Wir fahren einfach los – neuer Song

Dieser Song erinnert mich an die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck. Dort hätte er gespielt werden können. „Wir fahren einfach los“ ist ein leichtes Stück Sommer mit einem Hauch von Beziehungsstress. Worum geht es? Um das spontane Reisen, das Losfahren ohne Boockig.com oder ähnliches Gedöns. Man nimmt seine Jacke, Mütze, Handy und Portemonnaie und zieht einfach los. Schläft unter Bäumen oder dem Sternenzelt. Mit Mücken und der Toilette im Gebüsch – Romantik. Essen, was man von irgendwoher bekommt. Doch dann ist es genug. Es reicht und alles, was man sich wünscht, ist Komfort, wenn auch nur minimalen Komfort. Grob umrissen ist das die Handlung des Songs.

Das Cover von "Wir fahren einfach los"

Wir fahren einfach los mit künstlicher Intelligenz bzw. Becky

Auf dem YouTube-Kanal vom Recording-Blog wurde ich auf die Seite von Audimee aufmerksam. Dort kann man seine aufgenommene Audiodatei hochladen und Audimee verwandelt die Datei in eine vorher ausgewählte Stimme. Krass. Natürlich kostet es Geld, wenn man etwas mehr möchte, aber ich habe mich für den Gratisbereich entschieden und für den Refrain war das auch sehr überzeugend. Ich habe mich für Becky entschieden. Nur in den Strophen kam die AI nicht mit, wahrscheinlich weil sie auf Englische Inhalte ausgelegt ist.

Das Bild von Becky, ob es sie nun gibt oder nicht.
Das ist das Bild von Becky

Ein Beispiel wie es klingt, wenn Becky folgendes singt: Das Leben ist viel zu kurz, die Zukunft so weit weg, so weit weg. Jetzt und sofort müssen wir Leben, sonst hat es  keinen Zweck.

Aber der Song macht dank Becky Spaß, auch wenn er sehr nach Hitparade und Schlager klingt, frisch und nach Sommer. Viele Synthesizer wie der Moog, der Acxess und der Imposcar sind am Start und meine Ukulele ist auch dabei. Vielen Dank, Becky, dass Du mich unterstützt hast.


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Im Regen – Musikvideo

Nachdem dieser Song auf SoundCloud so erfolgreich gewesen ist, ging es darum ein Video zu produzieren. Mein Manager und Finanzguru schlug mir als Budget 35 Millionen Euro vor, mein entsetzter Blick ließ ihn noch einmal nachrechnen und so ist die Summe von 57,43 Millionen Euro am Ende herausgekommen. Das Budget war geklärt, jetzt ging es darum die richtigen Leute zu finden: DeNiro, zu alt – Johnny Deep, scheiß Image – Bruce Willis, leider erkrankt. Russell Crowe hatte keine Zeit. Colin Farrell ist nicht hart genug. So ging es einige Wochen und dann verabschiedeten wir uns von der Idee, obwohl das Skript schon geschrieben war.  Da sagte Dieter Meier: Macht doch einen Animationsfilm.

Diese Idee wurde von allen begrüßt und das schon fertige Skript an die Zeichner nach Zürich geschickt. Ein Zweihundert Mann und Frau Team arbeitete in drei Schichte daran und beendete das Projekt in Rekordzeit. Nach nur sechs Wochen war das Video fertig und Zack: Premiere.

Das Video-Cover zu "Im Regen" dem Antikriegslied von mhmedia.de

Im Regen, natürlich in Schwarz-Weiß

Der Inbegriff von Krieg ist für mich der Zweite Weltkrieg. Dieser war an Grausamkeit nicht zu überbieten, auch wenn viele Länder es zurzeit versuchen. Also musste das Video in Schwarz-Weiß sein, obwohl die Zeichner alles so schön eingefärbt hatten. Aber es sollte ja kein Remake von Biene Maja werden, ich wollte, dass es verdichtet ist. Die Aussage sollte nicht durch Farbe an Kraft verlieren.

Über den Text und den Song habe ich einen Beitrag gemacht, bitte hier vorbeischauen.

