Ein neuer Song und dazu auch schon ein famoses Musikvideo: Kleine Insel heißt der neue Song und ganz wie im realen Leben wird sich auf der Insel nur bekämpft und getötet. Damit ein Mann seinen sinnfreien Machtfetisch ausleben kann. Der kleine Mann muss ins Feld und sein Leben Opfern. Neun Millionen Tote im ersten Weltkrieg, ca 11,3 Millionen im Zweiten und davor und danach unzählige Opfer. Dazwischen wird aufgerüstet und weitere Waffen entwickelt. Heute schickt man Drohnen und kann im Home Office Menschen ermorden. Das ist Fortschritt.
Ich wollte etwas machen, was nach Bob Geldof klang, nach seinen Songs von Vegetarians of Love oder The Happy Club. Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht, vielleicht ein bisschen. Die Instrumente sind damit schon ausgesucht: Akkordeon, Klavier, Bass, Geige und statt einer Gitarre, gibt es die Ukulele. Es sollte fröhlich, schnell und für die Freunde der geringen Aufmerksamkeit, auch nicht allzu lang sein. Die ganze Idee basiert auf der ersten Strophe, die mir eingefallen ist und danach schrieb sich der Text fast von allein. Eine Insel voller Despoten, die sich alle gegenseitig bekriegen. Natürlich ist das alles frei erfunden und Ähnlichkeiten mit unserem Planeten sind rein zufällig.
Im Studio war – wie immer – zu wenig Platz für all die Menschen. Also wurde ganz viel Zeug herausgetragen, damit jeder sich frei entfalten konnte und sich nicht an Mikrofonständern, ausgestopften Krokodilen, großen Topfpflanzen oder einer Softeismaschine stößt.
Die bewegten Bilder
Zum Teil habe ich wieder die KI bemüht, zum Beispiel für das Bild vom verrückten Despoten, also mich. Dank der KI habe ich neue Zähne, das war sehr amüsant. Ansonsten reiste ich mit meiner Zeitmaschine ins Jahr 1917, 1943 und 1972 um diverse Aufnahmen von der Front zu machen. Ich hätte auch irgendwelche Zahlen eingeben können, denn Krieg ist ja immer irgendwann. Geschnitten wurde das Video dann in Australien, um das Budget etwas auszureizen. Es gibt dort einen Schafzüchter, der in seiner Freizeit mit einem alten Schneideplatz aus einem insolventen Studio spielt und der rief mich an.“ „Klar“ sagte ich und schickte ihm die ganzen Filmrollen von unserem Zeitreisen. Jetzt ist online und die Server qualmen.
Wie sich einiges doch wiederholt. Vor 20 Jahren wollte Bundeskanzler Gerhard Schröder Neuwahlen. Ähnlich wie Bundeskanzler Olaf Scholz in diesem Jahr. Auf diesem Bild hatte Gerhard Schröder gerade Platz eins der Landesliste geholt. Nach einer verlorenen Landtagswahl in NRW stellte der Bundeskanzler die Vertrauensfrage – die er verlieren wollte – und rief dann Neuwahlen aus. Er verlor dann knapp gegen Angela Merkel, obwohl er einen großen Rückstand aufgeholt hatte. Ganz anders als Olaf Scholz.
Bundeskanzler Gerhard Schröder freut sich über seinen ersten Platz auf der Landesliste der SPD in Niedersachsen zu den bevorstehenden Neuwahlen 2005. Hannover, 9.7.2005 | Foto: Markus Hansen | Vertrieb: actionpress
Nach diesem Auftakt hatte ich unzählige Fototermine mit Schröder und auch mit Angela Merkel. Denn der Wahlkampf war sehr kurz – Ausruf der Neuwahlen 1. Juli und Wahl am 18. September. Von dem Termin am 9. Juli 2005 weiß ich absolut nichts mehr, außer, das er in Hannover satt fand.
