In Belarus ist der Teufel los, in Mali gar ein Militärputsch. Corona hat uns fest im Würgegriff und eine Nachricht lässt viele Menschen jede Woche darauf hoffen, das sie dem ganzen Alltagseinerlei entfliehen können. Einer kann gehen, wenn er den richtigen Zettel hat.
Diese Sequenz entlässt einen von uns aus dem Hamsterrad. Ein glücklicher Mensch, der sich vom Arbeitsplatz erhebt und der realen Welt entrückt. Von nun an bei jeder Anekdote in der eine dieser Zahlen Erwähnung findet, feuchte Augen bekommt und dem Gesprächspartner unterbricht, um ihm zu erläutern, was diese genannte Zahl für ihn bedeutet.
Wenn es die richtigen Zahlen sind, dann kann einer gehen. | Foto: Markus Hansen
Allerdings kann dieser Mensch auch der unglücklichste Zeitgenosse werden. Alle Arschlöcher sind ab heute seine Freunde, überall soll er mal etwas ausgeben und in jede blöde Idee investieren.
Wie auch immer, jede Woche kann es einen Treffen. Ein armer Mensch, der überfordert vom Glück oder Pech ist. Der nun auf sein Geld aufpassen muss und sich aber vielleicht weniger Sorgen machen muss oder mehr oder beides.
Zum Glück spiele ich nicht.
Weitere Beiträge gibt es auf der mhblog-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.
Der Suizid ist für viele der einzige Weg aus ihrem ganz persönlichem Drama. Der Tot scheint alles zu lösen und könnte eine Befreiung sein. Vielleicht. Den Schienensuizid wählten mehr als 690 Menschen im Jahre 2023. Mehr, weil 97 Versuche nicht tödlich endeten. Ungefähr 1000 Menschen wählen den Todessprung. Die folgende Geschichte ist frei erfunden und soll alle vom Suizid abhalten.
Jetzt ist es zu dunkel – Markus Hansen
Den ganzen Tag ist das Oberlicht weich und grau. Ich drehe mich in meiner kleinen Wohnung um mich selbst. Es ist zum vom Balkon springen. Aber was dann? Jetzt nichts und dann nichts. Trotzdem zieht es mich zum Fenster. Feststellung: Ganz schön hoch. Da ist das Ende sicher. Kann auch kein Laster kommen, der Matratzen oder Kakteen geladen hat, die mich dann retten oder die Qual verdoppeln würden. Sichere Sache.
Abstand vom Glas. Den ganzen Morgen schon zerschneidet ein blöder Laubbläser mit seinem kakophonischen Geplärre mein Hirn.
Hinaus gehen.
Hin gehen.
Dem Bläser eine Ohrfeige verpassen, das Ding auf dem Boden zertrümmern und dabei wie wild schreien: „Warum nehmen sie keinen Rechen?“. Das wäre was. Lieber nicht.
So viele Geräusche die mich belästigen. Autos, Motorräder, LKW‘s, Kindergeschrei, Hundegebell, Flugzeuge und eine Baustelle mit Presslufthammer und Stromgenerator. Großstadt. Das Haus ist auch so hellhörig. Komisches Wort. Jedes Türschließen ist zu hören. Schritte über mir. Doch der Balkon? Unsicher.
Bin schon recht lange da. So richtig ein Highlight ist das Leben nicht. Also kein zwingender Grund, das noch in die Länge zu ziehen. Wie ein Film im Kino, den man nicht gesehen hat und die anderen, die ihn gesehen haben, sagen: „Hast nichts verpasst.“
Am Ende ist es ja doch vorbei. Nachher denkt man sich, dafür hätte ich jetzt nicht bleiben müssen. Also, verpasst hätte ich nichts. Aber dann dauert es doch noch mal dreißig Jahre — das kann schon lang werden. Ja, jetzt kommt noch die Müllabfuhr. Vielleicht sollte ich die alle zu mir einladen. Dann können die ihren Krach hier machen und ich gehe dann so lange raus. Hier liegt gar kein Laub. Da unten auch nicht.
Ob es heute noch regnet?
Das wäre ja auch wichtig zu wissen. Noch ist es trocken. Laut einer Webseite haben es heute schon 2000 Menschen beendet, ihr Dasein. Dasein mit Totsein getauscht. Wie es denen wohl jetzt geht? Sagen die: „Super, warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht?“ oder „Ach nee, das hat sich nicht gelohnt.“
So eine Webseite, wo die mal ihre Erfahrungen hineinschreiben, das wäre gut. So mit Sternen und Rezensionen. Das wäre hilfreich. Obwohl, dann sind die Rezensionen gekauft und am Ende ist es ganz anders. Ist ja auch so schrecklich subjektiv, der Tod.