So düster wie der Text und die Musik, so düster ist auch das Video. Denn die Lösung, dass alle Soldaten nach Hause gehen, ist eine Totgeburt. Da ist es realistischer, dass die Bundeswehr sich auflöst oder die Soldaten der Rote Armee zu Altenpflegern für Deutschland umgeschult werden. Nie wieder Krieg, und zwar überall, klingt gut, bleibt aber ein Wunsch. Leider.


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Kürzung des Bürgergeldes rettet Deutschland

Aus politischer Existenzangst peitscht Christian Lindner seine möglichen Wähler dazu auf, sich gegen die Menschen mit persönlicher Existenzangst zu stellen. Das Bürgergeld ist ab dem 1. Januar dieses Jahres „massiv und überproportional“1 erhöht worden. Durch das ewige Wiederholen dieses Mantras hat er bestimmt seine eigene Gehaltserhöhung übersehen. Denn seit März dieses Jahres kann sich Christian Lindner über 1174 Euro2 mehr im Monat freuen.
Das Bürgergeld ist seit dem 1. Januar um satte 61 Euro3 erhöht worden und steigt damit für einen Single auf 563 Euro. Der FDP Chef bekommt jeden Monat 17.990 Euro und erklärt aber in den deutschen Medien, das 563 Euro im Monat zu viel sind.

Zu seinem kleinen Saläre hat Christian Lindner noch Einkünfte aus Nebentätigkeiten und das waren bescheide 424.500 Euro im Jahr 20204 und wohl ehr mehr als weniger in den letzten vier Jahren. Demokratisch ist im besten Falle das, was die Mehrheit will und nicht das, was am häufigsten oder am lautesten Wiederholt wird. Alle vorhanden Parteien sind an der derzeitigen Misere dieses Landes beteiligt. In den vergangen 40 Jahren haben alle Parteien regiert und die kleine FDP war fast immer dabei.5

Auch die Knallköpfe der AfD könnten dabei gewesen sein, denn rund 13 % ihrer Mitglieder waren vorher bei der CDU, SPD, FDP oder CSU und ein ganz kleiner Teil sogar bei den Grünen.6

In einer perfekten Welt sollten diese Parteien und ihre Politiker also aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und wenn nicht, dann wenigstens an Lösungen für die zahlreichen Probleme unserer Zeit arbeiten.

Stattdessen hetzen sie gegen die Schwächsten, und zwar aus einer Position heraus – siehe Christian Lindner – die irgendwas mit einem Glashaus zu tun haben könnte. Es gibt bestimmt einige Menschen, die sich auf dem Bürgergeld ausruhen und keine Anstalten machen, daran etwas zu ändern. Aber wie wäre es, wenn speziell diesen Menschen eine Perspektive angeboten werden würde, anstatt mit Sanktionen zu drohen?

Denn es sind nur sehr wenige Menschen, die in den letzten Jahren diesem Klischee entsprachen.7 Die Mehrheit will arbeiten und ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Trotz der immer höher werdenden psychischen Belastungen in fast allen Bereichen wollen die Menschen arbeiten. Dank der Arbeit der gut bezahlten Politiker:innen haben wir einen wunderbar ausbeutenden Niedriglohnsektor, einen Mangel an Handwerkern:innen, an Lehrer:innen, an Erzieher:innen und an Pflegekräften. Hinzu kommen die desolaten Zustände von Krankenhäusern, Straßen, Schulen und eine Preissteigerung, die alle betrifft, wenn auch nicht gleich hart. Dann haben wir noch krass fehlenden Wohnraum und unfassbare Mieten, immer weniger Nachwuchs und bald immer mehr Rentner.

Die gute Nachricht, wenn wir das Bürgergeld neu berechnen und kürzen, dann sind diese Probleme gelöst. Die knapp 27 Milliarden Euro8, die für das Bürgergeld aufgewendet wird, sind die alles entscheidende Größe. Dass der Etat für Arbeit und Soziales von 171 Milliarden Euro ca. 112 Milliarden für Renten ausgibt, ist nicht so wichtig, denn diese Klientel möchte kein Politiker verärgern.9 Die Anzahl der Rentner wird weiter steigen. Was bleibt da noch? Deswegen verdienen Politiker ja auch so gut, weil sie über schwierige Dinge nachdenken und dann mit Lösungen kommen, die einfach und hilfreich sind: das Bürgergeld kürzen.
Darum wählen einige Menschen in diesem Land so gerne die AfD, die hat Lösungen, die wirklich einfach sind und bestimmt unglaublich gut wirken werden.

