Meine Serie „Filigran“ hilft mir, den Trott zu durchbrechen und es beginnt mit einem weißen Rand.
Jeder kreative Mensch kennt diesen Moment: Man schaut sich das Werk an und erkennt: „Das habe ich schon gemacht“oder „Das sieht alles gleich aus.“
Dieser Punkt im Schaffensprozess muss keine Krise sein. Im Gegenteil: Manchmal entsteht ein neuer Weg erst, wenn man das Altbekannte tausendmal wiederholt hat. Für mich war es der Impuls, die bisherige Malweise bewusst zu verlassen.
Der erste Schritt zur Veränderung war unbewusst: Ich begann, einen weißen Rand auf meinen Bildern zu lassen. Meine Intention war plötzlich klar: Ich wollte eine definierte, farbige Grundlage schaffen und darauf nur noch wenige, gezielte Akzente setzen. Auch die Farbpalette habe ich bewusst reduziert.
Ich habe mich weder neu erfunden noch eine Grenze gebrochen oder verschoben. Aber durch das konsequente Wiederholen und Fokussieren auf diesen neuen, selbstauferlegten Weg sind die Bilder anders geworden. Sie wirken nun aufgeräumter, klarer, ruhiger – filigran.
Ich lade Sie herzlich ein, meine neue Serie „Filigran“ kennenzulernen und sich selbst ein Bild von dieser Entwicklung zu machen.
Fällt Ihnen die Veränderung auf? Ich freue mich auf Ihr Feedback zur neuen Ästhetik in den Kommentaren!
Mick Hucknall, der Sänger von Simply Red beim Konzert in Hamburg in der ColorLine Arena am 14.11.05 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: acionpress
Konzertfotografie ist ein schnelles Geschäft. Nicht eines meiner Konzertbilder ist auch nur irgendwo gedruckt worden. Die großen Agenturen hatten die gleichen Bilder und in Hamburg gibt es auch noch oder gab es einige Fotografen, die nur Konzertfotografie machten und einen schnelleren Draht hatten zu den regionalen Zeitungen.
Aber, das war auch nicht mein erster Impuls. Ich wollte Bilder von den Musikern machen, die ich mochte. 1986 kaufte ich mir von Simply Red das Album „Picture Book“ und „Holding Back the Years“ ist immer noch eines meiner Lieblingslieder. Damals waren die Medien noch erstaunt, das ein weißer Mann so viel Soul in seiner Stimme haben konnte.
Das Licht ging aus und ich hatte drei Lieder Zeit einige Bilder zu machen, die möglichst nicht langweilig sind, also Gesten oder Emotionen einfangen. Während ich im Fotografengraben herum stolpere und versuche schöne Bilder zu machen, kümmert sich der Musiker einen scheiß um uns da unten. Das ist OK, macht es aber nicht einfacher.
Wie habe ich das gemacht?
Mein 70-200/2.8 Objektiv ist da meist die erste Wahl gewesen, wenn es wie bei dieser Band nur um den Sänger gehr. Mit Spotmessung und den Weißabgleich auf Kunstlicht kann nicht viel schief gehen. Denn Licht gibt es meistens genug im Gesicht des Musiker oder der Musikerin.
Nach drei Liedern wurde ich und meine Kollegen aus dem Graben geführt und dann war das Konzert für mich zu Ende.
Jeden Morgen, wenn ich DLF einschalte, ist mindestens eine Nachricht über Trump dabei und/oder über Putin. Zwei Männer – alt und weiß – die unter ihrem Ego leiden und uns alle daran teilhaben lassen. Ich habe es schon mal gesagt: Es ist nicht mehr zeitgemäß. Es kann nicht sein, das ein Mann über so viel Macht verfügt, das er tausende oder Millionen in den Tod schicken kann. Das einer bestimmt, was die Bevölkerung denken soll. Der Trend geht wieder zu den starken Männern, aber das ist bescheuert. Kein Land der Welt sollte sich dem Willen eines einzelnen unterwerfen. Da ist kacke.