Echt schwer das Leben. Diese ganzen Entscheidungen. Mach ich das oder das und am Ende ist es auch egal. Ist immer die falsche Wahl. Wie beim Einkaufen. Ich stehe immer an der falschen Kasse. Dann ist die Bonrolle alle, oder die Kassiererin hat Schichtende oder der Kunde vor mir hat seinen Bon kontrolliert und es wurde ihm für die Katjes-Tüte der reguläre Preis berechnet, nicht der Angebotspreis.
Überhaupt, Schlange stehen. Das ist echt die sinnloseste Erfindung. Wo es überall Schlangen gibt, unbegreiflich. Haben die alle kein zu Hause? Kino, Supermarkt, Eisdiele, Museum, Arbeitsamt, Zulassungsstelle, Recyclinghof, Kantine, Bankschalter, Postschalter, hör mir auf. Das Leben ist Schlange stehen und danach die falschen Entscheidungen bereuen. — Oh, Mann.
Jetzt ist aber auch schon zu dunkel. Da sehe ich ja nichts. Womöglich treffe ich noch jemanden. Womöglich noch einen Bekannten. Das wäre mir peinlich. Dann dieses Schweigen. „Was machst Du so?“ „Nichts besonderes, und Du?“ Schrecklich. Ich gehe ins Bett. Morgen habe ich eh mehr Zeit.
Sie finden die AfD blöd und verabscheuen die Rechten mit ihren steckengeblieben Feindbildern und ihrer Stammhirnrethorik?
Sie haben nichts gegen andere Ethnien und Hautfarben? Das ist erfreulich, trotzdem könnte in ihnen ein Rassist stecken, ganz tief drinnen.
Über Rassismus ist neben Corona und dem Klimawandel online und offline gerade viel zu lesen, zu hören und zu sehen. In der Anstalt vom 14.7.2020 war es Thema und auch das Dossier der ZEIT (Nr.30 vom 16. Juli 2020) beschäftigt sich damit.
Ich halte mich natürlich nicht für einen Rassisten, aber nach der Sendung musste ich feststellen, das ich auch solche Fragen stelle, wie „Wo kommen Sie denn her?“.
Und die Fragen aus dem ZEIT-Dossier wie zum Beispiel: „Wann hattest du zum ersten Mal ein Lehrer, der die selbe Hautfarbe hatte wie du? (1) oder „ Wann hast du zum ersten Mal einen Film gesehen, indem der Hauptdarsteller die selbe Hautfarbe hatte wie du?“ (1) Ja, meine Kindheit, Schulzeit, Studium, alles rein weiß.
Im Dossier wird ein Test von der Havard Universität beschrieben, um festzustellen, ob man unterbewusst Vorbehalte gegen andere Gruppen hat. Ich habe ihn gemacht. Zugegeben, ich war vorbereitet, durch die Lektüre und die Kabarettsendung, trotzdem hatte ich durchaus Befürchtungen.
Das Ergebins des IAT-Tests – Screenshot der Webseite.
Das Ergebnis beruhigt mich und trotzdem bin ich erstaunt, wie weiß gestrichen mein Leben in vielen Bereichen ist. Fast meine gesamten Bücher sind von weißen verfasst.
„ Die Offenheit gegenüber Menschen, die anders aussehen als man selbst: man kann sie trainieren wie ein Muskel.“(1)
Fangen wir alle mit dem Training an!
(1) DIE ZEIT Nr.30 – 16.7.2020 – Dossier – Seite 14 – „Wie rassistisch sind Sie?“ von Bastian Berbner
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„Es ist weder rechtens noch vertretbar, dass ein Jeffrey Bezos von Amazon heute ein Nettovermögen von 161 Milliarden Dollar besitzt.“
Jeffrey Sachs „Engagierte Bürger, bitte!“ DIE ZEIT No. 29 / 9. Juli 2020 / Seite 21
Auf einer Wiese. In der Sonne. Ein Bier in der einen, die Grillzange in der anderen Hand. Hungrige Freunde sind auch dabei. Die Familie. Aber es schmeckt gerade nicht so, oder? Es hat so einen Nebengeschmack von Ausbeutung, von Mensch- und Tierquälerei. Schon vor Jahren waren bzw. sind die Zustände in der Fleischverarbeitung bekannt und trotzdem kauen alle weiter an ihrem Schnitzel herum. Sigmar Gabriel beschreibt es so:
„Bei Tönnies mag nicht alles gut sein, aber es ist besser als noch vor fünf Jahren, als Gabriel dessen Fabrik besucht hat, weil er die deutsche Fleischindustrie damals nach Lektüre einer ZEIT-Reportage von Anne Kunze für „eine Schande“ hielt. Danach habe sich einiges gebessert, sagt er.“
DIE ZEIT Nr. 29 / 9. 7.2020 / Seie 2 / „Männer in Not“ von Bernd Ulrich
Die Bezahlung war ebenfalls unter aller Sau.