Von den richtigen lernen

Die kleine FDP liegt zurzeit in Umfragen bei. 4,5 %, da ist es nötig, sich etwas einfallen zu lassen. Was liegt da näher, als sich an die AfD zu halten, die fast. 18 % vorweisen kann.10 Langweiliger Populismus ist das Mittel der Wahl. Lasst uns einen Schuldigen finden und dann wählen uns die Menschen. Also wird auf die schwächste Gruppe eingeprügelt, ob das nun Flüchtlinge sind oder Menschen, die Bürgergeld beziehen, das ist nicht entscheidend, Hauptsache, die da unten im Keller sind schuld.

Wenn die Lösung das Problem ist, dann müssen neue Lösungen gefunden werden. Watzlawik lässt grüßen. Wir brauchen die Möglichkeit eine Ausbildung auch mit 45 oder 50 anzufangen aber eben nicht mit dem Azubi-Gehalt eines 17-jährigen. Berufe, die sehr belastend sind, sollten nicht 40 Wochenarbeitsstunden haben und trotzdem gut bezahlt werden. Menschen, die in Not geraten sind, sollte diese Not nicht noch vergrößert werden, indem man sie mit Bürokratie voll kackt und ihnen droht. Krankenhäuser sollten keine Gewinne machen müssen. Schulen sollten so ausgestattet sein, dass lernen dort auch möglich ist, und zwar mit Fächern, die auf das Leben vorbereiten.

Aber das scheint nicht die Priorität zu haben, die es haben sollte. Es ist nicht hilfreich, wenn es zum Beispiel eine Erbschaftssteuer gäbe, die den Namen auch verdienen würde. Eine Vermögenssteuer ist absurd, eine Kapitalertragssteuer ist auch blanker Unsinn. Eine wirkliche Veränderung des Steuerrechts? Ach Quatsch.

Der Glaube an dieses Wirtschaftssystem, dem alle Parteien anhängen, könnte das Hauptproblem sein. Wohlstand durch Wachstum ist vielleicht mal die Lösung gewesen, aber heute? Der Blick auf das Wesentliche ist durch ein Überangebot verdeckt. Was wir – alle Menschen – haben könnten, wenn wir wollten, ist die beste aller möglichen Welten. Aber wir wollen das offensichtlich nicht so gerne wie ein eigens Auto vor der Tür, einen riesigen Fernseher im Wohnzimmer und billiges Fleisch auf dem Grill.

Es brennt an allen Ecken und das irgendwie in jedem Land, nicht nur durch den Klimawandel, und die aufgezeigte Lösung der heimischen Populisten ist überall dieselbe: Hass. 

Wir alle sind Bürgergeld

Nichts währt ewig und irgendein Ende gibt es immer. Was die Geschichte uns zeigt, ist, dass die Menschen schnell vergessen und drei Generationen weiter fängt der Blödsinn von damals wieder von vorne an. Tausend Jahre oder länger laufen oder kriechen die Menschen – besonders die weißen – dem Reichtum hinterher, fast immer auf Kosten anderer Menschen. Raffen zusammen was geht und wenn es nicht so läuft wie gewohnt, womöglich ein Aufstand bevorsteht, dann gibt es Krieg. Danach sortieren sich alle wieder, den wohlhabenden Menschen geht es besser als vorher und dann fängt alles wieder von vorne an, ohne das sich viel ändert. Famos.

Eine einfache Lösung gibt es nicht, auch wenn viel das toll finden würden und nicht müde werden zu behaupten, dass es das gäbe. Die Verantwortung tragen die, die dafür verantwortlich sind bzw. waren und das sind wir alle. Wir wählen seit Jahren Parteien, die sich weigern etwas Grundlegendes zu ändern, weil wir selbst nur halbherzig etwas ändern wollen. Aber das Bürgergeld ist viel zu hoch.