Nicht nur in der Politik
Spotify bestimmt den Musikmarkt, Amazon den Einzelhandel, Meta den Werbemarkt oder was auch immer und wir kleinen Würstchen stehen da und staunen. Wir werden ausspioniert und manipuliert. Die Medien, besonders die neueren, haben die Aufgabe uns auf Linie zu bringen. Auch hier konzentriert sich die Macht auf einige wenige. Die ihre Macht nicht in den Dienst des Bürgers stellen. Sie nutzen sie um andere zu verunglimpfen. Siehe Wärmepumpen und Habeck oder das Bürgergeld. Die Welt wird von den Mächtigen als Torte gesehen und jeder will das größte Stück davon haben. Einer von ihnen, Warren Buffet sagte 2006:
Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen. (4)
Ob Aktienkrise, Krieg oder Klima, der Reichtum der Mächtigen kennt nur eine Richtung und das ist nach oben. Er wächst und wächst und wächst und … – es ist klar was ich meine. Noch mal Warren:
„Wenn du dir die Forbes-Liste aus dem Jahr 1982 anschaust, hatten die 400 vordersten Plätze ein Gesamtvermögen von 93 Milliarden Dollar“, so Buffett. Heute seien es 2,4 Billionen. „Diese Wohlstandsvermehrung ist eine unverhältnismäßige Belohnung der Reichsten.“ Warren Buffet (5)
Auffällig ist auch der geringe Anteil von Frauen bei diesem ganzen Geschachere und so scheint der Sieg der alten, weißen, reichen Männer unaufhaltsam. Das nächste große Ding für die weißen, alten Männer sind die KI.
Die KI macht. Aber warum?
Die KI ist möglicherweise genauso eine Seifenblase, wie damals das gute, alte Internet. Wie damals, denkt jeder, wenn er den Begriff KI nur häufig genug benutzt ist er up to date. Hat sich das Leben von uns kleinen Menschen wirklich verbessert, seit es das Internet gibt? Um es mit Reg von der Volksfront von Judäa zu fragen: Was hat das Internet oder die KI je für uns getan?
Ich muss keine CD/DVDs mehr kaufen. Ja, das stimmt. Trotzdem ist Musik nicht günstiger geworden. Reich werden nur, wie vorher auch, die ganz oben. Der Spotify CEO Daniel Ek verdient im Jahr 3.942.660.009,00 € (1). Ob das stimmt? Keine Ahnung, aber das reicht zum Leben.
Was bekommt so ein normaler Musiker von Spotify im Jahr? Die KI sagt: 68 % verdienen weniger als einen Euro pro Jahr durch Streaming. Das reicht in keinem Land zum Leben.
Ich muss nicht mehr in volle Läden gehen, um etwas einzukaufen. Auch richtig, aber dafür sterben die Innenstädte. Es gibt tausende Paketboten, die unter beschissenen Bedingungen arbeiten müssen und das Geld fließt auch zum größten Teil wieder nur zu den Wohlhabenden.
Zurück zur KI
Was ist ihr Nutzen? Sie macht kitschige Bilder wie mit Apple Playground, Musik mit Suno oder Videos mit Hailuo. Aber ist das wirklich nützlich? Das, was die Menschen ausmacht, ist doch ihre Kreativität. Wozu braucht es also eine Maschine, die das macht, was wir gerne machen? Soweit ich das beurteilen kann, haben viele Menschen Spaß daran, etwas zu erschaffen. Die Antwort sind vier Buchstaben: GELD. Die Firma OpenAI ist zur Zeit 500 Milliarden Dollar wert, macht aber Milliarden Verluste.
Das hat Apple Playground aus einem Foto von mir gemacht. Im Prompt habe ich geschrieben, es soll Rauch aus der Pfeife und den Ohren kommen. das hat ja toll geklappt.
Die KI bereitet den kreativen Berufen aber mehr Kopfschmerzen und Existenzängste als anderen. Synchronsprecher oder Schauspieler könnten obsolet werden. Autoren brauchen sich kaum mehr auszudenken als ein Prompt, das gilt auch für Musiker, Maler, Journalisten, Programmierer, usw.
Also sehr viele Menschen sehen für ihre berufliche Zukunft schwarz. Die Betreiber von Contentabhängigen Plattformen hingegen freuen sich.
