungen, Magazine und den Gebrauchsgütermarkt. Im großen und ganzen beruht die gesamte Reklame auf der Stimulierung von Wünschen, die durch die Gesellschaft erzeugt werden. Der Mechanismus ist immer der gleiche: einfache Stimulation direkte und passive Reaktion. Hierin liegt der Grund, weshalb die Reize sich ständig ändern müssen, um nicht ihre Wirkung zu verlieren. Ein Auto, das uns heute aufregend erscheint, wird uns in einem oder zwei Jahren langweilig vorkommen — deshalb muß man sich auf der Suche nach neuer Erregung ein anderes kaufen. Ein Ort, den man gut kennt, wird automatisch langweilig, so daß man sich Erregung nur dadurch verschaffen kann, daß man verschiedene Orte aufsucht, und zwar so viele wie möglich auf einer Reise. In einem solchen Kontext müssen die Sexualpartner ebenfalls gewechselt werden, wenn sie einen Reiz ausüben sollen.“ Erich Fromm „Anatomie der menschlichen Destruktivität“, 1974

Wo soll die Reise hingehen, wenn der Reiz drastischer werden muss, um noch Gehör zu finden? Klingeln Jeff und seine Freunde bald an der Haustür, wie früher die Staubsaugervertreter und Hausierer? Sollten alle Produkte nur Wahrheitsgemäß beworben werden? Marktanteile können auch gewonnen werden, wenn ein Unternehmen gute Produkte herstellt, Steuern zahlt, seine Arbeitnehmer und die Umwelt fair behandelt. Weniger unrealistische Versprechungen scheinen keine großen Gewinne zu generieren, aber vielleicht ist die Richtung vernünftig.

Minimalismus ist auch ein Trend. Weg vom Auto, hin zum Fahrrad. Selber kochen statt TK-Pizza. Die Macht des Verbrauchers ist genauso groß wie die heterogene Meinungsvielfalt und das macht es nicht leichter die Richtung zu finden, die es braucht um die Anzahl an Missständen und Ungerechtigkeiten zu minimieren.

Klar ist eines, Wachstum um jeden Preis und jedes Jahr lauter, bunter und dümmer erscheint keine große Verlockung für die Zukunft.


  1. https://www.finanzfluss.de/geldanlage/derivate/
  2. James Suzman „Sie nannten es Arbeit – Eine andere Geschichte der Menschheit“ C. H. Beck, 2021 – Seite 316
  3. Die ZEIT – No 6 – 4. Februar 2021 – Seite 1 – „Geld und Ohnmacht“ von Heinrich Wefing
  4. https://www.sueddeutsche.de/bayern/vorwuerfe-gegen-amazon-regelrecht-ausgeliefert-1.2666594-2
  5. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76850/umfrage/einnahmen-am-tv-werbemarkt-seit-1998/ und siehe 9
  6. https://www.focus.de/kultur/kino_tv/welcher-sender-ist-wertvoller-werbung-vor-news-soviel-kostet-ein-spot-vor-der-tagesschau-und-vor-rtl-aktuell_id_4485273.html
  7. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/apple-tracking-faq-101.html
  8. https://www.spiegel.de/panorama/verbotene-werbung-kein-schlueckchen-bier-fuers-stueckchen-urwald-a-202575.html
  9. https://www.heise.de/news/Verband-Umsatz-mit-Online-Werbung-knackt-4-Milliarden-Marke-5077251.html?wt_mc=nl.red.ho.ho-nl-daily.2021-03-11.link.link

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Identitäts-Lyrik

Einsam und verlassen
Dennoch unter Tausenden
In Zelten
Im Schlamm
Bittere Kälte
Ohne Essen

Halt, was schreiben sie denn da?

Ein Gedicht über die Flüchtlinge auf Lesbos und die armen Menschen vor den Toren der EU, wieso?

Na hören sie mal, haben sie denn schon mal mit einem Flüchtling gesprochen?

Nein, aber die Dokumentationen im Fernsehen,…

Waren sie schon mal auf der Flucht?

N-nein , wieso?

Na, sie sollten so etwas nur schreiben, wenn sie es auch mal erlebt haben. Sonst schreiben sie etwas, das gar nichts mit ihrer Identität zu tun hat.

Aber ich versuche doch, mich da hinein zu fühlen,…

Das ist sehr freundlich, aber wie lange leben sie schon hier in diesem fetten, reichen Land?

Schon immer.

Sehen sie, sie können das also nicht nachempfinden, wie es ist, wenn man alles verliert, vom Tod bedroht wird, auf der Flucht ist und dann in Lager abgeschoben wird und in Zelten bei bitterer Kälte leben muss. Wenn man nicht weiß, wie die Zukunft wird. Fatalistisch von einem Tag zum anderen hungert.

Aber ich kann es mir vorstellen.

Das sollten sie den Menschen überlassen, die es erlebt haben. Schreiben sie doch über Corona, da sind sie doch nah dran.

Das stimmt, aber ich hatte es noch nicht und kenne auch keinen der das hatte.

Ach so, verstehe. Dann schreiben sie doch über ihren Alltag, sie können keine Konzerte besuchen, kein Schwimmbad, nicht verreisen, nicht shoppen gehen. Sie haben haben praktisch nichts.

Ok,
einsam mit Netflix und Klopapier
Sitze ich eine tiefe Kuhle in mein Sofa
Die Waage zählt freudig meine Kilo, jeden Morgen
116 117 verschiebt mich in die Warteschleife
Die Nachrichten addieren die Neuinfektionen
Masken
Lockdown
Das kenn wir schon.

Ja, ganz nett. Klingt authentisch. Also Finger weg von Themen, die nichts mit ihrer Identität zu tun haben.


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