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Quellen

  1. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/lindner-steuerentlastung-102.html
  2. https://faktastisch.de/artikel/christian-lindner-so-hoch-ist-sein-gehalt
  3. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/arbeit-und-soziales/regelsaetze-erhoehung-2222924
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Lindner
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Bundesregierungen
  6. https://www.cicero.de/innenpolitik/alternative-fuer-deutschland-afd-mitglieder-cdu-csu-spd-linke-fdp-sed-gruene
  7. https://www.gegen-hartz.de/news/buergergeld-so-viele-arbeitsverweigerer-gibt-es-wirklich
  8. https://www.suedkurier.de/ueberregional/wirtschaft/geld-finanzen/buergergeld-welche-kosten-verursacht-das-buergergeld-pro-jahr-so-viel-zahlt-deutschland-dafuer;art1373668,11949997#:~:text=Laut%20dem%20Bundesministerium%20der%20Finanzen,zwar%20175%2C67%20Milliarden%20Euro.
  9. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-963438
  10. https://dawum.de/FDP/

Krieg „Im Regen“ – Protestsong

Krieg oder Konflikte im Sudan, im Jemen, in Myanmar, in Bosnien, in Syrien, in Palästina, in der Ukraine und noch an ganzen vielen Orten herrscht Krieg oder ein kriegsähnlicher Zustand. Dort sterben Menschen aus Gründen, die entweder banal oder dumm sind, oft auch beides. Es sterben neben den vielen Soldaten auch Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, und auch das ist dumm und wirklich traurig.

Dabei ist die Lösung so einfach wie niemals umsetzbar. Die Menschen, die vor Ort ihr Leben lassen für eine Ideologie von Menschen, die nicht vor Ort sind, um eben diese Ideologie durchzusetzen, die müssten einfach nach Hause gehen. Sollen doch die Präsidenten und Diktatoren sich die Fresse einschlagen, das wäre mehr als gerecht. Träum weiter.  Nun schrieb ich also diesen Text von einem Soldaten im Regen, der nicht mehr weiter kämpfen möchte, da ihm der Sinn dieses Krieges nicht klar ist. Er schwenkt die weiße Fahne und alle gehen nach Hause. Krieg beendet. Frieden.

Der Song „Im Regen“

Schon länger habe ich diese Melodie auf der Ukulele gespielt, immer in anderen Variationen. Als ich mich nun für diesen Text entschied, dachte ich an „Masters of War“ von Bob Dylan aber noch mehr an „The Grave“ von Don McLean. Ich begann alleine mit der Ukulele, so wie der Soldat im Text und es sollte dann episch werden, mit Streichern und Hörnern. Das Klavier übernimmt den Bass und symbolisiert das Donnern der Kanonen. 

Jetzt, wo der Song veröffentlicht ist, erwarte ich täglich den Weltfrieden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bist alle diese einfache Botschaft hören und es ihnen wie Granatsplitter von den Augen rieselt und die friedliche Zeit beginnt. Bitte leitet dieses Lied an die Zuständigen männlichen oder weiblichen Präsidenten, Ministerpräsidenten, Diktatoren, Kanzler oder Kaiser und Könige weiter, damit der Frieden schnell umgesetzt werden kann.


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Der deutsche Mann – neues Liedgut

Er steckt in uns allen, der deutsche Mann. In Hubert Aiwanger, Jens Spahn, Dieter Bohlen, Josef Ackermann, Kurt Maier, Harald Glööckler, Olaf Scholz, Christian Lindner, der Mann am Currywurststand und all die anderen, sind der deutsche Mann. Sehr verschieden haben sie doch eine Gemeinsamkeit. Einige tragen ihren Bierbauch mit Kleinbildkamera darauf stolz vor sich her und andere haben so viele Stöcker im Darmtrackt, dass man sich fragt, wie sie sich ihre Schuhe zu machen? Wie schon Herbert Grönemeyer in seinem Song „Männer“, so ist auch der meine nicht vollständig und nur ein kleiner Ausschnitt des komplexen Wesens des deutschen Mannes. Wer es anders sieht, kann sich gerne in den Kommentaren austoben.

Der deutsche Mann - neuer Song von mhmeida.de - Das Coverbild

Der deutsche Mann – der Song

Der Song ist im 2/4 Takt geschrieben, damit er sich nach Marschmusik anfühlt und ein gutes Tempo erreicht. Er ist kraftvoll und gesegnet mit Energie. Geschrieben wurde der „Deutsche Mann“ mit der Ukulele und diese bildet auch das Fundament. Auch wenn man sie gar nicht so sehr wahrnimmt. Das Akkordeon liefert die unglaubliche Fröhlichkeit, während die Violine etwas Folklore einbringt. Hubert Anklimm an der Tuba durfte natürlich nicht fehlen. Es ist schon schade, dass die Tuba so ein beschauliches Image hat – oder geht es nur mir so? – typisch Marschmusik und ebenfalls typische deutsch. Hier bringt sie die tiefe Basis in das Lied und furzt uns durch die Teile des Stückes.

