Von allem zu viel, aber es reicht nicht


Die Welt wird sich nicht weiter drehen können, bis ich diesen Text geschrieben habe und er von ein bis drei Leuten gelesen wurde. So sieht es aus. Noch ein Text, noch ein Buch noch eine Schokolade mit Krabben oder was auch immer die Menschen zum kauf animiert. Denn Mandel, Marzipan, Nuss, Pfefferminz, Joghurt, Cornflakes und alle die andren Sachen gibt es schon. Es dreht sich um Aufmerksamkeit, die sich in Geld verwandeln soll. In viel Geld.

Wenn ich durch die Filiale einer Buchhandelskette gehe, hier in meiner Nähe, dann werde ich erschlagen von neuen Büchern. In letzter Zeit sehe ich ebenfalls viele Bilder, die mir unbekannte Künstler.innen auf Bühnen zeigen, vor tausenden von Fans. Aber auch von Musiker.innen, die mir vorrechnen, wie viel sie verlieren, wenn sie auf Tour gehen oder wie wenig man durch Spotify und Co verdient. Dazu kommt die Existenzfrage, lohnt es sich überhaupt noch ein Instrument zu lernen und selber Musik zu machen, wenn KI das doch in Handumdrehen erledigt?

Ich mache immer noch gerne Musik und ich weiß, das ich irgendwann entdeckt werde. Foto:Markus Hansen
Ich mache immer noch gerne Musik und ich weiß, das ich irgendwann entdeckt werde. Foto:Markus Hansen

Alles aus KI gezimmert

Romane, Kochbücher, Ratgeber, Drehbücher das muss ich doch nicht selber machen. Ich mache meine Musikvideos mit KI, weil es unmöglich für mich ist, das alles zu organisieren, geschweige denn zu bezahlen. Aber wenn der Kuchen nicht wächst und es immer mehr gibt, die etwas vom Kuchen haben wollen, wie geht das dann?

Wer kann noch davon leben? In einer langen Recherche habe ich folgendes herausgefunden: Spotify hat 110 Millionen Songs (1). Des Weiteren habe ich erfahren, das Spotify in den letzten 12 Monaten 75 Millionen Songs gelöscht hat (2), weil es sich um KI generiere Musk handelte. Das bedeutet Spotify hatte 68 Prozent KI-Musik auf ihren Servern? Auch das Internet besteht zu mehr als 50 Prozent von KI generierten Inhalten. (3) Tendenz steigend.(4)

Inhalt ist wichtig, um Geld zu verdienen. Wenn aber der Inhalt von einer KI erstellt wurde und KI-Bots sich mit Kommentaren daran beteiligen, werden dann nicht auch die Indikatoren des Erfolges wie Anzahl der Abonnenten, der Kommentare und Likes obsolet? Brauche ich bald keine Videos mehr machen, weil die nur von blöden Bots gesehen und kommentiert werden? Es gibt von allem zu viel, weil so vieles von der KI ist? Sienna Rose (5) ist ein schönes Beispiel für diesen Sachverhalt. Wer verdient daran? Zahlt Spotify sich das Geld selbst aus?

Aufmerksamkeit bedeutet Werbung. Werbung bedeutet Geld und das gehört dann … – Ja, wem denn? Spotify bezahlt Künstler, wenn sie viele, viele, viele, viele Streams haben. Wenn die KI-Musiker.innen nun das Geld bekommen sollen, dann fehlt das Geld den anderen echten Künstler.innen. Also bekommen alle weniger und Spotify muss weniger auszahlen. Oder nicht?

Mehr verdienen ohne Künstler

Wenn ich es recht bedenke, ist die Investition der Milliardäre und Tech-Unternehmen in die KI eine logische Konsequenz. Was möchten alle Milliardäre haben? Noch mehr Geld. Warum sollten die sich mit diesem Künstlerpack zusammentun und ein Jahr oder länger warten, bis die mal 15 Songs fertig haben? Dann in ein Studio, wenn endlich alles fertig ist gibt es eine Promo-Tour. Alles kostet Zeit und Geld. Bei Filmen ist es noch dramatischer: Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Autoren, Komparsen und der ganze lästige teure Rattenschwanz, der Filme so unfassbar teuer macht. Zack. Abgehackt und der Film wirft nur Gewinne ab. Bücher? Wer will denn schon mit einem Pynchon oder Bernhard zusammen arbeiten, um dann einen Teil des Geldes zu bekommen? Jetzt kann man als Milliardär alles bekommen. Famos.

Zudem würden diese ganzen Kreativen, die nur Halbtags arbeiten, weil sie immer noch davon träumen mit ihrer Band oder ihrem Roman ganz groß rauszukommen, wieder zur Vollzeitstelle finden und Steuern zahlen. So nimmt die KI den Menschen das, was sie gerne macht und mehr, damit diese sich auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Werbung als letzte beste Lösung

Als wenn es in der realen Welt nicht schon genug Probleme und Produkte gibt. Das digitale sollte doch alles erleichtern und einfacher machen. Zu Zeit werden wir überschwemmt mit AI-Slop, Fake News, Deep Fakes und all den ganzen Betrugsmaschen, die es sonst noch gibt (6). Ich bin schon überfordert, wenn ich vor dem Regal mit den Keksen stehe. Sind in meinem Edeka Markt bald KI-Kekse neben den von Milka? Ein Überangebot hier in der realen und besonders in der digitalen Welt. Beiden Welten gemein ist, das nur ein paar wenige damit Geld verdienen. In der digitalen KI-Welt sind es zurzeit mehr Verluste als Gewinne, die die KI-Blase erzeugt (7,8), denn wie genau das Geld wieder hereinkommen soll, ist noch fraglich.(9)

Zu viel von allem und am Ende zu wenig, um noch reicher zu werden. Ist Werbung wirklich die Ratte unter den Geschäftsmodellen? Das Tier, das sich immer und überall anpassen kann? Der heilige Gral für Investoren? Wollen die Menschen KI-Musik? Ist es ihnen egal? Lesen sie Geschichten, die aus allen Geschichten der Menschheit von einem Chip extrahiert und neu zusammen gewürfelt wurden?

Beim Erstellen meiner Videos mit Grok ist mir aufgefallen, das Grok andere Menschen vorwiegend als weiß, gut aussehend und mit normaler Figur erzeugt. Ob sich da das erwünschte Menschenbild von Elon Musk widerspiegelt? Tatsächlich bin ich noch nicht bereit 30 Euro oder mehr im Monat für Super-Grok zu bezahlen. Mit mir lässt sich also nur wenig Geld verdienen. Vielleicht nötigt mich Grok demnächst Werbung zu schauen, während ich auf den fertigen Clip warte. Aber Werbung gibt es auch viel zu viel.

Quellen

  1. https://www.tunepat.de/guide/wie-viele-songs-hat-spotify.html
  2. https://www.delamar.de/news/spotify-loescht-lieder-82234/
  3. https://www.swp.de/wirtschaft/falsche-infos-tote-links-werbung-das-vermuellte-internet-mehr-als-50-prozent-aller-texte-stammen-von-ki-78456154.htm
  4. https://t3n.de/news/90-prozent-des-online-contents-2026-ki-basiert-1499656/
  5. https://www.bbc.com/news/articles/cq6v83gq66eo
  6. https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sicher-handeln/onlinebetrug-maschen/
  7. https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/elon-musk-xai-verbrennt-milliarden-verluste-des-ki-start-ups-wachsen/100189944.html
  8. https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-fast-eine-billion-dollar-vernichtet-big-tech-investiert-weiter/100197742.html
  9. https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/ki-boom-wer-verdient-am-ende-wirklich-geld-damit,U9MinRG

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„Ist das wirklich notwendig?“

Dass man sich als Bundeskanzler einen großen Teil der Bevölkerung zum Feind macht, ist erfrischend neu. Zudem ist es auch sehr motivierend, wenn wegen einiger weniger alle abgestraft werden. Nachdem der Kanzler es sich mit den Menschen die Bürgergeld beziehen erfolgreich verscherzt hatte, kamen die Migranten dran. Jetzt entdeckt Merz die Arbeiter und Angestellten für seinen Unmut. Alle sind Schuld am Untergang des Landes, nur die Politik macht alles richtig und die Reichen.