„Nach Schätzungen der Gewerkschaft NGG erhalten die Werkvertragsarbeiter in Deutschland durchschnittlich 4 bis 5 Euro je Stunde.“ (1)
Das die Tiere gequält werden ist schon schrecklich genug, das wir aber immer noch – immer noch – Menschen wie Sklaven behandeln, nicht nur in Deutschland, sondern überall, das ist unfassbar. Werksverträge sind die Ketten von heute. Grundsätzlich ist eine Fleischindustrie wie die jetzige gar nicht nötig. In Deutschland fressen sowieso zu viele zu viel von den Vier- und Zweibeinern. Wir brauch das nicht. Es geht nicht darum, alle zu Vegetarier zu machen. Per Gesetz. Oder doch?
Aber wenn billiges Fleisch und täglicher Konsum dazu führt, das die Gesellschaft dick und krank wird, wenn das Herstellen dieses Lebensmittels den Boden und die Gewässer verseucht und die Tiere krank macht, wenn also eigentlich alles, was Fleischkonsum per se bedeutet nicht gut für uns – den Menschen – ist, dann ist es doch unvernünftig jeden Tag Fleisch zu essen!
Und trotzdem!
Vom Jahre 2000 bis zum Jahr 2015 hat sich nach all den Fleischskandalen wie zum Beispiel Gammelfleisch mit neuen Etiketten oder Pferdefleisch in Fertiggerichten viel in der Gesellschaft getan. Ein Umdenken hat sich breit gemacht und in dem oben genannten Zeitraum wurden ganze 700 Gramm pro Kopf und Jahr weniger Fleisch gegessen. Das ist mal eine Zahl. Multiresistente Keime gibt es wohl auch im Kopf vieler Menschen.
So viel Schwein!
Ein Glückliches Ferkel. – Foto: Markus Hansen
Von den üppigen 61 Kilo Fleisch pro Kopf im Jahr sind fette 37,5 kg (2) vom Schwein, ausgerechnet. Um das alles Gierfähig zu machen, müssen die Kosten klein gehalten werden, das bedeutet, billiges Futter für unser billiges Futter. Der Schweinefrass vernichtet lebenswichtige Waldflächen in Südamerika (3) und anderswo.
„Am rasantesten war die Ausweitung der Anbauflächen in Südamerika. In Argentinien hat sich die Soja-Anbaufläche zum Beispiel seit 2000 um über 190 Prozent auf heute etwa 17 Mio. Hektar ausgeweitet: in Brasilien um über 160 Prozent auf heute etwa 22 Mio. Hektar. Das ist mehr als die gesamte Fläche von Portugal und Ungarn zusammen. Wertvolle und oftmals einmalige Lebensräume wurden hierdurch zerstört. So zum Beispiel die Trockenwälder des Chaco oder die Nebelwälder Argentiniens, die zu den am meisten gefährdeten Landökosystemen der Erde gehören. In Brasilien sind insbesondere die Savanne – der Cerrado – sowie der tropische Regenwald des Amazonasgebiets betroffen.“ (3)
Die Schweine selbst werden in unwürdigen Verhältnissen gemästet und mit viel Antibiotika beglückt. Logisch, da sie ja in so bescheuerten Ställen mit wunden Klauen – ob der tollen Spaltenböden – in ihrer eigenen Scheiße stehen, werden sie öfter krank, dann gibt es lecker Antibiotika für alle. An der Situation, die ja das Problem ist, etwas zu ändern, schmälert den Gewinn und scheidet damit aus.
Wenn das arme Soja-Antibiotika-Schwein sein kostendeckendes Gewicht erreicht hat, macht es einen Ausflug, der auch großen Stress für die Tiere bedeutet. Dann kommen die anderen armen Schweine, die sie für wenig Geld in 10-14 Stunden-Schichten schlachten und zerlegen.
Schweinehälften im Kühlraum bei der Wurst- und Fleischspezilitäten GMBH in Ludwigslust am 12.09.06
Nach jahrelangem Streß im Stall, krank, voller Antibiotika und Soja, nie einen richtigen Schweinestall gesehen, sich nie im Schlamm gesuhlt und wenn es Pech hat, wird es ohne Betäubung geschlachtet (4) – denn auch die anderen armen Schweine haben Streß. Liegt ein Teil davon auf dem Grillrost, von dort auf dem Pappteller und in uns. YamYam.