Content, Content, Content
Spotify füllt seinen Katalog mit KI-Musik und KI-Bands auf. Das Internet wird von KI-Slop geflutet, um Content für dusselige Bots zu generieren, die sich dann darüber aufregen. Alles nur, damit Du die ganze Zeit an Deinem Bildschirm klebst und Dir das anschaust. Denn nur, wenn Du ganz lange bei den Plattformen bleibst, gibt es von den Werbeleuten das, worum es eigentlich geht. Rate mal. Aber kann die KI irgendwem den Arsch säubern? Mein Auto reparieren? Den Müll hinuntertragen? Nein. Das, was kaum jemand gerne macht, das kann die KI nicht. Unpraktisch.
Hinzu kommt noch, das ChatGPT grandiose Fehler macht. Das kann und wird sich bestimm noch ändern, aber was kommen dann für Fehler? Zurzeit ist es für einige KI schwer von 100 bis 90 rückwärts zu zählen.(2) Menschen in Madagaskar, die für einen Hungerlohn der KI beibringen, was ein Schwan oder eine Schusswunde ist, sind bestimmt auch froh, in dieser glanzvollen Welt im Schatten bzw. im Dreck zu sitzen und andere damit reich werden zu lassen. Goldgräberstimmung beschreibt es ganz gut. Hier im reichen Westen erzählt man uns, was die KI alles kann oder können soll und wird. In den armen Ländern umkreisen die Leute an ihrem Laptop Katzen oder Menschen für die KI. Das ist Zukunft – für die Reichen.
Meine Erfahrungen mit der KI sind rudimentär, ich mache Videoschnipsel, die oft nicht so aussehen, wie ich es mir gedacht habe. Aber das ist offensichtlich meine Schuld, weil mein Prompt nicht genau genug war. Oder? Trotzdem frage ich mich: Wer in der KI den Rest, den ich nicht formuliert habe, entscheidet. Es ist Willkür, irgendwie. Hier ist ein kurzes Video und der Prompt dazu:
„The man takes a large anchor, a painting, the Mona Lisa, a piano and an elephant out of the dumpster and puts everything next to him on the street.“ Das war mein Prompt für den KI-Video-Generator von https://hailuoai.video und das ist das Ergebnis.
Wieso kommt der Anker die Straße entlang?
Beitrag zu meinem Musikvideo „Ersetzt“, indem ich auch noch einige Schwachstellen zeige.
Zuckerberg schließt eine KI-Blase nicht aus, will aber nicht daneben stehen und riskiert ein paar 100 Milliarden, denn:
„Wenn ein Unternehmen zu langsam ist und eine künstliche Superintelligenz früher als erwartet entstehe, werde es bei der meiner Meinung nach wichtigsten Technologie, die die meisten neuen Produkte, Innovationen, Wertschöpfung und Geschichte ermöglicht, ins Hintertreffen geraten.“ (3)
Es sind alle nur auf der Jagd nach dem Geld und keiner will etwas verpassen: Ob da nun wirklich etwas sinnvolles entsteht, oder nicht, wird uns bald eröffnet. Die neue Superintelligenz ist bald da und die sagt dann bestimmt: 42.
Jetzt ist es offiziell und vertont: Das Leben ist schön, ein neues Lied von mhmedie.de. Das führt direkt zur Ambiguität – die Mehrdeutigkeit – und das ertragen von Widersprüchen und wie man damit umgeht. Die Welt ist voller Krieg und Chaos und ich singe: Das Leben ist schön. Da ist Widerspruch drin. Wie soll ein Kindersoldat auf so ein Lied reagieren? Oder ein Kind, das geschlagen wird? Eine Frau, die Vergewaltigt wurde? Das ist echt schwer.
Ist dies „Das-Leben-ist-schön-Gedöns“ nicht nur etwas für privilegierte Kreise? Für eine Gesellschaft, die ihre Hunde und Katzen in den Beautysalon bringt? Oder sich D-Promis anschauten, die auf einer Insel, in einem Haus oder auf einem Bananenboot zusammen kleben und sich angiften?
Dabei sind es die kleinen Momente, die mich dazu bringen, das Leben als schön zu bezeichnen, obwohl mir und jedem anderen jeden Tag die Gischt der Nachrichtenflut in die Fresse klatscht. Den Hauptteil übernehmen Sorgen und Probleme. Genauso wie Verpflichtungen, Komplexe, Routine und Konflikte.