Die einzigen, die die sagenumwobene Tugend Fleiß noch ihr eigene nennen können, sind die Superreichen. Die arbeiten jeden Tag 45 Stunden und auch Nachts. Sie jetten von Krise zu Krise, um diese zu lösen. Die Reichen bezahlen alles, meinen Job, meine Krankenkassenbeiträge und meine sture Faulheit. Wenn ich mich krankmelde, dann springt der Herr Würth ein, oder der Herr Kühne. Die Reichen sind der Rücken auf dem wir faulen Säcke unser Kranksein abfeiern. 

Schon direkt nach dem Krieg schlossen sich die Reichen zusammen und bauten das ganze Land wieder auf. Ohne Frauen, Gastarbeiter oder KI. Ganz alleine.

Krankschreiben und simulieren, Merz legt sich mit den Angestellten und Arbeitern an. Foto: Markus Hansen
Krankschreiben und simulieren, Merz legt sich mit den Angestellten und Arbeitern an. Foto: Markus Hansen

Sie geben und geben und was ist der Dank dafür?

Faule Halunken fordern eine Vermögenssteuer, damit sie sich weiter den Drogen und dem Zocken widmen können. Eine weitere Frechheit ist eine Erbschaftssteuer. Das lohnt sich doch gar nicht. Der Aufwand diese zu ermitteln sprengt doch jeden Rahmen. Die reichsten Deutschen haben lediglich 71 % ihres Vermögens geerbt (1) die anderen 124 % sind hart erarbeitet und zwar ohne Hilfe vom Staat.

Reiche lassen sich auch nicht krankschreiben, die liegen nicht über 14 Tage im Jahr auf der Couch und simulieren eine Migräne. Die gehen Malochen. Die schaffen was.
Das die 3.900 Superreichen  3.000.000.000.000 Dollar Vermögen haben, kommt ja nicht von ungefähr. Da muss man schon mal auch am Sonntagabend Telefonate führen oder E-Mails beantworten und auf den Tatort verzichten. Aber das ist den Work-Life-Balance-Terroristen völlig unbekannt. 

Besitz ist belastend, auch für die Psyche und so haben die Reichen viel mehr Stress als sich so ein Teilzeit-Honk vorstellen kann. Häuser, Autos, Yachten, teuren Schmuck, all das muss umsorgt und beschützt werden. Liebe Angestellten und Arbeiter, wenn ihr euch nicht fühlt, fragt euch: Was würde der Kanzler tun?

Quellen

  1. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/superreiche-vermoegen-finanzen-aktien-100.html
  2. https://de.statista.com/infografik/23140/demographie-der-deutschen-millionaere/

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Stell dir vor, es ist Krieg und alle haben Waffen

Hier und um uns herum rüsten die Länder auf. Neben der Ukraine – die es wirklich nötig hat – kaufen sich England, Frankreich, China, Indien, Japan, Israel und andere Länder jede Menge Rüstungsgüter. Dazu kommt der weltweite Hang zum Nationalismus oder Rassismus oder beides. Jedes Land will sich wehren können oder sich ein anderes Land einverleiben. Russland will die Ukraine, China will Taiwan, Deutschland will die USA.

Wenn wir also bald alle ganz doll stark sind, die Wehrpflicht eingeführt haben und jede Menge Panzer in den Garagen stehen, dann müssen wir die ja auch mal einsetzen. Was nützt der ganze Kram, wenn man damit nichts anfängt?

Zwei Panzer der Bundeswehr während einer Übung - Rüstungswahn und Machtgier -  2002 Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de
Panzer und so ein Ding der Bundeswehr, allerdings von vor 24 Jahren. | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress.de

Also Krieg!

Krieg gegen eine andere Nation: Tausende Menschen werden sterben, sind auf der Flucht oder verletzt – so ist das im Krieg eben. Wenn das Töten dann zu Ende ist, ist alles wieder gut. Jetzt wird beim Wiederaufbau profitiert. Als Resektion auf den schrecklichen Krieg, wird wieder abgerüstet, denn so etwas darf nicht noch mal geschehen. Die Gewinner sind die Menschen, die für den ganzen Scheiß das Geld bereitstellen. Zuerst investiert man in Rüstungsfirmen, parallel dazu in das Kriegs-Mindset der Parteien und Politiker. Da klingelt die Kasse. Nach dem Gemetzel investieren die freundlichen Investoren in Firmen, die Häuser und Straßen bauen. Wieder klingelt die Kasse. Der Mensch ist nie zufrieden.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Søren Kierkegaard

In diesem Land wollen ca. 25 % eine Partei wählen, die nachweisbar nur Politik für Reiche machen wird. Die ebenso nachweisbar von Holzköpfen wie Musk, Trump und Vance unterstützt wird. Aber keine Sorge, die anderen Parteien machen schon seit 40 Jahren oder länger Politik für die Vermögenden und gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Wie sollte man sich sonst dieses Bildungssystem erklären? Warum ist Arbeit teurer als Vermögen? Warum hören unsere Politiker seit Jahren auf die Autowirtschaft? Die ausgesetzte Vermögenssteuer ist und bleibt weiterhin ausgesetzt, denn statt vieler Milliarden bei den Vermögenden zu besorgen, wird das Geld bei denen geholt werden, die sowieso schon wenig haben.

„Ich mach mir die Welt widewidde wie sie mir gefällt.“

So geben reiche Menschen Geld aus, um die Politik in einem Land so zu gestalten, wie es ihnen gefällt. Kein Lieferkettengesetz, keine Zuckersteuer, keine Erbschaftssteuer, keine Kapitalertragssteuer und kein Verbrenner-Aus, usw.
Damit das einfacher ist für Unternehmen/Investoren/Milliardäre sich noch mehr Geld in ihre Maßanzugtaschen zu stecken, unterstützen sie Autokraten. Denn wenn man einen großen Teil eines Parlaments „überzeugen“ muss, ist das schon sehr kostenintensiv und zeitraubend. So entstehen Putins, Trumps, Orbans, usw. Hinter Trump steht zum Beispiel Peter Thiel.

Ein demokratisches Land wie die USA, das sich in seiner Geschichte über alle Regeln des Völkerrechts hinwegsetzte und immer noch hinwegsetzt: mischte sich in Länder wie Guatemala, Kuba, Bolivien,
Chile u. a. ein (1). Heute ist es Venezuela. Auch wenn sie den Kampf gegen den Kommunismus oder den Drogenschmuggel vorschieben, geht es um Rohstoffe. Um Rohstoffe geht es auch Putin mit seinen Hanebüchenen Gründen für den Angriff auf die Ukraine. Es sind einzelne, weiße, alte Männer, die aufgrund ihrer Gier nach Macht und Geld am tausendfachen Tod und Leid von Menschen verantwortlich sind. Das geht nicht mehr.

Eine Weltregierung?

Wenn ich Nachrichten höre/sehe/lese, dann tut mir der UN-Generalsekretär leid. Er fordert und bittet, aber nichts, was er sagt, hat Gewicht. Die EU ist sich selten einig, die UN auch nicht und die Länder auf der Welt sowieso nicht. Es ist an der Zeit, ein Gremium einzurichten, das Macht hat und diese auch durchsetzten kann. Der Internationale Gerichtshof (IGH) ist ein Anfang, aber da ist noch Luft nach oben. Ein Gremium sollte zum Beispiel Netanjahu auch weltweit verhaften dürfen. Putin sowieso und vielleicht auch gleich alle anderen Diktatoren, die das Leben der Bevölkerung bedrohen. Aldous Huxley forderte eine Weltregierung, das wäre famos, aber die EU ist ja schon eine Vereinigung vieler Länder, jedoch ohne die letzten Konsequenzen und leider undemokratisch.

Das Gremium braucht keine Einstimmigkeit, es ist finanziell unabhängig, verfügt über eine Polizei und wird streng überwacht. Dieses Gremium kontrolliert die Regierungen der Welt und schreitet ein, wenn eine Regierung in eine Diktatur abdriftet oder Menschen bedroht sind.