Ich muss aber sehr dicht dran gewesen sein, denn ich benutzte das 17-55 mm/2.8. Das deutet darauf hin, das ich vor der Bühne gestanden habe. Das Blitzlicht, das man im Gesicht von Gerhard Schröder sieht, ist nicht von mir, hellt aber das Gesicht etwas auf. Auf diesem Termin habe ich fast nur Schröder fotografiert, einmal mit Sigmar Gabriel, aber sonst niemanden. Keine Saalbilder, keiner Schilder. Keine Atmosphäre. Das ist sehr ungewöhnlich. Ich war voll fokussiert.
Was habe ich mir Gedanken gemacht. Wie viel Aufwand wollte ich betreibender das Musikvideo zu WERD KREATIV? Ich habe mir meinen eigenen Text zu Herzen genommen und die KI gefragt, in diesem Falle HAILUO. Die Antworten werfen zwar Fragen auf, aber das Ergebnis ist krass und so hat dieses Video nur 11 Euro gekostet und ein bisschen Zeit. Es ist wirklich leicht und ich bin überrascht, was für schöne Ergebnisse die KI aus meinen Bildern gemacht hat.
Jeder KI-Video-Generator wirbt auf Google damit, das es FREE ist. Aber am Ende wollen alle, das ich ein Abo abschließe. Bei HAILUO konnte ich aber tatsächlich – nach Eingabe meiner Mailadresse – einige Filmschnipsel erstellen. Bis es dann so kam, weil ich ja nichts zahle, das es länger dauern würde. So mal 90 Minuten für sechs Sekunden Film oder länger. Da ich fertig werden wollte, bezahlte ich also ein Abo für einen Monat. So kam ich etwas schneller voran und nun ist es online.
Ich finde die KI macht das ziemlich gut. Aber wem gehört das Bild jetzt?
Drei Fotos von meinem Gesicht und kleine Texte (prompt) haben ausgereicht. Warum mein Bart grau und meine Haare schwarz wurden, das weiß nur die KI. Vielleicht muss ich wirklich alles genauer beschreiben. Die Versuche sind auf jeden Fall so positiv, das ich mir vorstellen kann, es öfter zu benutzen. Das Budget wurde dieses mal nicht überschritten und die Anzahl der Mitarbeiter hielt sich auch in Grenzen. Wirklich KInderleicht.
Noch mehr Musik gibt es hier und wer mir sagen möchte, wie schön meine Ohren sind, kann das hier machen.
Einen prompt schreiben und dann erstellt die KI ein Bild, ein Drehbuch, ein Songtext oder ein Stück Musik. Das ist die Realität. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht entscheiden. Ich frage mich, wem gehört das Ergebnis? Wer kann dafür das Geld abgreifen? Wer ist der Urheber?
Wird die KI irgendwann vor Gericht ziehen, wenn sie merkt, dass wir sie ausnutzen? Wir verdienen Geld und was für die KI noch schlimmer sein könnte, wir bekommen den Ruhm und die Anerkennung. Müssen Autoren, Komponisten und Maler demnächst nachweisen, dass ihre Werke wirklich von Ihnen sind? Es gibt schon zahlreiche Klagen von Künstlerinnen und Künstlern gegen die Nutzung ihrer Werke als KI-Futter, die mal so und mal so entschieden werden.
Das Cover zu WERD KREATIV
Werd kreativ – der Song
Solche und ähnliche Fragen bewogen mich, diesen Text zu schreiben und es war klar, das dies ein elektronisch-synthilastiges Werk werden würde. Der Keller wurde inspiziert und die schweren alten Synthesizer aus dem Winterschlaf geweckt. Keinen Schritt konnte man mehr machen ohne über ein Kabel zu stolpern. So entwickelte sich der Sound, der den Song eröffnet, als unser Koch mit der Wokpfanne über eine unglückliche Verkabelung stolperte, stürzte und die Pfanne gegen einen Heizkörper schleuderte. Während Frank Rosenblatt einen Sound sampelte. Der Koch verklagt uns jedenfalls, aber für den Sound hat es sich gelohnt. Drei Sounds für den Bass übereinander. Jaulende Leadsounds und ein hämmerndes Schlagzeug ergeben „Werd kreativ“. Tanzbar, radiotauglich und jugendfrei.