Das Leben ist schön – Entstehung
Der Hauptteil des Songs wurde in einem Hotelzimmer mit der Ukulele zusammen geklebt. Der Text war schon da, den habe ich in meiner abendlichen Routine geschrieben. In Split im Hotelzimmer baute ich an den Akkordprogressionen herum und sang dazu. Dann nahm ich das alles mit dem iPad auf und nach dem Urlaub ging es dann in die Umsetzung. Ein leichter Song mit etwas schwerer Kost sollte es sein, deshalb das Elektropiano und die Streicher. Dazu noch ein kleines Solo mit Jörn Klett an der Klarinette, der dem ganzen etwas Schwebendes gibt. Auch die KI durfte mir helfen, denn die Frauenstimme ist nicht echt.
Eigentlich wollte ich schreiben, das der Song von einem echten Menschen gemacht ist, aber das Mastern – soweit ich das kann – übernimmt ebenfalls ein KI Plugin. Also von Hand gemacht und mit KI zusammen produziert? Alles nicht so leicht, aber das Leben ist schön.
Fliegen wird genauso unpünktlich wie Bahnfahren, denn hin und zurück nach Athen hatten wir über 30 Minuten Verspätung. Drei lange Flug-Stunden von Hamburg entfernt liegt dann endlich Athen und ich würde sie die Hauptstadt der Motorroller nennen. Keine Straße in der nicht 45837 Motorroller parken oder durchrasen. Zusammen mit den Autos, Bussen und LKW machen sie das Grundrauschen dieser Stadt aus, das 24/7 zu hören ist. Nachts etwas weniger, aber nicht wirklich leise.
Diese Stadt scheint nie zu schlafen und es gibt überall etwas zu sehen, zu essen und zu kaufen. Die Bürgersteige sind in einem grauenhaften Zustand und oft sehr rutschig. Zudem sind sie auch sehr schmal, denn auch hier, wie schon in der Toskana oder auf Malta, herrscht das Auto. Wer im Auto ist, hat jedes Recht auf seiner Seite.
Bilder aus Athen
Das Akropolismuseum ist riesig und voller Steine und es wirft die Frage auf, was die Menschen in 2500 Jahren über unsere Hinterlassenschaft denken? Wird es ein Museum geben, voller Plastikprodukte? Die Preise für die Musen sind stattlich, aber wenn man bedenkt, das dort pure Geschichte gezeigt wird – auch wenn es die Geschichten von Göttern und vermeintlich reichen Männern ist – dann ist der Eintrittspreis und damit der Erhalt dieser riesigen Anlage sein Geld wert.
Alles wird teurer. Keine Frage. Auf der Suche nach dem Foto für die Serie „Vor 20 Jahren“ in meinem Archiv hätte ich etwas vom Grünen-Parteitag im Oktober 2005 nehmen können. Oder schon wieder etwas von Gerhard Schröder, aber dann sah ich dieses Bild. Das halbe Hähnchen in einem Imbiss und der Preis von 2005.
Ein halbes Hähnchen für 2,50 € | Foto: Markus Hansen
Es ist unpolitisch, auf den ersten Blick. Es ist unspektakulär, ohne Frage. Aber auch wenn ich kaum noch Fleisch esse, vor dem Supermarkt meines Vertrauens steht ein Imbiss-Wagen und da ist der Preis für ein halbe Hähnchen derzeit bei 6,50 €. Zwanzig Jahre später fast dreimal so teuer.
Im Internet werden diese Preise bestätigt: Hier oder hier.
Das ist bemerkenswert und erschreckend. Selten hat man die Preise von früher genau im Kopf und geht durch den Supermarkt und sagt sich: Also vor 20 Jahren war der Preis für die Flasche Gewürzketchup bei 2,98 €. Mit diesem Beitrag habe ich dokumentiert, wie das sich das bei dem halben Hähnchen verhält.
Von einer gesunden Ernährung ist ein halbes Hähnchen – am besten noch mit Pommes – eine Katastrophe. Aber der Preis von 6,50 € ist auch finanziell keine Kleinigkeit. Das liegt bestimmt daran, das die Hühner heute alle Biowürmer zu fressen bekommen und es sich Abends mit dem Agrartechniker auf dem Sofa gemütlich machen und die Sportschau sehen dürfen. Das jedes Huhn seinen eigenen Spa-Bereich hat, ist für die Preisentwicklung ebenfalls zu beachten.