Teilen und Herrschen

Das ist eine famose Utopie, leider. Vielleicht sollten wir die Welt dritteln. Die Menschen, die gerne in einer Monarchie, Autokratie oder Diktatur leben wollen bekommen ein Drittel der Welt, die, die in einem Gottesstaat leben wollen, bekommen auch ein Drittel und die Menschen, die in Freiheit leben wollen, bekommen das letzte Drittel. Das Umziehen in die verschiedenen Gebiete sollte erlaubt werden, um am Ende dann zu sehen, wo die meisten Menschen leben wollen. Möglicherweise gibt es aufgrund dieser Aufteilung so etwas wie Weltfrieden. Wahrscheinlicher aber ist, dass es so bekloppt bleibt, wie es jetzt ist. Schauen wir uns doch mal die aktuelle Lage an:

US-Vize-Aussenminister: Maduro wird zur Rechenschaft gezogen

Der von US-Streitkräften gefasste venezolanische Staatschef Nicolas Maduro soll nach den Worten von US-Vize-Aussenminister Christopher Landau für seine «Verbrechen» zur Rechenschaft gezogen werden. «Der Tyrann ist gestürzt», schrieb Landau auf X.

2

USA wollen Venezuela vorerst selbst regieren

Die USA wollen nach dem militärischen Eingreifen in Venezuela und der Entmachtung von Präsident Maduro die Kontrolle über das Land behalten. US-Präsident Trump kündigte bereits Investitionen von US-Ölfirmen an.

3

 Quellen

  1.  https://www.srf.ch/news/international/us-angriffe-auf-venezuela-trump-gibt-gefangennahme-von-praesident-maduro-bekannt
  2. https://www.srf.ch/news/international/us-angriffe-auf-venezuela-trump-gibt-gefangennahme-von-praesident-maduro-bekannt
  3. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-usa-venezuala-100.html

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Aus dem Jenseits voll ins Schwarze: Huxley und Trump

„Zeit der Oligarchen“ von Aldous Huxley beweist die Weitsicht eines klugen Mannes – trotz Sehschwäche. Das wird eine Beitrag voller Zitate, denn das Buch ist wie für unsere Gegenwart erdacht.

Ein Buch von Huxley? Der ist doch schon lange tot! Rückseite des Buches lesen. Von 1946 ist der Text? Gekauft. Jetzt habe ich das dünne Buch durch und bin sprachlos. Wie konnte er das alles schon ahnen?

„Dass die Menschen nicht viel aus der Geschichte lernen ist die wichtigste Lektion, die Geschichte lehren kann.“

Aldous Huxlex

Vielleicht ist es dieser Satz, der auf Hegel zurückgeht, den er sich als Mantra sagte und sich dann die Vergangenheit anschaute, nahm den Kreislauf der Staatsformen nach Polybios in der Hand und ab dafür.

Das Cover des Buches "zeit der Oligarchen" von Aldous Huxley

Gleichzeitig ist die technische Arbeitslosigkeit ein bleibendes Phänomen; jedes arbeitssparende Gerät, jedes neue und effizientere Verfahren, das an die Stelle eines älteren und weniger effizienten tritt, führt lokal und vorübergehend zu einem Rückgang der Beschäftigung.

Seite 27

Da fällt mir für unsere Zeit diese zwei Buchstaben ein, davon reden jetzt gerade alle. Wie heißt das denn noch. Jeder Knallkopf schwafelt jetzt davon … ach ja, die KI. Die künstliche Intelligenz, die sich anschickt viele Berufe obsolet zu machen. Besonders in der Kreativbranche. Die Roboter sind ebenfalls ein Grund, warum es mehr Arbeitslose gibt und geben wird. Die Beispiele aus der Geschichte lasse ich jetzt mal außen vor. Reinigungskräfte werden über kurz oder lang ersetzt werden, wie auch Bankangestellte – vielleicht sogar Therapeuten (was echt krank wäre).

Heute haben sich die Schrecken der Unsicherheit, vor allem in Form der Massenarbeitslosigkeit, so tief ins öffentliche Bewusstsein gebrannt, dass die meisten Menschen, wenn sie zwischen Freiheit und Sicherheit wählen sollten, ohne zu zögern für Sicherheit stimmen würden.

Seite 31

Deswegen ist die AfD so beliebt, sie verspricht Sicherheit und Ordnung. Allerdings reitet die CDU seit Jahrzehnten auf der Sicherheit herum, um wieder gewählt zu werden. Auch in anderen Ländern leben die Menschen nach der Devise, lieber sicher statt frei und wählen rechte Parteien. Die allerdings nichts sicherer machen, sondern nur denen in die Hände spielen, die dem Kapitalismus alles verdanken, auch und vor allem ihre Macht. Ich meine die US-Tech-Giganten. Die Huxley wohl auch schon kannte.

Der Glaube an den universellen Fortschritt basiert auf dem Wunschdenken, dass etwas umsonst zu haben ist. Dahinter steht die Annahme, dass Gewinne auf einem Gebiet nicht mit Verlusten auf einem anderen bezahlt werden müssen. Für die antiken Griechen wurde hybris, der anmaßende Übermut, ob gegenüber den Göttern, den Mitmenschen oder der Natur, früher oder später von der Rachegöttin Nemesis bestraft. Im Gegensatz zu den antiken Griechen glauben wir Menschen des 20. Jahrhunderts, dass unser Hochmut keine Folgen hat.
Unsere Fortschrittsgläubigkeit ist derart ausgeprägt, dass sie zwei Weltkriege überdauert hat und selbst im Angesicht des Totalitarismus, der Rückkehr der Sklaverei, der Konzentrationslager und der Flächenbombardements weiter blüht.

Seite 38/39

Das wissenschaftlicher Fortschritt von denen genutzt wird, die das Geld und die Macht haben, um eben dieses zu vermehren, will wohl niemand in Abrede stellen. Besonders heute nicht im Zeitalter der Deepfakes, der Desinformation und der Konzentration der Medien und der Finanzen in den Händen einiger weniger.

Das einige von den wenigen sich benehmen wie die Axt im Walde, hat Huxley erkannt und das so treffend formuliert:

Die Mentalität sämtlicher Nationen – die Mentalität, die ansonsten vernünftige Erwachsene einnehmen, wenn sie in der internationalen Politik wichtige Entscheidungen treffen – ist die eines vierzehnjährigen Straftäters: hinterhältig und kindisch, bösartig und einfältig, manisch egoistisch, überempfindlich und gierig – und gleichzeitig lächerlich angeberhaft und eitel. Solange es um nichts geht, dürfen sich die Erwachsenen, die die Politik des Landes beherrschen, nach den Regeln dieses sonderbaren Spiels wie Erwachsene verhalten. Doch kaum stehen wichtige wirtschaftliche Interessen oder das Ansehen des Landes auf dem Spiel, verschwindet der erwachsene Dr. Jekyll und an seine Stelle tritt Mr. Hyde mit den ethischen Maßstäben eines Boy Gangsters und einer Weltanschauung, die er aus der Lektüre von Houston Stewart Chamberlain und blutrünstigen Comics entnommen zu haben scheint.

Seite 56

Gibt es eine bessere Beschreibung von Donald Trump als diese? Als ich das las, dachte ich: „Sind Zeitreisen doch möglich?“ Als wenn Huxley bei einer von den vielen peinlichen Auftritten dieses Präsidenten dabei gewesen wäre. Es gibt noch ein weiteres Zitat, das auf Trumps Strategie passt: z.B. sein Umgang mit Venezuela, seine Freundschaft zu Epstein, die hohe Arbeitslosigkeit, die dummen Zölle, die steigenden Preise, usw.

Wenn zu Hause die Probleme zunehmen und der öffentliche Protest unangenehm laut wird, ist es in einer Welt, in der Kriege noch eine fast heilige Angewohnheit sind, immer möglich, die Aufmerksamkeit der Menschen weg von den heimischen und hin zu den ausländischen und militärischen Angelegenheiten zu lenken. Die staatlich kontrollierten Überzeugungsinstrumente entfesseln eine Flut fremdenfeindlicher oder imperialistischer Propaganda, man demonstriert eine »Politik der Stärke« gegen eine ausländische Macht, und sofort ist es unpatriotisch, selbst noch so gerechtfertigte Beschwerden über Misswirtschaft oder Unterdrückung zu äußern. Daher kann es sich ein hochgradig zentralisierter Staat kaum leisten, auf Militarismus oder Kriegsandrohungen zu verzichten.