Fleischkonsum ist ungesund und unnötig. Jeder sollte sich fragen, ob es wirklich jeden Tag Fleisch auf dem Teller geben muss? Wir quälen Tiere, neben den Schweinen auch die Hühner, Puten, Fische und Rinder. Wir betreiben weltweite, industrielle Umweltverschmutzung, durch das Roden der Wälder, das vergiften der Böden und Gewässer durch die Gülle und vergiften das was wir essen und das worin wir leben. Das ist Menschenunwürdig, nicht nur für das Schwein.
Klima, Corona, Rassismus, Ungerechtigkeit, Verkehr, Bildung, Gesundheit, Kriege, Umweltkatastrophen, Religion, Gewalt, das sind alles Baustellen unserer Gesellschaft. Das sind wichtige Themen und sie hängen zusammen, sie fließen ineinander und auch wieder zurück. Die meisten dieser Themen beschäftigen uns nicht erst seit heute. Schon Anfang der 1970er Jahre hatte der Club of Rome eine Studie veröffentlicht, deren Kernaussage lautet:
„Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“
Schlussfolgerung aus: Die Grenzen des Wachstums des Club of Rome 1971
Das bedeutete, viel Zeit bleibt nicht, denn das ist schon fünfzig Jahre her und eigentlich machen wir immer noch alles so wie vor 50 Jahren. Wir fahren Auto – und zwar noch viel mehr, wir fliegen – auch das häufiger, wir verpesten die Umwelt und führen Kriege. Yeah!
Alles ohne Wirkung
Was bewirken all die Texte, die schon vor hunderten von Jahren geschrieben wurden um zu einem Umdenken in der Gesellschaft zu kommen? Angefangen bei Morus Utopia, über Paine, Spence, Fromm, Gruen, Rogers, Ahrendt, … Ich sollte eine Liste machen. Diese Texte werden publiziert, wenn sie Glück haben diskutiert und dann ignoriert. Wie famos.
Kacynski. Der hat es anders gemacht, aber das Ende ist das Gleiche. Woran liegt es, das es der Menschheit so schwer fällt, gute und konstruktive Ideen anzunehmen?
Jahrhunderte lang wurde den Menschen eingeredet, sie müssen den Regeln der Kirche folgen um in den Himmel zu kommen. Das Ergebnis waren Menschen, die sich wie Lämmer durch ihr Leben schieben ließen. Sie gehorchten, arbeiteten, zahlten Steuern und zogen für den blöden König in den Krieg. In der Industrialisierung das Gleiche noch mal von vorn, dieses mal aber für den fröhlichen Fabrikbesitzer und das Vaterland.
Arbeit, welch glanzvolle Erfindung. Wie konnte Arbeit so eine verklärte Tugend werden?
„Würde die Arbeiterklasse das Laster, das sie beherrscht und ihre Natur erniedrigt, aus ihrem Herzen reißen und sich nicht in ihrer furchtbare Kraft erheben, nicht, um die >>Menschenrechte<< einzufordern, die nichts weiter sind als die Rechte der kapitalistischen Ausbeutung, und nicht, um das >>Recht auf Arbeit<< einzufordern, das nichts weiter ist als das Recht auf Elend, sondern um ein ehernes Gesetz zu schmieden, das jedem Menschen verbietet, mehr als drei Stunden am Tag zu arbeiten, so würde die Erde, die alte Erde, beben vor ausgelassene Freude, spüren, dass sich in ihr ein neues Universum rührt…„(1)
„Das Recht auf Faulheit“, auch von zu wenig Menschen gelesen. Die breite Masse hat die gleichen Assoziation bei dem Wort „Faulheit“ und sie stimmen auch mit der noblen Vorstellungen über das Wort „Arbeit“ überein. Geschenkt.
Überwachungsbilder der Stasi. – Foto: Markus Hansen – Runde-Ecke-Leipzig
Wenn sich ein Teil der Menschen mal ein Buch vornimmt und die darin beschriebene neuen Ideen verwirklichen, dann kann das Geschriebene einiges bewirken. Doch wie das Christentum oder der Kommunismus wunderbar zeigen, bleibt am Ende nicht viel vom Original übrig, wie die Reste eines Apfels.
Entweder werden die Ideen ignoriert oder pervertiert. Schade.
Sozialismus und Kommunismus sind gescheitert. Warum? Hier eine These: Die Idee, das alle gleich sein sollen ist gut, finde ich auch, aber sie ist eben auch absurd. Niemand ist gleich. Nicht mal der eigene Sohn ist doch dem Vater gleich.