Bis so ein Huhn stirbt, dauert es zwischen sechs und acht Jahren, denn wir warten ja auf den Tod der freundlichen Vögel, die uns ihre Eier schenken und sich dann noch als halbes Hähnchen auf unsere Teller legen. Aber 6,50 € ist schon krass.
Eine famose Idee zur Lösung unseres Rentenproblems – neben einer effektiven und realistischen Erbschafts- und Vermögenssteuer.
Wenn jeder Rentner sich einen YouTube-Kanal zulegt und andere Rentner diesen Kanal abonnieren und ebenfalls einen Kanal haben, dann hat jeder Kanal vielleicht 1,5 Millionen Abonnenten oder noch mehr.
Die Senioren schauen sich das Zeug der anderen dann Vormittags an, damit ordentlich viele Views (2 Millionen im Monat) zustande kommen, liken das Ganze und teilen es noch mit einfach jedem, den sie kennen. Jeder Rentner könnte dann mit 3.000-8.000 Euro im Monat rechnen – nur durch die Werbung. Das Rentenproblem wäre damit aus der Welt geschafft. Bezahlen würde YouTube mit dem Geld, das die Werbeheinis zahlen und damit die großen Konzerne, die so ungern Steuern zahlen. WINWINWIN.
Rentner in der Armutsfalle gibt es nicht mehr und das alles ohne großen Aufwand | Foto: Markus Hansen
Zwei, dreimal die Woche oder am besten jeden Tag sollte gepostet werden. Die Qualität ist zweitrangig, bei dem Mist, der im Fernsehen, bei YouTube oder TikTok läuft, ist der Anspruch nicht hoch oder wichtig. Es muss nicht Zach King sein, Millionen Views reichen völlig aus. Ein paar spontane Beispiele:
am Küchentisch Butterkuchen mit Sahne essen
seine Fische im Aquarium füttern
Rasen mähen
etwas Backen oder kochen
Für gehobene Ansprüche kann sich der erzählerisch begabte Senior oder die Seniorin in einen Ohrensessel schwingen und von früher erzählen. Damit könnte man später die Geschichten transkribieren und als Buch verkaufen – noch mehr Geld. Wer es alleine nicht schafft, kann ja auch einen Livestream vom Stammtisch oder Shanty-Chor bringen. Von dem verdienten Geld können sich die Senior-Creator schöne Reisen leisten und schon gibt es wieder Content.
Die Technik spielt den Senioren ebenfalls in die Hände, es gibt schon so kleine Kameras, die man sich um den Hals hängen kann oder an die Bluse und fertig ist der Beitrag. Das Schneiden und Beschriften übernimmt die KI. Durch das viele Geld geben die reichen Rentner und Rentnerinnen mehr aus und retten damit die stagnierende Wirtschaft.
Die Alten übernehmen
Der monotone Blick der Werbewirtschaft auf die 14-49-Jährigen ist veraltet. Den Senioren gehört die Zukunft. Denn um und bei 20 Millionen Rentner könnte es 2030 in Deutschland geben. Knapp 40 Millionen Erwerbstätige müssen dann für die Rentner sorgen. Junge Menschen werden seltener, die 10-18-Jährigen tummeln sich bei 5,4 Millionen. Es kommt noch schlimmer:
Die Anzahl der Erwachsenen im Erwerbsalter (18 bis 64 Jahre) sinkt sehr deutlich von 50,5 Mio. auf 44,5 Mio. (- 5,9 Mio. bzw. – 11,8 %). Hierbei sinkt die Anzahl der jüngeren Erwachsenen (18 bis 44 Jahre) mit 13,6 % stärker als die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen (- 9,6 %). 2
Von allem immer weniger, nur von den Alten gibt es immer mehr, da ist es nur folgerichtig, dass die Senioren und Seniorinnen das selbst in die Hand nehmen.