Seite 60

Es geht Trump nicht um Drogen, es geht ihm, wie auch seinen Vorgängern im Irak um das verdammte Öl, das es in Venezuela gibt. Auch hier ist Huxley wieder weise und hellsichtig:

Einer der Gründe für die letzten Kriege war der internationale Wettstreit um die lokalen Ölvorkommen; das Positionsgerangel im Nahen Osten, wo alle verbleibenden Großmächte Ansprüche auf persisches, mesopotamisches und arabisches Öl anmelden, lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Seite 85

Aldous Huxley spricht von kleinen dezentralen, autarken Einheiten. Ich verstehe das so, das wir uns in kleine Gemeinschaften organisieren, um unser Leben zu gestalten. Leider ist das eine Utopie, denn die Menschen wählen in diesem Land schon seit Jahrzehnten so, das die Regierung Politik gegen das Volk machen kann. Nur die dümmsten Kälber, und so weiter.

Jetzt aber

Dafür, das es sich um ein fast 80 Jahre alten Text handelt, ist er unfassbar aktuell. Zeigt das nun, das wir tatsächlich nichts aus der Geschichte lernen? Ja.
Beweist es irgendwie, das sich auch die Gesellschaftsstruktur nicht ändern? Ja.

Denn dieses Zitat, ist von Tolstoi aus dem 19 Jahrhundert ist noch älter als das Buch von Huxley:

Bei einer derartig schlechten Einrichtung der Gesellschaft wie der unseren, in der eine kleine Zahl von Menschen die Macht über die Mehrheit hat und diese unterdrückt, dient jeder Sieg über die Natur unweigerlich nur dazu, Macht und Unterdrückung zu vergrößern. Und genau das geschieht heute.“

Leo Tolstoi

Falls sich etwas ändert, dann ändert es sich wirklich sehr langsam. Von damals bis heute ist es allerdings so: Wenige haben viel und viele haben wenig.



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Wenn zu viel von allem nicht genug ist – Wie wir hören und sehen

Die YouTuberin / Musikerin Mary Spender kündigt ihr Spotify-Abo. Nicht aus Frust oder Enttäuschung, sondern weil sie entdeckt hat, dass sie anders Musik hören will. Zurück zum Album sozusagen. Genauer hinhören. Sich Zeit nehmen für ein ganzes Album. Das freut mich. So faszinierend es auch klingt, das man alle Lieder der Welt in seinem Handy mit sich führen kann, so ist es für mich persönlich auch eine Belastung. Deshalb habe ich mein Apple Music Abo nach drei Monaten Probezeit und kaum genutzt nicht verlängert.

Ich habe damals meine Plattensammlung durch CDs ersetzt, die CDs dann alle gerippt und trage so meine persönliche Musikhistorie von einem Medium zum nächsten. Alben, die mich interessieren, begeistern oder die ich unbedingt brauche, kaufe ich mir.

Als ich Fotograf war, war ich einer der letzten, der sich eine Digitalkamera kaufte. Es war allerdings nicht die Ablehnung der neuen Technik, sondern ein profanes Geldproblem. Aber damals schon konnte ich beobachten, wie einige Kollegen einfach nur auf das Motiv hielten und den Auslöser kaum losließen. Bilder über Bilder. Beliebigkeit wurde zum Normalzustand. Heute, dank der Kamera im Smartphone, wird alles ohne Limit fotografiert und gefilmt. Die Stunden sinnloser YouTube Shorts sind dafür ein Beleg.

Wenn zu viel von allem nicht genug ist – Wie wir hören und sehen - Blogbeitrag über die Beliebigkeit unserer Zeit  - Seifenblasen, die zufällig entstanden / Foto: Markus Hansen
Zufällig entstanden Seifenblasen oder KI? | Foto: Markus Hansen

Zurück zum analogen

Der Grund, warum die Vinyl-Scheibe zurückgekommen ist, könnte genau das sein: Die Menschen wollen bewusster hören. Im Urlaub sah ich einige Leute, die analog fotografiert haben. Die Beschränkung auf ein Album oder auf 36 Bilder ergibt Sinn, besonders in einer Zeit, in der alles überall und jederzeit verfügbar ist. Serien auf Netflix kann sich jeder sofort in Gänze anschauen (Serien-Marathon), auf Spotify sind alle Songs zu hören und will man etwas wissen fragt man das Internet bzw. die KI.

Was würde wohl Walter Benjamin heute sagen, in einer Zeit, in der die KI Musik und andere Künste ohne jede Aura erschafft und es dafür kaum etwas abverlangt? Jede digitale Kopie ist so gut wie das Original. Kein Qualitätsverlust. Was ist ein Original?

Das, was überall und jederzeit verfügbar ist, wird zur Selbstverständlichkeit. Wer geht denn morgens ins Badezimmer und freut sich darüber, dass das Licht angeht? Der Strom ist für uns selbstverständlich, genauso wie das plärrende Radio in der Küche, das fließendes Wasser und das die Bahn zu spät kommt.

Zu dem Selbstverständlichen kommt das Überangebot an allem. Zum Beispiel KI-Slop, ein Angebot – Überangebot – von sinnlosen Zeiträubern, die die sozialen Medien überschwemmen. Beiträge ohne jeden Sinn oder mit politischen Hintergedanken, nur um Profit zu machen oder für Desinformationen. Davon wird dann noch über 50 Prozent von Bots generiert. Absurd.

Es war einmal, …

Musik immer und überall. Filme ohne Ende und eine niemals endende Bilderflut. Das ist der Ist-Zustand. Dazwischen Werbung und Nachrichten. Wie soll der einzelne da bestehen? Sind nicht schon viel zu viele Menschen ohne Smartphone gar nicht mehr denkbar. Wenn ich mich irgendwo umsehe, haben so viele ihr Handy in der Hand ohne es gerade zu nutzen oder mit einer Kordel am Körper, das es in den nächsten Generationen wohl in den Körper integriert sein wird. Kleine Kinder halten sich Spielzeug an das Ohr und spielen Telefonieren oder Tablet. Im Jahre 2007 kam das iPhone auf den Markt und alle jungen Menschen, die danach auf die Welt gekommen sind, ahnen nur, dass es mal eine Zeit ohne Smartphone und Internet gab. Aber sie kennen sie nicht.

Der Kampf gegen die Beliebigkeit ist ein einsamer Kampf. Ich glaube, jeder muss für sich einen Weg finden. Handy-Verbote an Schulen oder Jugendlichen die sozialen Medien zu verbieten, halte ich für aussichtslos. Wir älteren sind als Vorbilder kaum zu gebrauchen bzw. ernst zu nehmen.

Will man wirklich Daniel Ek noch reicher machen? Vielleicht genießt man mal ein Konzert, ohne es zu filmen. Oder verspeist sein Essen ohne es abzulichten. Verrückt, ich weiß.

Hauptsache es rieselt

Es wird bestimmt immer eine kleine Gegenbewegung geben. Menschen, die Musik bewusst hören und sich nicht den ganzen Tag von einer Playlist berieseln lassen, die ein Bot für sie zusammengestellt hat. Leute, die sich nicht von Short zu Short wischen und am Ende nicht wissen, was sie sich angesehen haben, sondern gezielt suchen und konsumieren. Aber was macht der Rest von uns?

Es wird nicht mehr weggehen. Keiner wird das Internet abschalten. Es wird sich wandeln. Vielleicht wird es sich spalten: ein Bot-Internet und ein Menschen-Internet. Macht es denn einen Unterschied, ob ich einen KI-Song höre oder einen schrecklichen Song von Modern Talking? Die Antwort kennt nur Brother Louie.

Den meisten Menschen ist es bestimmt auch egal, womit sie sich berieseln lassen. Hauptsache es rieselt.

So leben wir alle in unseren kleinen Blasen. Ein Algorithmus versorgt uns mit dem, was wir zu sehen oder zu hören glauben zu wollen. Hält uns fern von dem, was wahrscheinlich nicht relevant für uns ist. Immer mehr vom ewig gleichen. Oder wir legen mal ’ne Platte auf und hören zu.