Das Cover ist ein Leckerbissen für alle KI-Firmen. So gerne würden sie damit ihre Maschine füttern, aber ich habe es verboten. Denn dies ist Kunst von einem echten Menschen und an Originalität kaum zu überbieten.
Mehr Musik gibt es hier und Fragen beantworte ich sehr gerne.
Oft kommt es vor, dass, wenn ich ein Buch lese, es mich zu einem andern Buch führt und dann staune ich. Peter Singer schrieb vor über 50 Jahren einen Essay mit dem Titel „Hunger, Wohlstand und Moral“. Darin schreibt Singer, dass wir „eigentlich“ moralisch verpflichtet sind, Menschen in Not zu helfen. Unabhängig davon, ob wir die Menschen kennen oder wo auf der Welt sie sich befinden. Sein Beispiel ist ein kleines Kind, das in einem Gewässer ertrinkt und wir haben neue Schuhe an, die das geringe Opfer symbolisiert, das wir bringen müssten, um das Kind zu retten. Müssen wir dem Kind helfen? Dies wird bejaht und daraus ergibt sich die Verpflichtung, das wir allen Menschen in Not helfen sollten. Er hat recht.
Doch was schert den Menschen die Moral? Was kümmert mich die Not von Millionen Menschen im Wo-auch-immer? Muss ich nicht meine Miete zahlen? Schenkt mir jemand etwas? Die Regierung soll sich darum kümmern. Was ist mit der Kirche? Singer hatte als Beispiel den Indien-Pakistan-Krieg von 1971 vor Augen, der neun Millionen Menschen in Lebensgefahr brachte. Achtung Ironie: Es hat sich so viel verändert. Unser Moralkonto weist ein großes Guthaben auf.
Oder?
Syrien, Sudan, Gaza, Burkina Faso, Afghanistan und damit sind schon mehr 33 Millionen Menschen auf der Flucht und/oder bedroht von Hunger und Tod. (1)
Das Buch, das mich zu Singer geführt hat, heißt „Moralische Ambitionen“ von Rutger Bregman und darin beschreibt er Menschen, die sich auf machen, die Welt zu verändern. Ein Mann veranstaltet einen Schwimm-Event und mit dem gesammelten Geld kauft er Moskitonetze für die Menschen, die in den Gebieten leben, die von Malaria betroffen sind. Der Aufruf ist genauso richtig wie die Forderung von Singer und trotzdem passiert jeden Tag und überall immer mehr Leid und Unglück. Bücher bringen nicht viel. Das ist leider offensichtlich.
Die anderen sind untätig
Es ist wohlfeil, sich in seinem gemütlichen Sessel zu setzten und über die fürchterliche Moral der Menschen zu lamentieren. Aber, wir müssen in den Spiegel schauen. Nehmen wir mich als Beispiel. Ich habe ein Auto, produziere jede Menge Müll, fliege hin und wieder durch die Welt, dusche jeden Tag und spenden, wie es Singer fordert, tue ich auch nicht. Ich bin weiß und lebe in einem reichen Land. Meine Probleme sind nicht lebensbedrohlich. Tatsächlich hätte ich sogar etwas Geld übrig um es zu spenden. Ich tue es nicht, weil ich an mich und meine Zukunft denke.
Die Bücher von Singer und Bregman frustrieren mich und besonders das Buch von Bregman setzte sofort eine Lawine von Argumenten in Gang, die mein „Nichts-tun“ rechtfertigen. Aber da gibt es nichts zu beschönigen. Ich schreibe zwar Texte und Lieder, in denen ich auf Missstände hinweise, aber damit ist keinem geholfen.