Gemixt haben wir das Ganze in den Hello-Studios-Hamburg, mit diesen riesigen Räumen, lichtdurchflutet und voll mit der modernsten Technik. Für das Mastering ging es nach Frankreich und jetzt ist „Der deutsche Mann“ veröffentlicht.

Der Song „Der deutsche Mann“ ist Satire und auch wenn er viel Wahres enthält, so ist das niemals die ganze Wahrheit. Die wahrscheinlich noch viel schlimmer ist. Viel Vergnügen beim Hören.


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Vor 20 Jahren – Helmut und Henry haben sich gern

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler und der ehemalige Außenminister der USA treffen sich zu einem Plausch. Die beiden Politiker einer ganz anderen Generation reden hier über die Zukunft der Welt. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe keine Ahnung mehr, worum es bei dieser Veranstaltung ging. In meiner Bildbeschreibung steht: „Symposium zum 85. Geburtstag von Helmut Schmidt mit dem Thema „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für die Politik – Geschichte und die deutsche Politik nach 1945“. Ich erinnere mich daran, dass Helmut Schmidt etwas freundlicher war als sonst und ich diverses Fotos machen konnte, auf denen Helmut mal etwas, das man Lächeln nennen könnte, zeigte. Die beiden älteren Herren mochten sich wohl wirklich. Beide haben viel erlebt und in ihrem Leben erreicht bzw. angerichtet.

Die Veranstaltung fand in der Bucerius Law School statt und ich war, wenn ich mich recht erinnere, der einzige Fotograf da. Das Licht war nicht besonders toll, es war Hörsaal-Licht, also Neonröhren und eine Fensterfront. Die bestimmt klugen Reden der beiden älteren Herren habe ich nicht verfolgt, ich konzentrierte mich darauf, Bilder zu machen.

Der Fall Henry

Damals wusste nicht, was für heftige Entscheidungen Henry Kissinger getroffen hatte und ich frage mich: Wie kann man damit leben? Wieso konnte oder musste er sich nie entschuldigen oder in irgendeiner Weise Verantwortung dafür tragen? 

„Kissinger, der als einflussreichster Politiker unter dem Präsidenten Nixon galt, organisierte die amerikanische Außenpolitik über den Nationalen Sicherheitsrat, teilweise unter Umgehung des Außenministeriums. Entgegen der Wahlversprechen Nixons vor dessen Erstwahl 1968, den Vietnamkrieg zu beenden, forcierte die US-Regierung noch Angriffe auf den gegnerischen Vietcong. Durch die Kriegsausweitung kamen in den Folgejahren mehr als 100.000 Vietnamesen und mehr als 25.000 amerikanische Soldaten ums Leben.[88]

Im März 1969 wurde dabei auch das Gebiet des neutralen Kambodschas in der streng geheimen Operation Menu völkerrechtswidrig bombardiert, um dortige Nachschublinien der kommunistischen Nordvietnamesen zu zerstören. Auf die Veröffentlichung der geheimen Bombardierungen reagierten Nixon und Kissinger mit massiven, aber legalen Telefon-Abhöraktionen (nicht zu verwechseln mit den illegalen Watergate-Abhör-Aktionen). Diese richteten sich teilweise auch gegen engste Mitarbeiter Kissingers, um den bis heute unbekannten Informanten herauszufinden.

Laut Ben Kiernan töteten die Flächenbombardements etwa 50.000 bis 150.000 Menschen, weit überwiegend Zivilisten, und trugen dazu bei, einen großen Teil der Bevölkerung in die Arme der kambodschanischen kommunistischen Widerstandsbewegung Rote Khmer zu treiben.“ 

Wikipedia

1973 die Einmischung in Chile, die zu dem Diktator Pinochet führte und unter dem Tausende gefoltert und getötet wurden. In Osttimor unterstützte er die Invasion, um jede sozialistische Ausbreitung zu verhindern, was zu Jahrzehnten der Besetzung und zu 183.000 Todesopfern führte. Diesen sinnlosen Hass der USA gegen alle Sozialistischen oder kommunistischen Strömungen werde ich nie verstehen. Der folgende Satz kommt ebenfalls von Henry Kissinger und bestätigt meiner Meinung nach den Verdacht, dass er kein großer Menschenfreund war.