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Alte Männer, die KI und Moneten

Der Diktator in dir

Jeden Morgen, wenn ich DLF einschalte, ist mindestens eine Nachricht über Trump dabei und/oder über Putin. Zwei Männer – alt und weiß – die unter ihrem Ego leiden und uns alle daran teilhaben lassen. Ich habe es schon mal gesagt: Es ist nicht mehr zeitgemäß. Es kann nicht sein, das ein Mann über so viel Macht verfügt, das er tausende oder Millionen in den Tod schicken kann. Das einer bestimmt, was die Bevölkerung denken soll. Der Trend geht wieder zu den starken Männern, aber das ist bescheuert. Kein Land der Welt sollte sich dem Willen eines einzelnen unterwerfen. Da ist kacke.

Nicht nur in der Politik

Spotify bestimmt den Musikmarkt, Amazon den Einzelhandel, Meta den Werbemarkt oder was auch immer und wir kleinen Würstchen stehen da und staunen. Wir werden ausspioniert und manipuliert. Die Medien, besonders die neueren, haben die Aufgabe uns auf Linie zu bringen. Auch hier konzentriert sich die Macht auf einige wenige. Die ihre Macht nicht in den Dienst des Bürgers stellen. Sie nutzen sie um andere zu verunglimpfen. Siehe Wärmepumpen und Habeck oder das Bürgergeld. Die Welt wird von den Mächtigen als Torte gesehen und jeder will das größte Stück davon haben. Einer von ihnen, Warren Buffet sagte 2006:

Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen. (4)

Ob Aktienkrise, Krieg oder Klima, der Reichtum der Mächtigen kennt nur eine Richtung und das ist nach oben. Er wächst und wächst und wächst und … – es ist klar was ich meine. Noch mal Warren:

„Wenn du dir die Forbes-Liste aus dem Jahr 1982 anschaust, hatten die 400 vordersten Plätze ein Gesamtvermögen von 93 Milliarden Dollar“, so Buffett. Heute seien es 2,4 Billionen. „Diese Wohlstandsvermehrung ist eine unverhältnismäßige Belohnung der Reichsten.“ Warren Buffet (5)

Auffällig ist auch der geringe Anteil von Frauen bei diesem ganzen Geschachere und so scheint der Sieg der alten, weißen, reichen Männer unaufhaltsam. Das nächste große Ding für die weißen, alten Männer sind die KI.

Die KI macht. Aber warum?

Die KI ist möglicherweise genauso eine Seifenblase, wie damals das gute, alte Internet. Wie damals, denkt jeder, wenn er den Begriff KI nur häufig genug benutzt ist er up to date. Hat sich das Leben von uns kleinen Menschen wirklich verbessert, seit es das Internet gibt? Um es mit Reg von der Volksfront von Judäa zu fragen: Was hat das Internet oder die KI je für uns getan?

Ich muss keine CD/DVDs mehr kaufen.
Ja, das stimmt. Trotzdem ist Musik nicht günstiger geworden. Reich werden nur, wie vorher auch, die ganz oben. Der Spotify CEO Daniel Ek verdient im Jahr 3.942.660.009,00 € (1). Ob das stimmt? Keine Ahnung, aber das reicht zum Leben.

Was bekommt so ein normaler Musiker von Spotify im Jahr? Die KI sagt: 68 % verdienen weniger als einen Euro pro Jahr durch Streaming. Das reicht in keinem Land zum Leben.

Ich muss nicht mehr in volle Läden gehen, um etwas einzukaufen.
Auch richtig, aber dafür sterben die Innenstädte. Es gibt tausende Paketboten, die unter beschissenen Bedingungen arbeiten müssen und das Geld fließt auch zum größten Teil wieder nur zu den Wohlhabenden.

Zurück zur KI

Was ist ihr Nutzen? Sie macht kitschige Bilder wie mit Apple Playground, Musik mit Suno oder Videos mit Hailuo. Aber ist das wirklich nützlich? Das, was die Menschen ausmacht, ist doch ihre Kreativität. Wozu braucht es also eine Maschine, die das macht, was wir gerne machen? Soweit ich das beurteilen kann, haben viele Menschen Spaß daran, etwas zu erschaffen. Die Antwort sind vier Buchstaben: GELD. Die Firma OpenAI ist zur Zeit 500 Milliarden Dollar wert, macht aber Milliarden Verluste.

Ich als KI-Bild
Das hat Apple Playground aus einem Foto von mir gemacht. Im Prompt habe ich geschrieben, es soll Rauch aus der Pfeife und den Ohren kommen. das hat ja toll geklappt.

Die KI bereitet den kreativen Berufen aber mehr Kopfschmerzen und Existenzängste als anderen. Synchronsprecher oder Schauspieler könnten obsolet werden. Autoren brauchen sich kaum mehr auszudenken als ein Prompt, das gilt auch für Musiker, Maler, Journalisten, Programmierer, usw.

Also sehr viele Menschen sehen für ihre berufliche Zukunft schwarz. Die Betreiber von Contentabhängigen Plattformen hingegen freuen sich.

Content, Content, Content 

Spotify füllt seinen Katalog mit KI-Musik und KI-Bands auf. Das Internet wird von KI-Slop geflutet, um Content für dusselige Bots zu generieren, die sich dann darüber aufregen. Alles nur, damit Du die ganze Zeit an Deinem Bildschirm klebst und Dir das anschaust. Denn nur, wenn Du ganz lange bei den Plattformen bleibst, gibt es von den Werbeleuten das, worum es eigentlich geht. Rate mal. Aber kann die KI irgendwem den Arsch säubern? Mein Auto reparieren? Den Müll hinuntertragen? Nein. Das, was kaum jemand gerne macht, das kann die KI nicht. Unpraktisch.

Hinzu kommt noch, das ChatGPT grandiose Fehler macht. Das kann und wird sich bestimm noch ändern, aber was kommen dann für Fehler? Zurzeit ist es für einige KI schwer von 100 bis 90 rückwärts zu zählen.(2) Menschen in Madagaskar, die für einen Hungerlohn der KI beibringen, was ein Schwan oder eine Schusswunde ist, sind bestimmt auch froh, in dieser glanzvollen Welt im Schatten bzw. im Dreck zu sitzen und andere damit reich werden zu lassen. Goldgräberstimmung beschreibt es ganz gut. Hier im reichen Westen erzählt man uns, was die KI alles kann oder können soll und wird. In den armen Ländern umkreisen die Leute an ihrem Laptop Katzen oder Menschen für die KI. Das ist Zukunft – für die Reichen.

Meine Erfahrungen mit der KI sind rudimentär, ich mache Videoschnipsel, die oft nicht so aussehen, wie ich es mir gedacht habe. Aber das ist offensichtlich meine Schuld, weil mein Prompt nicht genau genug war. Oder? Trotzdem frage ich mich: Wer in der KI den Rest, den ich nicht formuliert habe, entscheidet. Es ist Willkür, irgendwie. Hier ist ein kurzes Video und  der Prompt dazu:

„The man takes a large anchor, a painting, the Mona Lisa, a piano and an elephant out of the dumpster and puts everything next to him on the street.“ Das war mein Prompt für den KI-Video-Generator von https://hailuoai.video und das ist das Ergebnis.

Wieso kommt der Anker die Straße entlang?

Beitrag zu meinem Musikvideo „Ersetzt“, indem ich auch noch einige Schwachstellen zeige.

Zuckerberg schließt eine KI-Blase nicht aus, will aber nicht daneben stehen und riskiert ein paar 100 Milliarden, denn:

„Wenn ein Unternehmen zu langsam ist und eine künstliche Superintelligenz früher als erwartet entstehe, werde es bei der meiner Meinung nach wichtigsten Technologie, die die meisten neuen Produkte, Innovationen, Wertschöpfung und Geschichte ermöglicht, ins Hintertreffen geraten.“ (3)

Es sind alle nur auf der Jagd nach dem Geld und keiner will etwas verpassen: Ob da nun wirklich etwas sinnvolles entsteht, oder nicht, wird uns bald eröffnet. Die neue Superintelligenz ist bald da und die sagt dann bestimmt: 42.