Ein Blick in meinen Müll für den gelben Sack, der auch mehr verspricht als er hält. (4) | Foto: Markus Hansen
Es tut weh, da gibt es keine Ausflüchte. Auf andere zu zeigen ist leicht und lenkt die Verantwortung von mir und uns weg. Aber, wir sind es, die den Müll produzieren. Wir verschmutzen und überfischen die Weltmeere und verpesten den Boden und die Luft. Wir sind die Wohlhabenden, die im Überfluss leben, die nur einen Lebenszweck haben und das ist: Konsumieren. Dieses System ist toll, wenn man auf der richtigen Seite ist. Sehr viele müssen im Dreck sitzen, um es anderen zu ermöglichen, im Wohlstand zu leben. Hier in Deutschland: Menschen leben zu sechst in einem kleinen Zimmer, zerteilen jeden Tag Tierkadaver für einen geringen Lohn, damit irgendwo ein anderer sein Rumpsteak für 4,99 Euro auf den Grill werfen kann.
Das Buch über das Wachsen
Ein anderes Buch, das auch über 50 Jahre alt ist: „Die Grenzen des Wachstums“ oft zitiert und noch häufiger ignoriert. Verweist genau auf das Problem, das zu einer Religion mutiert ist: Der Konsum, der uns alle glücklich macht. Es ist in vielen Bereichen besser geworden, wie die gesunkene Kindersterblichkeit oder die medizinische Versorgung. Aber leider hat sich an der Gesamtsituation auf diesem Planeten seit 1971 nicht so viel verändert. Die Reichen werden immer mehr und immer reicher, die Armen werden zahlreicher und die Not wird größer. Dabei ist es gar nicht mehr notwendig, denn Geld ist ausreichend vorhanden. Aber wir wollen es nicht. Frankreich hat vor kurzem erst eine Milliardärs-Steuer abgelehnt (2). Warum? Der Trickle-down-Effekt (3) ist doch ganz offensichtlich Blödsinn und viele Super-Reiche würden diese Steuer gar nicht merken.
Wir wissen alles oder wir könnten alles wissen, aber wir und ich handeln nicht. Wir sind so schrecklich menschlich. Bequem. Egoistisch. Ignorant. Beispiele? Trump, Putin und Netanjahu.
Ein unendliches hin und her zwischen zwei Polen von links nach rechts. Von Kommune zu Diktatur. Jetzt ist es wieder der vermeintlich starke Mann, der alle Probleme mit volksnaher Rhetorik in Handumdrehen und/oder mit Gewalt löst. Das ist falsch. Wir sind es, die etwas verändern könnten. Doch wir sind leider auch nicht besser als die da oben oder die da unten. Wir sind Menschen. Wir sind Tiere. Seit Jahrzehnten versuchen die Antilopen, den Löwen das vegetarische Leben schmackhaft zu machen, da ist nicht wirklich erfolgreich.
Wenn wir nur wollten
Die genannten Bücher von Singer und Meadows haben uns unsere Schwächen gezeigt und auf die Gefahren hingewiesen. Nur ändert sich der Mensch nicht. Trotz aller Informationen, die wir rund um die Uhr bekommen. Wir sind die Dinosaurier, wir wachsen und wachsen und dann gibt es einen großen Knall. Vielleicht gräbt in einer fernen Zukunft jemand unsere Knochen aus, unsere Städte und all den ganzen Plunder und versucht zu verstehen, wie es zum Aussterben der Menschen kommen konnte. Die werden sich kaputt lachen.
Ich irre mich bestimmt und die Menschen lernen jeden Tag etwas dazu, die Geschichte ist ein Komposthaufen und daraus entwickelt sich etwas Neues und Gutes. Irgendwann haben wir alles überwunden, leben im Einklang mit der Natur und allen Menschen auf einem gesunden Planeten ohne Kriege. Niemand muss hungern. Kurz, alles wird perfekt. Bestimmt.
Sommer, Sonne, rock and roll und einen Veteranen der Musikgeschichte. Billy Idol spielte von 20 Jahren im Stadtpark und da waren seine Hits auch schon über 20 Jahre alt. Der Stadtpark war für mich als Ort nicht besonders attraktiv, denn man muss sehr früh da sein, weil es keinen Graben für Fotografen gibt. Also stand ich ziemlich lange zwischen diversen Fans vor einer leeren Bühne, nur um einen guten Platz zu haben.