„Die Auswanderung von Juden aus der Sowjetunion ist kein Ziel der amerikanischen Außenpolitik. Und wenn sie die Juden in der Sowjetunion in die Gaskammern schicken, ist das auch kein amerikanisches Problem. Es ist vielleicht ein humanitäres Problem.“

Wikipedia

Gegen Helmut Schmidt etwas zu sagen ist problematisch, weil er hierzulande dicht an der Unfehlbarkeit gehandelt wird. Ich mochte ihn nicht. Seine Artikel in der ZEIT waren mir zu kategorisch und arrogant. Immer kam das erstens, zweitens, drittens Gelaber. Dass Schmidt sich so gut mit Kissinger verstand, lag wohl auch daran, dass Schmidt die Souveränität anderer Staaten als ein hohes Gut ansah. Er vertrat die Ansicht, dass die Einreise der Gastarbeiter in den 60er Jahren ein „Fehler“ gewesen sei und die Klimadiskussion bezeichnete er als „hysterisch überhitzt“.

Dass er gegen das Privatfernsehen war, ist meiner Meinung nach, eine seiner besseren Ansichten, passt aber auch zu seinem. Elitären Gehabe. Auf einigen Fototerminen in Theatern wurde ihm – nur ihm – das Rauchen während seiner Reden erlaubt, was ich damals schon unglaublich fand. Später begnügte er sich mit Schnupftabak und Cola. Soviel zur Meinung eines „Wegelagerers“.


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Alles meins – Egoisten zuerst

Ein Interview mit Markus Hansen, Singer-Songwriter, Maler, Fotograf, Videograph und was sonst noch alles. Das Gespräch führt Dakota Barns, der bekannte Musikkritiker aus Helfosikqueres.

Dakota Barns: Das Leben ist kein Ponyhof, heißt es in dem Song „Alles meins“, der im Jahre 2014 entstanden ist. Das trifft es schon ziemlich gut und damit auch gleich die erste Frage an Dich: Wieso?

Markus Hansen: Wieso was? Meinst Du, warum ich dieses Thema gewählt habe?

Dakota: Nein, wieso kommt der erst jetzt?

MH: Passen tut der immer. Aber ich mache gerade Lyric-Videos und da suchte ich nach älteren Songs und dann hörte ich „Alles meins“ und dachte mir, yepp, das ist es. Als ich dann die Datei aufgemacht habe, ist mir erst mal aufgefallen, das ich nicht mal einen Bass im Song benutzt habe. Meine Stimme war viel zu laut und clippte.

Dakota: Du machst schon sehr lange Musik, dieser Song ist schon zehn Jahre alt. Hast Du gerade noch aktuelle Projekte oder lebst Du aus den Ergebnissen der Vergangenheit.

MH: Jede Menge, trotz der Jahre auf meinem Buckel, bin ich noch kreativ. Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Album „Komm schon“, das die aktuelle Situation unserer Gesellschaft wider spiegeln soll. Klimawandel, der Aufstieg der Rechten, die Kriege auf der ganzen Welt, das Elend und die unfassbare Ungerechtigkeit. Ob „Alles meins“ dabei sein wird, weiß ich noch nicht. Aber es kann sein.

Dakota: Bist Du ein Egoist?

MH: Bestimmt, aber ich arbeite daran.

Dakota: Wer soll das „Gute und Reine“ sein, von dem Du da singst? Ich meine, gibt es das überhaupt noch? Das ist doch ein Klischee!

MH: Ein Klischee ist es, aber …

Dakota: Also bitte, da kommt dann der Ritter auf seinem Pferd und rettet die Armen und Geknechteten?

MH: Machst Du mich gerade an? Hast Du ein Problem?

Dakota: Na klar, ich reise fast einmal um die Welt und dann muss ich mir so einen Quatsch anhören. Das „Reine und Gute“.

MH: Du hast mich doch angerufen, was soll denn das? Der Text ist doch schon vorher für dich übersetzt worden, weil Du kein Wort Deutsch verstehst. Dann hättest du doch zu Haus bleiben können. Du Idiot.