Quellen

  1. https://wageindicator.de/lohn-gehalt/vip-gehalter/daniel-ek#:~:text=Gehalt%20Daniel%20Ek&text=Net%20Worth%202024%3A%20%244.6%20B,rise%20compared%20to%20last%20year)
  2. https://youtu.be/jiuw7Pkt5h4?si=2DP7bdxjrcv3izre
  3. https://www.heise.de/news/Mark-Zuckerberg-haelt-Platzen-der-KI-Blase-fuer-moeglich-10667274.html
  4. https://www.zlv.lu/db/1/1433579424257/0
  5. https://www.welt.de/wirtschaft/article166023353/Warren-Buffett-Das-wahre-Problem-sind-Menschen-wie-ich.html
  6. https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/kuenstliche-intelligenz-openai-koennte-dieses-jahr-bis-zu-fuenf-milliarden-dollar-verlust-machen/100074305.html

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Mit YouTube gut im Alter leben

Eine famose Idee zur Lösung unseres Rentenproblems – neben einer effektiven und realistischen Erbschafts- und Vermögenssteuer.

Wenn jeder Rentner sich einen YouTube-Kanal zulegt und andere Rentner diesen Kanal abonnieren und ebenfalls einen Kanal haben, dann hat jeder Kanal vielleicht 1,5 Millionen Abonnenten oder noch mehr.

Die Senioren schauen sich das Zeug der anderen dann Vormittags an, damit ordentlich viele Views (2 Millionen im Monat) zustande kommen, liken das Ganze und teilen es noch mit einfach jedem, den sie kennen. Jeder Rentner könnte dann mit 3.000-8.000 Euro im Monat rechnen – nur durch die Werbung. Das Rentenproblem wäre damit aus der Welt geschafft. Bezahlen würde YouTube mit dem Geld, das die Werbeheinis zahlen und damit die großen Konzerne, die so ungern Steuern zahlen. WINWINWIN.

Ein älterer Mann sitzt schlafend auf einer Mauer | Foto: Markus Hansen
Rentner in der Armutsfalle gibt es nicht mehr und das alles ohne großen Aufwand | Foto: Markus Hansen

Zwei, dreimal die Woche oder am besten jeden Tag sollte gepostet werden. Die Qualität ist zweitrangig, bei dem Mist, der im Fernsehen, bei YouTube oder TikTok läuft, ist der Anspruch nicht hoch oder wichtig. Es muss nicht Zach King sein, Millionen Views reichen völlig aus.
Ein paar spontane Beispiele:

  • am Küchentisch Butterkuchen mit Sahne essen
  • seine Fische im Aquarium füttern
  • Rasen mähen
  • etwas Backen oder kochen

Für gehobene Ansprüche kann sich der erzählerisch begabte Senior oder die Seniorin in einen Ohrensessel schwingen und von früher erzählen. Damit könnte man später die Geschichten transkribieren und als Buch verkaufen – noch mehr Geld. Wer es alleine nicht schafft, kann ja auch einen Livestream vom Stammtisch oder Shanty-Chor bringen. Von dem verdienten Geld können sich die Senior-Creator schöne Reisen leisten und schon gibt es wieder Content.

Die Technik spielt den Senioren ebenfalls in die Hände, es gibt schon so kleine Kameras, die man sich um den Hals hängen kann oder an die Bluse und fertig ist der Beitrag. Das Schneiden und Beschriften übernimmt die KI. Durch das viele Geld geben die reichen Rentner und Rentnerinnen mehr aus und retten damit die stagnierende Wirtschaft.

Die Alten übernehmen

Der monotone Blick der Werbewirtschaft auf die 14-49-Jährigen ist veraltet. Den Senioren gehört die Zukunft. Denn um und bei 20 Millionen Rentner könnte es 2030 in Deutschland geben. Knapp 40 Millionen Erwerbstätige müssen dann für die Rentner sorgen. Junge Menschen werden seltener, die 10-18-Jährigen tummeln sich bei 5,4 Millionen. Es kommt noch schlimmer:

Die Anzahl der Erwachsenen im Erwerbsalter (18 bis 64 Jahre) sinkt sehr deutlich von 50,5 Mio. auf 44,5 Mio. (- 5,9 Mio. bzw. – 11,8 %). Hierbei sinkt die Anzahl der jüngeren Erwachsenen (18 bis 44 Jahre) mit 13,6 % stärker als die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen (- 9,6 %). 2

Von allem immer weniger, nur von den Alten gibt es immer mehr, da ist es nur folgerichtig, dass die Senioren und Seniorinnen das selbst in die Hand nehmen.

Es würden sich neue Aufgaben für die Altenpflege eröffnen. Weg von der Bettpfanne hin zum Content Creator in der Seniorenresidenz, dem Social-Media-Pfleger und was da noch alles dran hängt. Den Rentnern dieses Feld nahezubringen, könnte ein Aufschwung für die Weiterbildung-Szene sein. Kein Kurs mehr in Töpfern oder einen Vortrag über Sturzprophylaxe. Es gibt Final Cut Pro für Oma und Opa oder Movie Maker für Silberlocken. Altenheime können attraktiver werden, mit eigenen Studios und Schnittplätzen und würden damit indirekt auch noch mehr verdienen. Reiche Bewohner ergeben höhere Preise. Auch die Pflege an sich wäre besser, denn wo Geld ist, da gibt es kein stundenlanges Warten auf einen Pfleger oder Pflegerin in seinen eigenen Exkrementen – da ist Service.

Nachdem ich dieses Problem also gelöst habe und demnächst den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften entgegennehmen kann, suche ich nach einer Lösung für die Dummheit meiner Spezies oder wie und warum der Mülleimer immer so schnell voll ist.


Quellen

  1. https://de.statista.com/infografik/25751/altersrentner-und-beitragszahler-in-der-rentenversicherung-in-deutschland/
  2. https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/strukturdatenprognose-2030.html

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Wir sind lernresistente Ärsche 

Oft kommt es vor, dass, wenn ich ein Buch lese, es mich zu einem andern Buch führt und dann staune ich. Peter Singer schrieb vor über 50 Jahren einen Essay mit dem Titel „Hunger, Wohlstand und Moral“. Darin schreibt Singer, dass wir „eigentlich“ moralisch verpflichtet sind, Menschen in Not zu helfen. Unabhängig davon, ob wir die Menschen kennen oder wo auf der Welt sie sich befinden. Sein Beispiel ist ein kleines Kind, das in einem Gewässer ertrinkt und wir haben neue Schuhe an, die das geringe Opfer symbolisiert, das wir bringen müssten, um das Kind zu retten. Müssen wir dem Kind helfen? Dies wird bejaht und daraus ergibt sich die Verpflichtung, das wir allen Menschen in Not helfen sollten. Er hat recht.

Doch was schert den Menschen die Moral? Was kümmert mich die Not von Millionen Menschen im Wo-auch-immer? Muss ich nicht meine Miete zahlen? Schenkt mir jemand etwas? Die Regierung soll sich darum kümmern. Was ist mit der Kirche? Singer hatte als Beispiel den Indien-Pakistan-Krieg von 1971 vor Augen, der neun Millionen Menschen in Lebensgefahr brachte. Achtung Ironie: Es hat sich so viel verändert. Unser Moralkonto weist ein großes Guthaben auf.

Oder?

Syrien, Sudan, Gaza, Burkina Faso, Afghanistan und damit sind schon mehr 33 Millionen Menschen auf der Flucht und/oder bedroht von Hunger und Tod. (1)

Das Buch, das mich zu Singer geführt hat, heißt „Moralische Ambitionen“ von Rutger Bregman und darin beschreibt er Menschen, die sich auf machen, die Welt zu verändern. Ein Mann veranstaltet einen Schwimm-Event und mit dem gesammelten Geld kauft er Moskitonetze für die Menschen, die in den Gebieten leben, die von Malaria betroffen sind. Der Aufruf ist genauso richtig wie die Forderung von Singer und trotzdem passiert jeden Tag und überall immer mehr Leid und Unglück. Bücher bringen nicht viel. Das ist leider offensichtlich.

Die anderen sind untätig

Es ist wohlfeil, sich in seinem gemütlichen Sessel zu setzten und über die fürchterliche Moral der Menschen zu lamentieren. Aber, wir müssen in den Spiegel schauen. Nehmen wir mich als Beispiel. Ich habe ein Auto, produziere jede Menge Müll, fliege hin und wieder durch die Welt, dusche jeden Tag und spenden, wie es Singer fordert, tue ich auch nicht. Ich bin weiß und lebe in einem reichen Land. Meine Probleme sind nicht lebensbedrohlich. Tatsächlich hätte ich sogar etwas Geld übrig um es zu spenden. Ich tue es nicht, weil ich an mich und meine Zukunft denke.