Es würden sich neue Aufgaben für die Altenpflege eröffnen. Weg von der Bettpfanne hin zum Content Creator in der Seniorenresidenz, dem Social-Media-Pfleger und was da noch alles dran hängt. Den Rentnern dieses Feld nahezubringen, könnte ein Aufschwung für die Weiterbildung-Szene sein. Kein Kurs mehr in Töpfern oder einen Vortrag über Sturzprophylaxe. Es gibt Final Cut Pro für Oma und Opa oder Movie Maker für Silberlocken. Altenheime können attraktiver werden, mit eigenen Studios und Schnittplätzen und würden damit indirekt auch noch mehr verdienen. Reiche Bewohner ergeben höhere Preise. Auch die Pflege an sich wäre besser, denn wo Geld ist, da gibt es kein stundenlanges Warten auf einen Pfleger oder Pflegerin in seinen eigenen Exkrementen – da ist Service.
Nachdem ich dieses Problem also gelöst habe und demnächst den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften entgegennehmen kann, suche ich nach einer Lösung für die Dummheit meiner Spezies oder wie und warum der Mülleimer immer so schnell voll ist.
Der Song „Ersetzt“ ist schon seit einer Woche auf dem Markt und nun kommt das Musikvideo. Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und es mit eigenen Strichmännchen bzw. Roboterfiguren gemacht. Na ja, machen lassen. Wofür sonst Monate gebraucht wurden, reicht ein Tag. Die KI ist, was das betrifft, echt hilfreich. Der Song war im Entstehungsprozess eine kleine Quälerei, dagegen war das Video ein Selbstläufer.
Ich habe das Männchen, den Wischroboter und den humanoiden Roboter in ProCreate gezeichnet und dann die Bilder in Hailuo geladen. Noch die Texte schreiben, was die Figur machen soll und in Final Cut die kleinen Filmchen zusammenkleben und schneiden. Fertig.
„Ersetzt“ – deutscher Popsong über KI und Berufe ohne Zukunft
Es sollte heißen: Demnächst auf meinem YouTube.Kanal.
Wieso so?
Interessant sind immer die Dinge, die ich nicht beschrieben habe. Wie kommt die Ki auf dieses oder jenes Szenario? Geschrieben habe ich den Text (siehe unten) und daneben ist das Ergebnis. Wieso operiert der Roboter auf dem Boden und warum im Genitalbereich? Warum einen Kran?
This man is a doctor standing in an operating room. He watches in amazement as a robot operates on a patient. The whole thing is depicted as a line drawing in black and white.
Mein Roboter und mein Strichmännchen bei den Dreharbeiten.
Noch ein Versuch
Ich wollte einen Mann, der an einer Staffelei steht und ein Bild malt. Dann soll die Kamera herauszoomen und man sieht neben dem Maler einen Roboter, der zehn Bilder gleichzeitig malt. Das Ergebnis ist dieses:
Warum bemalt der Mann die Leinwand von hinten? Ich habe es dann noch mal explizit aufgeschrieben und dann stand der Maler auf der richtigen Seite.
Krass wurde es, als ich wollte, das die KI mein Männchen ein Schild in die Kamera halten lässt, auf dem stehen sollte: „Demnächst auf meinem Kanal.“ Eines der Ergebnisse ist oben zu sehen. Als ich nach drei Versuchen das ganze auf Englisch haben wollte, wurde Channel falsch geschrieben.
Es ist wirklich ein kleines bisschen Glücksspiel oder Wundertüte. Ohne Frage, vielleicht liegt es an mir und meinen ungenauen Anweisungen, oder am Google-Übersetzer, aber wieso die KI das eine berücksichtigt und das andere nicht? bleibt mir ein Rätsel. Egal. Das Video ist fertig und ich finde es ist ganz gelungen. Das Budget von knapp 11 Euro ist nicht überschritten worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich habe mehrere Zeichner ersetzt. So fängt es an.
Bankautomaten, SB-Bereiche im Einzelhandel, Roboter die Autos zusammenschweißen und jetzt die KI. Wir schaffen jeden Beruf über kurz oder lang ab und damit ersetzen wir uns durch Technik. Bankangestellte werden zum Großteil von Geldautomaten und Onlinebanking abgelöst. Wir dürfen in Zukunft kontrollieren und die Maschinen warten.