Dazu kommt noch, das es „das Volk“ oder „die Gesellschaft“ nicht gibt. Wenn eine Minderheit, und es sind immer Mindeheiten, einen Staat stürzt um einen neuen „besseren „ zu errichten, dann ist diese Minderheit von vielen Menschen umgeben, die die Idee vielleicht gut finden, aber einige Punkte anders sehen. Diese sind dann die Staatsfeinde oder Terroristen von morgen und wie mit diesen Umgegangen wird, hat sich bis heute nicht geändert.
Daraus folgt, das jedes neue System, das von oben oder unten auf die breite Masse aufoktroyiert wird, mit Waffen und Gewalt auf Line gebracht oder gehalten werden muss. Das war bzw. ist bei den Nazis, den Kommunisten in Russland, China und Kuba so und auch in der DDR. (2)
So kann die Idee noch so verlockend nach Paradies riechen, am Ende schmeckt sie wie der Küchenboden einer Eckkneipe.
Änderungen im demokratischem Umfeld haben die Möglichkeit sich durchzusetzen, da sie von einer möglichen Mehrheit getragen werden, bzw. sich als neue „Normalität“ durchsetzen. Allerdings dauert das sehr lange.
Die Kernenergie zum Beispiel. Das Image ist im laufe der Zeit bei der Bevölkerung – steter Tropfen höhlt den Stein – in den Minusbereich gesunken. Heute sind die meisten Menschen gegen Atomkraftwerke (3). Andere Beispiele für langfristige Änderungen sind unter anderem vegetarisches Essen, Homosexualität und Umweltschutz – nicht das sie voll akzeptiert sind, aber es ist eine größere Anerkennung innerhalb der Gesellschaft zu erkennen. Solche Veränderungen wachsen innerhalb der Gesellschaft wie ein Spitzahorn. Die Demokratie ist leider nicht davor gefeit, wen die Menschen an ihre Spitze wählen und dann können sich langjährige Errungenschaften mit der Bekanntgabe des Wahlergebnis in nichts auflösen.
Der Souverän entscheidet sich gerne für die einfachen Lösungen auf die komplexen Probleme dieser Zeit, was aus solchen Lösungen wird, sieht man in den USA. (4,5,8)
Proteste wie die Friday for Future haben viel Potential die Ansichten zu einzelnen Themen innerhalb der Bevölkerung zu verändern, oder auch die „Black Lives Matter“- Bewegung, die Europa erreichte um auch hier auf Misstände aufmerksam zu machen und hoffentlich Änderungen herbeiführt.
Was haben wir?
Jede Menge Probleme, zahlreiche Bücher zur Verbesserung der Gesellschaft, die ein karges, unbeachtetes Dasein in dunklen Archiven fristen, die langsame Demokratie mit Volksvertretern, die entweder trump sind oder durch Lobbyisten verhindert werden und Proteste.
Reicht das? Nein. Wir können noch boykottieren, keine neuen Autos kaufen, kein Fleisch essen (5), Konsum reduzieren, Fahrrad fahren statt tanken, was immer gut ist für die Umwelt. Andere Parteien wählen. Bloß welche?
Der einfache Mensch steht Ohnmächtig vor einem Berg schlechter Nachrichten und Prognosen und wundert sich. Was denkt sich ein polnischer Werksverträgler bei Tönnies, der für wenig Geld im reichen Deutschland Fleisch zerschneidet? Das sich in über hunderten von Jahren nicht viel geändert hat? Recht hat er! Seit über 600 Jahren tanzt der weiße Mann auf Leichenbergen und wirft mit Geld um sich. Ungerechtigkeit ist eine Konstante – und das schon sehr lange.
Für dieses Land heißt das, nicht so viel Versprechen im Wahlkampf, sonst muss ich das noch umsetzen. Es herrscht das Primat der Wirtschaft und die wollen nur Profit, das ist auch eine einfache Lösungen: Hauptsache mir geht es gut.
Frustrierendes Ende. Wir machen etwas, aber nur zögerlich, keinen verschrecken, schon gar keinen Aktionär.
Ich wünsche mir etwas!
Demokratie mit Politikern – besser noch Politikerinnen, die alte Zöpfe abschneiden und das ohne „Basta“-Gedöns. Die sich beraten lassen und der Vernunft folgen und nicht dem Geld. Die Gerechtigkeit leben. Ich wünsche mir Volksentscheide zu wichtigen Themen und das ernsthafte Proteste gehört und wertgeschätzt werden. Am Ende bleibt aber nur:
„Es ist schwer, den Menschen zu helfen, sie selbst sind ihre beharrlichsten Feinde“
Popper-Lynkeus (7)
Quellen
(Kovce, Philip / Priddat, Philip [Hrsg.] „Bedingungsloses Grundeinkommen – Grundlagentexte“ Seite171 / Paul Lafargue „Das Recht auf Faulheit“)
Kovce/Priddat „Bedingungsloses Grundeinkommen – Grundlagentexte – Seite 204 – Josef Popper-Lynkeus „Die allgemeine Nährpflicht als Lösung der sozialen Frage“
DIE ZEIT – 10.6.2020 „Die amerikanische Lüge“ von Kerstin Kohlenberg
Wir sind ein Volk von Sitzsäcken. Die meisten von uns sitzen viel zu lange am Tag auf ihrem Hintern. Dieser wird dann immer breiter und weil wir immer schwerer werden fällt die Bewegung auch schwerer und dann lassen wir es gleich.