Billy Idol spielt im Stadtpark am 4.6.2005 in Hamburg | Foto: Markus Hansen | Verrieb: actionpress.de
Das Gute am Stadtpark und dem Sommer ist, es ist länger hell und so ist das Licht schon mal kein Problem mehr. Bei R.E.M. war es ähnlich. Die Perspektive ist auch sehr angenehm. In einigen Hallen steht man direkt unter dem Künstler, was nicht immer so toll ist. So machte ich also meine Bilder. Ob ich nach drei Liedern gehen musste, weiß ich nicht mehr. Danach musste ich mich durch die ganze Menge drängeln, was auch nicht besonders schön ist, eben ein weiterer Nachteil der Location.
Ein Fan von Billy Idol war ich nie, aber seine großen Hits, die mochte ich. Sein Image fand ich immer etwas zu heavy, denn eigentlich war es am Ende doch Pop-Musik – jedenfalls die Hits. Verkauft habe ich von all den Bildern von Billy Idol leider auch keines, denn der Konzertfotomarkt war auch schon in fester Hand von einigen skurrilen Kollegen, die schneller liefern konnten als ich. Das ist auch der Grund, warum ich nicht so viele Konzerte gemacht habe. Meine Chancen, ein Bild von Billy Idol zu verkaufen, waren mehr als gering. Ich suchte mir meist die Künstler aus, die ich wirklich mochte und habe die Bilder mehr für mich als für die Zeitung gemacht. So konnte ich einige meiner Helden ablichten.
Weitere Bilder gibt es auf der Foto-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.
Ein Mann – natürlich ein Mann – hält sich für unwiderstehlich, beliebt und begehrt. Wer könnte das sein? Trump, Orbán, Putin oder Merz? Keine Ahnung. Dieser Mann jedenfalls glaubt sich so beliebt, das ihm alle folgen und ihm zum König machen würden. Weit gefehlt. Eine Reminiszenz auf das wachsende Macho-Oligarchentum der Jetzt-Zeit. Der Wunsch von vielen, auf eine möglichst simple Antwort auf die Herausforderungen des Lebens zu finden. Die Antwort lautet: Schuld sind die anderen! Entweder die Migranten oder die Vorgänger, die Eltern und die Lehrer. Das ist nicht hilfreich.
Die Akkorde hämmerten. Das Klavier, dunkel, düster und wirr. So war die Urfassung. Dann nahm ich das Klavier erst einmal heraus und das ganze Klang viel leichter und freundlicher. Für alle Klavierliebhaber kam dieses famose Instrument wieder hinein, aber sehr minimal. Die Ukulele übernimmt den Hauptpart. Es sollte swingen und grooven. Der Anfang vom Text und die eigentliche Intention war ein Mann, der alle für sich gewinnen kann und will. Aber was dann? Also musste ein höheres Ziel gefunden werden. Der König. Absurd in der jetzigen Zeit. Obwohl … Da gibt es doch zurzeit so viele, die sich so verhalten und gebären.
Die Trompete, die dem Stück so viel Abwechslung und Farbe gibt, gespielt von Leines Becker. Obwohl Leines die meiste Zeit im Studio geschlafen hat, war er dann doch zur Stelle und ließ sich von der Muse vernaschen. Hörbar.
Es gibt auch ein Video
Dafür flogen wir nach Italien und besuchten zahlreiche alte Gemäuer und Türme, die wir dann beim Rauf und runter laufen filmten. So entstand dieses atemberaubende Kleinod cineastischer Raffinesse. Der Abstieg des Helden wird symbolisch bis zur Ekstase veranschaulicht. Meisterhaft auch das Licht, für das wir so viele Menschen beschäftigt haben, wie es Noten im ganzen Song gibt. Unzählige.
Da ich seit kurzem stolzer User und Besitzer von Final Cut Pro bin – die Betonung liegt hier auf PRO – ist dieses Video mehr als Professionell. Nicht aufwendig an sich, aber gelungen.