Die Bücher von Singer und Bregman frustrieren mich und besonders das Buch von Bregman setzte sofort eine Lawine von Argumenten in Gang, die mein „Nichts-tun“ rechtfertigen. Aber da gibt es nichts zu beschönigen. Ich schreibe zwar Texte und Lieder, in denen ich auf Missstände hinweise, aber damit ist keinem geholfen.

Verpackungsmüll in einer Mülltonne | Foto: Markus Hansen
Ein Blick in meinen Müll für den gelben Sack, der auch mehr verspricht als er hält. (4) | Foto: Markus Hansen

Es tut weh, da gibt es keine Ausflüchte. Auf andere zu zeigen ist leicht und lenkt die Verantwortung von mir und uns weg. Aber, wir sind es, die den Müll produzieren. Wir verschmutzen und überfischen die Weltmeere und verpesten den Boden und die Luft. Wir sind die Wohlhabenden, die im Überfluss leben, die nur einen Lebenszweck haben und das ist: Konsumieren. Dieses System ist toll, wenn man auf der richtigen Seite ist. Sehr viele müssen im Dreck sitzen, um es anderen zu ermöglichen, im Wohlstand zu leben. Hier in Deutschland: Menschen leben zu sechst in einem kleinen Zimmer, zerteilen jeden Tag Tierkadaver für einen geringen Lohn, damit irgendwo ein anderer sein Rumpsteak für 4,99 Euro auf den Grill werfen kann.

Das Buch über das Wachsen

Ein anderes Buch, das auch über 50 Jahre alt ist: „Die Grenzen des Wachstums“ oft zitiert und noch häufiger ignoriert. Verweist genau auf das Problem, das zu einer Religion mutiert ist: Der Konsum, der uns alle glücklich macht. Es ist in vielen Bereichen besser geworden, wie die gesunkene Kindersterblichkeit oder die medizinische Versorgung. Aber leider hat sich an der Gesamtsituation auf diesem Planeten seit 1971 nicht so viel verändert. Die Reichen werden immer mehr und immer reicher, die Armen werden zahlreicher und die Not wird größer. Dabei ist es gar nicht mehr notwendig, denn Geld ist ausreichend vorhanden. Aber wir wollen es nicht. Frankreich hat vor kurzem erst eine Milliardärs-Steuer abgelehnt (2). Warum? Der Trickle-down-Effekt (3) ist doch ganz offensichtlich Blödsinn und viele Super-Reiche würden diese Steuer gar nicht merken.

Wir wissen alles oder wir könnten alles wissen, aber wir und ich handeln nicht. Wir sind so schrecklich menschlich. Bequem. Egoistisch. Ignorant. Beispiele? Trump, Putin und Netanjahu.

Ein unendliches hin und her zwischen zwei Polen von links nach rechts. Von Kommune zu Diktatur. Jetzt ist es wieder der vermeintlich starke Mann, der alle Probleme mit volksnaher Rhetorik in Handumdrehen und/oder mit Gewalt löst. Das ist falsch. Wir sind es, die etwas verändern könnten. Doch wir sind leider auch nicht besser als die da oben oder die da unten. Wir sind Menschen. Wir sind Tiere. Seit Jahrzehnten versuchen die Antilopen, den Löwen das vegetarische Leben schmackhaft zu machen, da ist nicht wirklich erfolgreich.

Wenn wir nur wollten

Die genannten Bücher von Singer und Meadows haben uns unsere Schwächen gezeigt und auf die Gefahren hingewiesen. Nur ändert sich der Mensch nicht. Trotz aller Informationen, die wir rund um die Uhr bekommen. Wir sind die Dinosaurier, wir wachsen und wachsen und dann gibt es einen großen Knall. Vielleicht gräbt in einer fernen Zukunft jemand unsere Knochen aus, unsere Städte und all den ganzen Plunder und versucht zu verstehen, wie es zum Aussterben der Menschen kommen konnte. Die werden sich kaputt lachen.

Ich irre mich bestimmt und die Menschen lernen jeden Tag etwas dazu, die Geschichte ist ein Komposthaufen und daraus entwickelt sich etwas Neues und Gutes. Irgendwann haben wir alles überwunden, leben im Einklang mit der Natur und allen Menschen auf einem gesunden Planeten ohne Kriege. Niemand muss hungern. Kurz, alles wird perfekt. Bestimmt.


Quellen

  1. https://www.nrc-hilft.de/perspective/2025/hier-sind-funf-Krisen-die-Sie-im-Jahr-2025-kennen-sollten  und https://www.rescue.org/de/watchlist
  2. https://www.deutschlandfunk.de/senat-lehnt-zweiprozentige-mindeststeuer-fuer-milliardaere-ab-102.html
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Trickle-down-Ökonomie
  4. Faktencheck zum Plastikmüll von der Anstalt

Mehr Texte gibt es hier.

Die letzten Jahre der Demokratie

In den USA werkelt Trump an seiner Dauerpräsidentschaft. Andere rechte Gesinnungsfreaks nehmen sich Ungarns Viktor Orbán als Beispiel und das Ziel ist eindeutig: Die Demokratie muss weg. Es scheint ein Wechselspiel zu sein. Profitgier unter dem Deckmantel des Rechtsextremismus oder Rechtsextremismus unter der Fahne der Profitgier. Das eine schließt das andere nicht aus. So werden Medien gesammelt wie Pokémon-Karten, um der Bevölkerung nur noch Blödsinn zu erzählen.

So wie bei Putin oder bei Xi Jinping. Die Information sind der Schlüssel für – für was eigentlich? Diktaturen? Sollen wieder Millionen von Menschen eingesperrt, gefoltert und getötet werden? Oder geht es darum, das die Wirtschaftskonzerne tun und lassen können was sie wollen, damit einige Menschen so viel Geld haben, das sie sich einen neuen Planeten bei Amazon bestellen können? Die reichen, weißen, alten Männer bäumen sich noch einmal auf um ihre verkorksten Moralvorstellungen erfüllt zu sehen? Die Bibel ist kein Märchenbuch, sondern fundierte Wissenschaft? Ein nackter Körper im Fernsehen ist anstößig und muss verhindert werden, Frauen sollen Kinder bekommen und den Haushalt schmeißen. Zurück in die 1950 Jahre, als der Mann noch unangezweifelt der Häuptling war.

So wie Russell Vought der für Trump das Office of Management and Budget leitet und 2016 auf Facebook schrieb, das die „Muslime nicht an Gott glaubten“ und deswegen „verdammt“ sein. Die Reichen sind oft sehr arm. Besorgniserregend ist, das Musk mit seinem Geld und Trump mit seine Halunken unsere AfD gut finden und sie unterstützen.

Überall ist rechts

So ist es mal wieder kurz vor was auch immer. Es wird Tot, Gewalt und Zerstörung bringen. Ob das, was am Ende übrig bleibt, noch zu etwas anderem taugt als auf den roten Knopf zu drücken wird man sehen. Schweden, Finnland, Kroatien, Italien, Ungarn, Slowakei, Niederlande und Belgien sind rechts. In Deutschland ist die Partei von Frau Weidel bei über 24 Prozent. Das bedeutet, jeder vierte Wähler ist blau. Prost. Die Länder in Europa, die nicht von rechten regiert werden, könnten ähnlich stark betroffen sein wie wir.

Keine freie Presse mehr, Entlassung von Beamten, Reduzierung von Sozialleistung, Angriff auf die Bildung, Deportation von Migranten, geschlossene Grenzen, Ausgrenzung von andersdenkenden und jede Menge Freiheiten für die Geld- und Machtelite. Das ist die Zukunft! Kommt die Sklaverei wieder? So viele Jahre nach der Aufklärung und nach so vielen dummen Kriegen und nach dem verheerenden Abwurf der Atombomben sind wir bereit, das ganze zu wiederholen. Möglicherweise hat der Planet Glück und wir rotten uns selber aus, dann ist endlich Ruhe im Karton.