Der Tag hat dann diesen Verlauf: Vom Bett zum Tisch, vom Tisch zum Auto, vom Auto zum Bürostuhl, vom Bürostuhl zum Kantinentisch, vom Kantinentisch zum Bürostuhl, vom Bürostuhl zum Auto, vom Auto zum Tisch, vom Tisch zur Couch und von der Couch ins Bett. Sitzen. Sitzen. Und sitzen. Das ist verrückt!
Wir sitzend zu viel. Foto: Markus Hansen
Jahrelang haben wir in der Schule darauf hin trainiert. Dem Sitzen in den Bildungseinrichtungen folgt der Arbeitsalltag und dann, siehe oben.
„Und nach dem Feierabend sitzen wir weiter: Momentan verbringen Erwachsene mehr als die Hälfte ihrer Wachzeit auf Stühlen, Sofas und Sesseln. Wir sitzen im Schnitt 9,3 Stunden am Tag, schlafen aber nur 7,7 Stunden. Und das sind nur Durchschnittswerte. Wer mit Auto, Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, zwölf Stunden im Büro hockt und dann noch zu Hause vor dem Fernseher herumhängt, kommt schnell auf 15 Stunden Sitzzeit oder mehr. „(1)
Das wir uns zu wenig bewegen, belegt die Zahl der übergewichtigen Menschen. Zu Fuß einkaufen. Die Treppen selber bewältigen. Den Bus eine Haltestelle weiter besteigen. Rolltreppen vermeiden. In der Mittagspause zu Fuß in ein weiter entferntes Restaurant gehen. Schon diese kleinen Änderungen können helfen. Zusammen sind die kleinen Einheiten eine gute Basis, denn am Ende zählt die Summe.
Nur ein paar Schritte
Empfohlen werden 10.000 Schritte am Tag, dies zu schaffen, wenn man berufstätig ist, Kinder hat und vielleicht noch zeitintensive Freizeitbeschäftigungen verfolgt, erfordert Disziplin. Aber, wenn man während der Arbeitszeit schon viele Wege gemacht hat, dann sind es am Abend vielleicht nur noch 4000 Schritte, die zur 10.000 fehlen und das ist in einer halben Stunde zu bewerkstelligen.
Diese halbe Stunde ist gut investierte Zeit, auch wenn damit die Zeitspanne auf dem Sofa verkürzt wird. Krankheiten, zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheiten kosten am Ende sehr viel mehr Zeit. Diese Zeit sparst du ein, da du weniger Arztbesuche erledigen – wenn alles gut läuft – und hoffentlich auch nicht das Krankenhaus und anschließend die Reha aufsuchen musst.
Geh einfach ein Stück und dann noch ein Stück, noch ein Stück, bis es Spaß macht. Geh einfach.
Ich muss es schreiben. Ich muss die Serie „WHEN THEY SEE US“ empfehlen. Sie läuft auf dem Streaming-Dienst Netflix. Der Stoff ist unglaublich schwer auszuhalten – es beruht auf einer wahren Begebenheit, was es noch schlimmer macht – schrieb der Stern (1) und es stimmt auf eine beklemmende Weise.
Fünf Kinder werden unter brutalen Verhörmethoden dazu genötigt, die brutale Vergewaltigung an einer weißen Frau zu gestehen. Obwohl alle Indizien, wie DNA-Spuren, Bluspuren und andere Fakten sie entlasten, verurteilen die Geschworenen die fünf Kinder zu hohen Haftstrafen. Eines der angeklagten Kinder nach Erwachsenenstrafrecht, da er 16 Jahre alt war. (Genauere Inhaltsangabe )
Meiner Meinung nach, sollte sich das jeder anschauen, gerade auch wegen des Todes von George Floyd und den aktuellen weltweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Diese Serie von Ava DuVernay (2) läßt mich wütend zurück. Diese unfassbare Brutalität und Ungerechtigkeit. Sie ließ mich mitleiden, sprachlos, erschütternd und traurig werden. Am liebsten wäre ich in den Fernseher gesprungen, um die Leute wachzurütteln und den Jungs zu helfen. Entsetzlich.