So viele Worte wieder für ein Lied und ein Video, das sich auch wieder kaum jemand anschaut. Auch dieser Text bleibt sehr wahrscheinlich ungelesen. Deswegen kommt nun der Absatz, der alle Geheimnisse des Universums löst. Alle Physikalischen, alle Religiösen und alle Philosophischen.
Jede Menge ist ein Liebeslied, auch wenn es sich nicht immer so anhört. Eine Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung. Denn die meisten meiner Lieder bewirken so gut wie nichts. Erwiesenermaßen sind wir immer noch dabei alles kaputtzumachen, Profit ist immer noch die Tugend Nummer eins und mit unseresgleichen gehen wir immer noch beschissen um. Also haben meine Lieder keinen nennenswerten Einfluß auf wen auch immer. Aber, ein Liebeslied hat schon mal eine klare Zielgruppe und die freut sich, wenn sie das hört.
Viele Synthesizer, eine Ukulele und das Schlagzeug. Etwas mehr elektronisch sollte es klingen, vielleicht sogar ein wenig unterkühlt klingen. Einen Kontrast zwischen kalter Wirklichkeit und den warmen Gefühlen. So bringt die Ukulele das Gefühl in den Song, das menschliche und all die klirrenden und jammernden Synthesizer stimmen in den grausamen Rechtsruck der Welt ein. Nein! Es klingt auch schon leicht nach einem anderen Lied von mir, ich weiß nur nicht welches.
Und das Video?
Das war eine Herausforderung. Denn ich bin fast omnipräsent. Man sieht mich ständig. Möglicherweise werde ich noch zu einer Rampensau und will dann gar nicht mehr von der Bühne und dem Scheinwerferlicht. Dann drehe ich alle paar Minuten ein Short, Reel oder was auch immer, damit alle mein Antlitz in ihre Hirnwindungen eingebrannt bekommen. Wohl eher nicht.
Wir fuhren tagelang herum, um die richtige weiße Wand zu finden, die auch noch schlecht beleuchtet sein musste. Eine ganze HP Laserkartusche ging beim Ausdrucken der Texte drauf. Es wurde mal wieder ein sechs-stelliges Budget benötigt. Dank meiner treuen Abonnenten und den enormen Einnahmen meiner letzten Produktionen konnte dieses Video überhaupt erst möglich gemacht werden. Vielen Dank an dieser Stelle an euch alle. Für einige Schnittbilder waren wir in Tokyo, Italien und auf Malta.
Kamerafrau LC hat mit mir, als Hauptdarsteller, viel Geduld bewiesen. Der Schnitt wurde von Dagobert Duck übernommen, der es leid war in seinem Geld zu baden. Jede Menge Geld.
In den USA werkelt Trump an seiner Dauerpräsidentschaft. Andere rechte Gesinnungsfreaks nehmen sich Ungarns Viktor Orbán als Beispiel und das Ziel ist eindeutig: Die Demokratie muss weg. Es scheint ein Wechselspiel zu sein. Profitgier unter dem Deckmantel des Rechtsextremismus oder Rechtsextremismus unter der Fahne der Profitgier. Das eine schließt das andere nicht aus. So werden Medien gesammelt wie Pokémon-Karten, um der Bevölkerung nur noch Blödsinn zu erzählen.
So wie bei Putin oder bei Xi Jinping. Die Information sind der Schlüssel für – für was eigentlich? Diktaturen? Sollen wieder Millionen von Menschen eingesperrt, gefoltert und getötet werden? Oder geht es darum, das die Wirtschaftskonzerne tun und lassen können was sie wollen, damit einige Menschen so viel Geld haben, das sie sich einen neuen Planeten bei Amazon bestellen können? Die reichen, weißen, alten Männer bäumen sich noch einmal auf um ihre verkorksten Moralvorstellungen erfüllt zu sehen? Die Bibel ist kein Märchenbuch, sondern fundierte Wissenschaft? Ein nackter Körper im Fernsehen ist anstößig und muss verhindert werden, Frauen sollen Kinder bekommen und den Haushalt schmeißen. Zurück in die 1950 Jahre, als der Mann noch unangezweifelt der Häuptling war.