Überleben werden die Berufe, die unbedingt einen Menschen brauchen, aber wie lange wird das noch so sein. Sollte es erst einmal Roboter geben, die einem Menschen zum verwechseln ähnlich sehen, dann werden auch diese Berufe vom Menschen befreit sein. Lehrer? Erzieher? Pfleger? Es gibt keine Grenze.
Der Song ERSETZT handelt genau davon: Wie wir uns sukzessiv selbst abschaffen, also beruflich.
Das war eine schwere Geburt. Ich war von Anfang unzufrieden, mit dem Text, mit meiner Stimme und mit allem. Aufgeben wollte ich nicht und ich denke, das war auch richtig so. Jetzt mag ich den Song. Er ist am Ende doch so geworden, wie ich es wollte. Begonnen habe ich mit dem Klavier und das klang einfach nur gruselig. Also Klavier wieder raus und die Ukulele mit ein wenig distortion eingespielt.
Ganz langsam wurde das Ganze besser und besser. Die KI-Sängerin Nicole hat mich verstärkt und macht den Song auf jeden Fall besser. Das Stück ist einfach gehalten, Schlagzeug, Bass, Ukulele und eine Orgel und als akustische Überraschung eine bisschen Synthesizer.
Coverfindung
Normaler Weise habe ich ziemlich schnell eine Vorstellung oder Idee, was für ein Cover ich nehmen könnte. Dieses mal war es in meinem Kopf leer. Zur Auswahl stand eine SB-Kasse, ein Kaugummiautomat und ein Schild das zeigen soll: Menschen sind verboten. Ähnlich dem von den Ghostbusters.
Da es ja um KI geht, dachte ich, ich frage die KI mal und der Vorschlag war völlig bekloppt. Sah aus wie ein SPD Wahlplakat von 1910. Aber dann machte die KI den Vorschlag eine Hand zu verpixeln und danach konnte ich alleine weiter machen. Und fertig.
Eine Rede, die Zuhörer umstimmen, begeistern oder sicher zurücklassen soll. Gerhard Schröder bei einer seiner Wahlkampfveranstaltungen, hier in Hamburg. Die Hoffnung stirbt zuletzt und so holt Schröder noch einmal alles aus sich heraus. Am Ende der Rede kam diese Geste.
Für das Foto ist es unwichtig, wie das Publikum am Ende reagiert hat. Sehr wahrscheinlich haben alle gejubelt. Denn es waren SPD-Anhänger, vor denen Schröder sein Bestes gab. Vier Tage vor der Bundestagswahl 2005. Die Geste: Siegessicher und erschöpft. War sie geplant? Oder hat Schröder sie spontan gewählt? Dann – nächstes Dia – vier Tage später geht er medienwirksam in Hannover mit seiner Frau Doris Schröder-Köpff wählen. Er war ein Medienprofi, keine Frage.
Doch trotz seiner Anstrengung in den letzten Monaten, trotz aller Termine und der vielen Reden, am Ende hat er verloren. Am Abend nach der Wahl noch der peinliche Auftritt von Gerhard Schröder im Fernsehen, wo er, heute ist das ja üblich, seine Niederlage nicht eingestehen wollte. An nicht eine seiner Reden kann ich mich erinnern, die Stimmung in den Messehallen war euphorisch.
Die Hoffnung stirbt zuletzt und so ging sein Kanzlerdasein zu Ende, obwohl er einen großen CDU-Vorsprung noch beachtlich aufgeholt hat. Gestartet sind SPD und CDU mit 30 bzw. 45 %. Die SPD hat es in wenigen Monaten geschafft am Ende nur ein Prozent weniger zu haben als die CDU.
Wahlkampfausrüstung
In den Messehallen habe ich mein 70–200 mm / 2.8 benutzt, um nicht so dicht vor der Bühne zu stehen. Ich wollte keine Bilder von untern nach oben – soweit das ging. Das Licht war super und ich habe mit Spotmessung einmal gemessen und dann manuell belichtet.
Für den Termin in Hannover nahm ich das 17–55 mm/2.8 Objektiv. Ich glaube 95 % aller Termine, habe ich mit diesen beiden Objektiven erledigt und ich glaube, ich hatte auch nicht sehr viel mehr. Ein 10–16 mm Objektiv hatte ich, aber das nutzte ich kaum. Mehr ging ja auch nicht in meine Domke F-3. Meine absolute Lieblingstasche.
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