Ich möchte nicht zu viel verraten, da ich sonst zu viel über die Polizeiarbeit, die Justiz, die Medien und den Strafvollzug in den USA schreiben müsste – wovon ich überhaupt keine Ahnung habe – aber einen Punkt muss ich erwähnen: Die Rolle von Donald Trump (3), der schon 1989 sein Comingout als Rassist und Menschenfeind hatte. Er hatte damals Anzeigen in Zeitungen geschaltet und die Todesstrafe für die Jungs gefordert.(4)
Wer Netflix hat, der sollte sich diese Serie wirklich anschauen und sich seine eigene Meinung bilden, wer jemanden kennt, der Netflix hat, sollte diesen Besuchen für einen gemeinsamen Fernsehabend bzw. zwei oder mehrere.
Uneingeschränkt sehenswert, aber schwer zu verdauen.
Im Jahre 2009 gab es im Rahmen eines Konjunkturpaketes schon mal eine Abwrackprämie für die Autoindustrie, die dafür sorgte, dass alle Autos verschrottet wurde, eben auch gut erhaltenen Fahrzeuge. Jetzt wollen die Autobauer und die ihnen unterstellten Politiker wieder Geld von uns, um eine Industrie zu retten, deren Verhalten und Gehälter nicht zeitgemäß sind.1 Der Umstieg auf Elektroautos wurde jahrelang verschlafen oder ignoriert und viele neuen Autos sind unsagbar schwer und Energie verschlingend.
Da war doch mal was?
Das Zechensterben der 1970er und 80er Jahre im Ruhrgebiet und anderswo war schmerzlich für tausende von Arbeitnehmern, aber auch hier hatten die staatlichen Subventionen eher eine negative Wirkung auf die Entwicklung – ganz im Gegenteil zum Wortsinn von Subvention (lat. zu Hilfe kommen). Ähnlich könnte es sich mit der Automobilindustrie verhalten. Wer soll die ganzen Autos kaufen? Wo sollen die Autos denn in welchem Stau stehen? Es gibt schon zu viele davon, gerade in großen Städten. Stau, Unfälle, Parkplatznot und jede Menge Luftverschmutzung durch die Abgase und den Reifenabrieb.
Stau auf der Autobahn bei HH | 2002 / Foto: Markus Hansen
Keine Gelder mehr für Industrien, die nicht alleine Lebensfähig sind oder sich nur am Steuertopf gütlich tun wollen. Subventioniert wird diese Branche schon seit Jahren.
„Von 2007 bis 2017 hat die deutsche Automobilindustrie 969 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung von verschiedenen Bundesministerien erhalten.“ 2
Besonders nach dem unfassbaren Verhalten der Autobastler in der Diesel-Affäre, bei der die Arroganz gegenüber ihren Kunden offen zutage ploppte. Die erschreckende Ignoranz dieser Gesellen in Bezug auf die Umwelt lässt es nicht zu, dass der Steuerzahler weitere Gelder in das riesige Haifischmaul der Autoindustrie wirft. Zumal genug Geld da zu sein scheint.
Dieter Zetsche von Daimler hat im Jahre 2017 ganze 8.600.000 Euro verdient. Warum benötigt eine Industrie, die ihren Managern so viel Geld zahlt Subventionen?
„Damit ist Zetsche Topverdiener im Daimler-Vorstand. An zweiter Position steht Finanzchef Bodo Uebber mit rund vier Millionen Euro. Personalvorstand Wilfried Porth streicht für 2017 ein Jahressalär von 3,5 Millionen Euro ein. Die Gesamtvergütung der neun Daimler-Vorstände beläuft sich auf rund 33 Millionen Euro.“ 3
Bei VW sieht es nicht anders aus. Herbert Diess erhielt im letzten Jahr fast acht Millionen. 4 Die Gehälter bei BMW sind auch in diesen Sphären. Es gibt Festgehälter und variable Zahlungen, da ist also noch mehr drin und auch die Lobbyarbeit lassen sich die Konzerne einiges kosten.5
Wünschenswerte Subventionen
Die geplanten Milliarden-Ausgaben lassen sich besser in die Bildung stecken: neue Toiletten in Schulen, mit Warmwasseranschluss, da Händewaschen eine neue Schlüsselkompetenz werden könnte. Die Digitalisierung der Schulen und die Qualifizierung von Lehrern zu diesem Thema erscheint mir deutlich Vorrang zu haben, vor dem Fahrvergnügen einzelner Männer, die Ihren Status über ihr Fahrzeug definieren.