So wie Russell Vought der für Trump das Office of Management and Budget leitet und 2016 auf Facebook schrieb, das die „Muslime nicht an Gott glaubten“ und deswegen „verdammt“ sein. Die Reichen sind oft sehr arm. Besorgniserregend ist, das Musk mit seinem Geld und Trump mit seine Halunken unsere AfD gut finden und sie unterstützen.
Überall ist rechts
So ist es mal wieder kurz vor was auch immer. Es wird Tot, Gewalt und Zerstörung bringen. Ob das, was am Ende übrig bleibt, noch zu etwas anderem taugt als auf den roten Knopf zu drücken wird man sehen. Schweden, Finnland, Kroatien, Italien, Ungarn, Slowakei, Niederlande und Belgien sind rechts. In Deutschland ist die Partei von Frau Weidel bei über 24 Prozent. Das bedeutet, jeder vierte Wähler ist blau. Prost. Die Länder in Europa, die nicht von rechten regiert werden, könnten ähnlich stark betroffen sein wie wir.
Keine freie Presse mehr, Entlassung von Beamten, Reduzierung von Sozialleistung, Angriff auf die Bildung, Deportation von Migranten, geschlossene Grenzen, Ausgrenzung von andersdenkenden und jede Menge Freiheiten für die Geld- und Machtelite. Das ist die Zukunft! Kommt die Sklaverei wieder? So viele Jahre nach der Aufklärung und nach so vielen dummen Kriegen und nach dem verheerenden Abwurf der Atombomben sind wir bereit, das ganze zu wiederholen. Möglicherweise hat der Planet Glück und wir rotten uns selber aus, dann ist endlich Ruhe im Karton.
So wie die Spanier und Portugiesen sich alles angeeignet hatten, was den Ureinwohner jener Länder gehörte, welche die Entdecker besuchten, so wollen heute auch einige wieder diverse Grundstücke auf dem Planeten als ihren Besitz registrieren lassen. Das ist dann die Freiheit von der diese Leute schwafeln. Freiheit sich zu nehmen, was man will, zu kaufen, was man mag und andere zu zwingen, was man möchte. Das ist kacke und nicht mehr als die gute alte Hackordnung.
Der Amerikanischer Soldatenfriedhof in Frankreich, wo Tausende Tote liegen, das ist alles andere als erstrebenswert. | Foto: Markus Hansen | 2017
Wir werden einfach nicht erwachsen
Obwohl es einigen Menschen gelingt, Ereignisse vorherzuberechnen, zu erahnen oder sogar zu beschreiben, gilt dies aber nicht für die Masse der Menschen. Sie sägen an dem Ast, auf dem sie hocken oder auf dem Stuhl, auf dem sie sitzen und wundern sich, wenn sie auf die Fresse fallen. Das sind wir! Wir opfern die Umwelt für Arbeitsplätze. Die in naher Zukunft keiner mehr braucht, weil wir nichts mehr zu fressen, zu saufen oder zu tun haben.
Ein gutes Beispiel für unsere Dummheit ist Folgendes: Jemand entdeckt einen schönen Ort und macht davon ein Bild. Das postet er auf den sozialen Medien und dann wollen alle dahin, um diesen Ort zu sehen. Ergebnis: Der Ort ist überrannt und nicht mehr schön, sondern nur noch ätzend. Aber daraus etwas lernen, wäre zu schön. Nächstes Bild, nächster Ort. Ätzend.
Famos ist auch, das jene, die sich beschweren, das man nichts mehr sagen könne sich ja gerade dafür einsetzten, das man in Zukunft nichts mehr sagen kann. Dabei kann man doch alles sagen, was ja ein Grundpfeiler der Demokratie ist.