So wie die Spanier und Portugiesen sich alles angeeignet hatten, was den Ureinwohner jener Länder gehörte, welche die Entdecker besuchten, so wollen heute auch einige wieder diverse Grundstücke auf dem Planeten als ihren Besitz registrieren lassen. Das ist dann die Freiheit von der diese Leute schwafeln. Freiheit sich zu nehmen, was man will, zu kaufen, was man mag und andere zu zwingen, was man möchte. Das ist kacke und nicht mehr als die gute alte Hackordnung.

Zur Rettung der Demokratie sind tausende gestorben und liegen auf dem  American Cemetery & Memorial (Amerikanischer Soldatenfriedhof)⁩ in Frankreich⁩ / Foto Markus Hansen © 2017
Der Amerikanischer Soldatenfriedhof in Frankreich, wo Tausende Tote liegen, das ist alles andere als erstrebenswert. | Foto: Markus Hansen | 2017

Wir werden einfach nicht erwachsen

Obwohl es einigen Menschen gelingt, Ereignisse vorherzuberechnen, zu erahnen oder sogar zu beschreiben, gilt dies aber nicht für die Masse der Menschen. Sie sägen an dem Ast, auf dem sie hocken oder auf dem Stuhl, auf dem sie sitzen und wundern sich, wenn sie auf die Fresse fallen. Das sind wir! Wir opfern die Umwelt für Arbeitsplätze. Die in naher Zukunft keiner mehr braucht, weil wir nichts mehr zu fressen, zu saufen oder zu tun haben.

Ein gutes Beispiel für unsere Dummheit ist Folgendes: Jemand entdeckt einen schönen Ort und macht davon ein Bild. Das postet er auf den sozialen Medien und dann wollen alle dahin, um diesen Ort zu sehen. Ergebnis: Der Ort ist überrannt und nicht mehr schön, sondern nur noch ätzend. Aber daraus etwas lernen, wäre zu schön. Nächstes Bild, nächster Ort. Ätzend.

Famos ist auch, das jene, die sich beschweren, das man nichts mehr sagen könne sich ja gerade dafür einsetzten, das man in Zukunft nichts mehr sagen kann. Dabei kann man doch alles sagen, was ja ein Grundpfeiler der Demokratie ist.

Die letzten Tage der Menschheit

Malen wir ein Bild: In jedem Land sitzt ein Spinner mit der ganzen Macht in seinen dreckigen Händen. Er bestimmt, was die Leute zu sehen und zu lesen bekommen und prahlt in den Medien mit seinen Erfolgen. Einer der Spinner mag einen anderen Spinner nicht so gerne, weil der das Meer vor der Tür hat und er nicht. Einmarschieren. Die restlichen Spinner teilen sich in zwei oder drei Lager und schon geht es los. Eskalation.

Meine Hoffnung ist, das die Menschen es leid sind, sich von einem einzelnen oder einer Gruppe drangsalieren zu lassen. Das die Einsicht und die Vernunft sich durchsetzt und ein freies und erfüllendes Leben für alle möglich wird. Nach Machiavelli müsste nun die Anarchie kommen, doch es sieht mehr nach der Oligarchie bzw. der Plutokratie aus. Möglicherweise gibt es nur noch ein hin und her zwischen Demokratie und Diktatur und wir steuern gerade auf das zweite zu. 

In diesem Land, wo es in so vielen Bereichen an Fachkräften mangelt, sollten wir uns um Einwanderung bemühen. Wir werden immer älter,  bekommen keine Kinder mehr und das, was da ist, rottet vor sich hin. Es braucht also Menschen, die das leisten, was wir nicht mehr leisten wollen oder können. Wir sind menschlich schon sehr tief gesunken, was den Umgang mit unseren Artgenossen angeht. Wir setzen auf Fassaden und nicht auf Substanz. Das ist erschreckend und langfristig dumm. So sind wir.


Weitere Beiträge gibt es auf der Blog-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.

Shorts fressen dein Gehirn

Ich werde oft gefragt, wie ich so erfolgreich auf YouTube geworden bin? Die Antwort ist etwas länger. Zuerst habe ich mir den Algorithmus von YouTube geholt. Den gibt es unter Einstellung, dann ganz nach unten scrollen, dann den Punkt Service anklicken. Dort muss man einen Haken bei Jaja setzen und dann im folgenden Dialog die 34726 Fragen beantworten. Nachdem man dann seine Kreditkartennummer eingetragen hat, bekommt man eine verschlüsselte Mail und da ist dann der Algorithmus drin. Den Quellcode muss man dann ausdrucken und wieder Einscannen, …

Aber wirklich erfolgreich auf YouTube wird man erst durch Inhalte und als ich mir viele von diesen Shorts angesehen habe, dachte ich mir: Boah ist das bekloppt. Frauen in Bikini, Tiere in Not, Tiere mit Baby, Baustellenvideos, Heimwerker, Autounfälle, Überschwemmung, Waldbrand und was sonst noch alles. Das wollte ich auch.

Meine Serie heißt: Shorts fressen dein Gehirn. Bei meinen Shorts muss nachgedacht werden, wenn auch nur kurz. Hier geht es zu den Shorts.

Cover einiger Shorts
En kleine Auswahl meiner Videos
Cover einiger Shorts
Cover einiger Shorts

Shorts sind schlimm

Das ganze ist ernst gemeint und ich mache mir tatsächlich Sorgen. Wenn die kleinen halbgaren Gehirne unserer Jüngsten nach 15 Sekunden schon gelangweilt sind, was bedeutet das für den Rest der Kultur?

Für ihren noch nicht endgültig entwickeltes Frontalhirn ist es also einfacher, kurze, ansprechende Videos zu konsumieren als z.B. ein Buch zu lesen. Mit dem Konsum von TikTok-Inhalten trainieren wir unser Gehirn auf einen ständigen, schnellen Wechsel und bringen uns damit selbst bei, dass es weniger notwendig ist, unsere Aufmerksamkeit langfristig aufrechterhalten zu müssen. 

https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/was-machen-tiktok-co-mit-unserem-gehirn/

Fasst irgendwer den Zauberberg von Thomas Mann in einem 15 Sekunden Video zusammen? Ich vermische hier TikTok-Videos mit Shorts, denn für mich ist es ähnlich oder dasselbe, denn es geht um kurze Videos, die schon vor der letzten Sekunde wieder vergessen werden. Was muss ein Lehrer für Skills erlernen, um seinen Schülern noch etwa beizubringen, was länger braucht als die Zeitspanne eines Shorts?

Möglicherweise sind meine normalen Videos einfach nur schlecht und langweilig, aber die Zahlen sind schon bemerkenswert. Kaum jemand schaut sich meine Meisterwerke an, bei den Shorts ist das etwas anders. Über eine zweistellige Zahl bei meinen Musikvideos bin ich schon froh. Bei den Shorts sind es oft fast Tausend und einmal sogar fast 4500 Views. Ob sie schlecht sind und/oder öde ist gar nicht der Punkt, sie sind auch noch zu lang.

Natürlich gehen sie auch einfach in der Masse unter, denn es werden pro Stunde 30.000 Stunden YouTube Videos hochgeladen. Bei TikTok sagt der Google AI-Overview, das es 34 Millionen Videos Täglich sind. Wer hat die Zeit?

Ich gebe mir Mühe

Das stimmt, denn jedes Video wird mit selbst gezimmerter Musik untermalt und dann auf meinem iPad und Final Cut Pro mit den kniffeligen Aufgaben oder Aussagen beschriftet. Aber bringen tut das alles nichts. Es gibt nicht mehr Besucher auf meiner Webseite, auch keine neuen Abonnenten und vom Geld ganz zu schweigen.

Bei YouTube braucht man eine utopisch hohe Zahl von Abonnenten und noch viel mehr Wiedergabezeit um in ein Programm aufgenommen zu werden, damit man Geld verdienen kann. Aber die brüsten sich mit der Zahl der Videos – also auch meiner – um ihre Werbekunden zu ködern. Die Masse verdient nichts aber die Masse macht es attraktiv und so verdienen Herr YouTube und Frau TikTok jede Menge Kohle.

Irgendwann erfindet jemand eine App, auf der die Videos nur 5 Sekunden lang sind und nach dem Betrachten verwandeln sie sich in Bitcoin für den Entwickler und die Werbekunden. Den Artikel hat doch auch wieder keine bis zum Ende gelesen, deswegen brauch eich auch kein


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