Das Elektroauto soll die Zukunft sein und die Forschung und Entwicklung wird schon vom Staat – also uns – gefördert.2 Aber die Autobauer müssen sich bewegen und investieren, kleinere Autos statt der SUV-Seuche und CarSharing. Das Fahrrad IST besser für das Klima und die Gesundheit trotzdem werden viele nicht auf ein Auto verzichten wollen. Aber vielleicht bald müssen.
Der Wirtschaft helfen? Gerne. Aber sinn- und maßvoll und nicht jedem reflexartig aufgerissenem Schnabel Milliarden hinein werfen.
Die Schulen, die Pflege, die Kitas, die Jugendzentren, der öffentliche Nahverkehr, den Musikern, den Theatern, den Museen, allen sollte man helfen, aber doch nicht der Autoindustrie. Echt!
Jetzt gerade. Jetzt gerade wäre der beste Moment um das bedingungsslose Grundeinkommen einzuführen. Studenten, Gastronomen, Hoteliers, Einzelhändler, Musiker, Schauspieler, Angestellte und noch viele mehr bangen um ihre Existenz. Firmen wie die Lufthansa brauchen Staatshilfen, Karstadt bzw. Galeria Kaufhof plant 80 seiner 170 Filialen zu schließen, die Tourismusbrache liegt am Boden, alle Messen – und Konzertveranstalter haben derzeit keine Arbeit. Hinter all diesen Firmen stecken Menschen und die befürchten das Schlimmste. Rettungspakete, wie das von der Regierung vorgelegte, sind Medizin und bekämpfen Symptome aber nicht die Krankheit.
„Beim Schutzschild für Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen handelt es sich um das größte Hilfspaket in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Umfang der haushaltswirksamen Maßnahmen beträgt insgesamt 353,3 Milliarden Euro und der Umfang der Garantien insgesamt 819,7 Milliarden Euro…
Die Bundesregierung greift Familien unter die Arme, um Einkommen zu sichern: Verdienstausfälle von Familien, die sich aus Kita- oder Schulschließungen ergeben, werden weitgehend aufgefangen. Das gilt auch für Selbstständige und Freiberufler. Familien, die wegen Kurzarbeit geringere Einkommen haben, erhalten leichteren Zugang zum Kinderzuschlag.
Kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler erhalten sehr umfangreiche und rasche Unterstützung: Der Bund stellt 50 Milliarden Euro bereit, um unbürokratische Soforthilfe für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler zu gewähren. Damit werden einmalig für drei Monate Zuschüsse zu Betriebskosten gewährt, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Soforthilfe ergänzt die Programme der Länder. Die Anträge werden deswegen aus einer Hand in den Bundesländern bearbeitet. „(1)
So sieht unbürokratisch aus, finde ich auch. Quelle: siehe 1
Das ist bürokratischer Wahnsinn. (Schauen Sie sich die Schaubilder mal an). Anträge stellen, sich mit Behörden auseinandersetzen, Berechtigung klären, Fristen einhalten und zu guter letzt der sehr wahrscheinliche Missbrauch. Wenn eine Behörde etwas „unbürokratisch“ machen möchte, ist es meist nicht zu Ende gedacht und öffnet Tür und Tor für Betrüger. Unbürokratische wäre es, das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen.
Mal testen
Jeder Frau, jedem Mann, jedem Kind. Vielleicht erst einmal zur Probe. Ein Jahr? Wenn dann alle Bundesbürger, wie oft befürchtet wird, nur noch zu Hause liegen und der Müll nicht mehr abgeholt wird – weil das ja denn, laut Frau Nahles (3), keiner mehr machen möchte – dann kann es ja wieder abgeschafft werden. Über die Vorteile für jeden einzelnen des BGE wurde schon viel geschrieben (2), aber die Corona-Situation ist eine große Chance. Denn zur Zeit geht es vielen, denen es sonst gut geht und für die das Grundeinkommen eine unbezahlbare Utopie ist, finanziell schlecht und auch sie greifen nach jedem Strohhalm.
Also, jetzt muss es kommen. Teurer als das oben genannte Rettungspaket kann es kaum werden. Zur jetzigen Situation kommt noch die Vorhersage einer Pleitewelle von Unternehmen im Herbst. Sollen dann noch mehr Milliarden durch bürokratische Kanäle ins Nichts fließen? Da andere Pandemien in den nächsten Jahren nicht ausgeschlossen werden, wäre dieses Land schon mal gut vorbereitet und die Bürger könnten beruhigt den Lockdown ertragen. Auch die Regierung müsste sich in Zukunft nicht mehr um unfassbar hohe Zahlungen für Firmen und Bürger bemühen.
Jetzt ist genau richtig. Jetzt! Die Pandemie, die Ängste und Sorgen der Menschen, Firmen am Abgrund, all das schreit: Jetzt! Jetzt das Grundeinkommen. Wann sonst?
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