Die letzten Tage der Menschheit
Malen wir ein Bild: In jedem Land sitzt ein Spinner mit der ganzen Macht in seinen dreckigen Händen. Er bestimmt, was die Leute zu sehen und zu lesen bekommen und prahlt in den Medien mit seinen Erfolgen. Einer der Spinner mag einen anderen Spinner nicht so gerne, weil der das Meer vor der Tür hat und er nicht. Einmarschieren. Die restlichen Spinner teilen sich in zwei oder drei Lager und schon geht es los. Eskalation.
Meine Hoffnung ist, das die Menschen es leid sind, sich von einem einzelnen oder einer Gruppe drangsalieren zu lassen. Das die Einsicht und die Vernunft sich durchsetzt und ein freies und erfüllendes Leben für alle möglich wird. Nach Machiavelli müsste nun die Anarchie kommen, doch es sieht mehr nach der Oligarchie bzw. der Plutokratie aus. Möglicherweise gibt es nur noch ein hin und her zwischen Demokratie und Diktatur und wir steuern gerade auf das zweite zu.
In diesem Land, wo es in so vielen Bereichen an Fachkräften mangelt, sollten wir uns um Einwanderung bemühen. Wir werden immer älter, bekommen keine Kinder mehr und das, was da ist, rottet vor sich hin. Es braucht also Menschen, die das leisten, was wir nicht mehr leisten wollen oder können. Wir sind menschlich schon sehr tief gesunken, was den Umgang mit unseren Artgenossen angeht. Wir setzen auf Fassaden und nicht auf Substanz. Das ist erschreckend und langfristig dumm. So sind wir.
Weitere Beiträge gibt es auf der Blog-Seite und wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das hier tun. Viel Spaß.
In Hamburg wurde am 4. Mai 2005 der Befreiung der Gefangenen aus dem Konzentrationslager Neuengamme gedacht. Die Stimmung war sehr bewegend, besonders, weil ehemalige Häftlinge anwesend waren. Ist ein bisschen heikel da immer die Kamera zu zücken und in die Stille zu klicken.
Zbiqniev Foltynski
Überlebender des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg bei der Gedenkveranstaltung im Jahre 2005 vor den Ruinen des ehemaligen Arrestbunkers am 4.5.2005
Zbiqniev Foltynski
Überlebender des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg bei der Gedenkveranstaltung im Jahre 2005 vor den Ruinen des ehemaligen Arrestbunkers am 4.5.2005
Zbiqniev Foltynski, Überlebender des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg bei der Gedenkveranstaltung am 4.5.2005
Im Mai 2005 hatte ich weitere spannende Aufträge: Ich fotografiert Klaus Töpfer, Joschka Fischer, Boutros Boutros-Ghali und Fidel Castro Diaz-Balart (den Sohn von Fidel Castro). Hinzu kamen noch diverse Bilanzpressekonferenzen und dann sollte ich nach Hannover um den evangelischen Kirchtag zu fotografieren und das kam dabei heraus:
Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder haben Spaß zusammen beim Eröffnungsgottesdienstes zum 30. Deutschen Kirchentag in Hannover am 25.5.2005
Gerhard Schröder, Bundeskanzler (SPD) und die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Mathai – eine kenianische Umweltschützerin – während einer Podiumsdiskussion beim 30. Deutschen Kirchentag in Hannover am 26.05.05
Damals hatte er noch gut lachen, jetzt ist er so weit im Abseits, das es schon weh tut. Auf so einem Kirchentag sind gerade Politiker etwas lockerer und vielleicht auch etwas menschlicher. So ergaben sich also einige Bilder, in denn Gerhard Schröder lachte und auch seine Gesprächspartner-innen etwas zu lachen hatten. Leider kann ich mich nicht daran erinnern, was Wangari Mathai und Schröder so zum lachen brachte. Auf jeden Fall sind das zwei fröhliche Bilder mit einem traurigen Politiker.
OBACHT!
We use cookies on our website to give you the most relevant experience by remembering your preferences and repeat visits. By clicking “Accept”, you consent to the use of ALL the cookies.
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these cookies, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may have an effect on your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.