Dakota: Ach, ich bin der Idiot? Ich schreibe auf jeden fall nicht so ein Müll:

MH: Ja, weil Du gar nichts schreibst, Du rezensiert oder stellt dämliche Fragen. Hast Du jemals einen Song geschrieben?

Dakota: Natürlich, als ich in der Pubertät war.

MH: Lass mal hören, welches Instrument brauchst Du?

Dakota: Keins, ich habe keine Ahnung mehr wie der ging. Aber es kam auf jeden Fall nicht das Gute und Reine vor.

MH: Wie praktisch. Ich habe ca 344556654 Songs geschrieben und es kommt nur einmal vor. Also echt. Halt die Fresse.

Dakota: Also mir reicht es. Ich bin hier fertig. Null Sterne und ich freue mich auf dein neues Album. Leck mich.

MH: Leck Du mich.

Nach dem Interview zu „Alles meins“

Das weitere Gespräch wurde heimlich von einem Toningenieur mitgeschnitten

Dakota: Und? War ich überzeugend?

MH: Du warst Super, ich glaube, die kaufen uns den Scheiß ab.

Dakota: Immer gerne. Negative Presse ist halt die bessere Presse.

MH: Das stimmt. Ich danke Dir und ich lade dich ein.Es gibt veganes Hähnchen und Kaviar, Koks und Weiber.

Dakota: Dann los.


Nach diesem Verstörenden Worten, hier der Song und das Video:

YouTube-Kanal

Soundcloud


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Weltreise

Ausstellung vom 1.-31. März 2024


Eine Weltreise wäre schön, einmal um die ganze Welt. Es sind keine Abbilder der Städte, sondern es sind abstrakte Bilder, die mal etwas näher mal ganz weit entfernt mit diesen Orten zu tun haben bzw. haben könnten. Jedes Bild steht für eine Stadt und ob ein Zusammenhang erkennbar ist oder nicht wird dem Betrachter überlassen. Die Ausstellung Weltreise lädt dazu ein, sich den Bildern offen zu nähern und sie auch sich wirken zu lassen. Vielleicht gibt es ja Inspiration für die nächste Reise.

Hier gibt es schon mal einen kleinen Einblick, falls die Ausstellung nicht besucht werden kann oder falls noch Interesse besteht sich die Bilder weit nach dem März 2024 anzuschauen.

Ich versuche, mir – vielleicht auch dem Betrachter, der Betrachterin – die Welt und ihre Komplexität zu erklären oder zu verdeutlichen. Einige Bilder sind nicht vollkommen bemalt, es gibt den weißen Rand, der das Komplexe einfasst. Oder es gibt eine Farbfläche im Vollton, die dem Auge Ruhe gönnen soll oder kann.

Weltreise – Wann und wo?

Die Ausstellung läuft vom 1. bis zum 31. März 2024 in der Filiale der Hamburger Sparkasse – Poppenbüttler Weg 195 – 22399 Hamburg.


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Miniserie: Krieg

Für die meisten Menschen, oder für viele, ist der Krieg meistens woanders und weit weg. Ich gehöre zu der Generation, die noch keinen Krieg am eigenen Leib miterlebt habe. Zum Glück und ich hoffe, das bleibt auch so. Für mich und für viele andere auch ist das Geschehen weit entfernt, betrifft immer die anderen und ist abstrakt. Über dieses Thema habe ich Bücher gelesen, zum Beispiel „Im Westen nichts Neues“ und „Durchbruch bei Stalingrad“ und Filme gesehen, aber das ist bei weitem nicht das Gleiche.

Hier sind nun vier kleine Blätter aus der Miniserie Krieg mit den Titeln: Feuer, Front, Soldat im Regen und Unterstand, die sich mit dem für mich abstrakten Thema Krieg beschäftigen. Ich wünsche mir, dass alle Kriege so schnell wie möglich beendet werden. Menschen wie Putin, die tausende Opfer zu verantworten haben vor Gericht gestellt werden und das die folgende Maxime für immer gilt: nie wieder Krieg.


Oben KRIEG – Feuer, Front
Unten: Soldat im Regen und Unterstand
17×24 cm | Acryl auf Papier | 2/2024


Krieg ist abstrakt

Der Krieg ist so alt wie die Menschheit und das ist genauso traurig wie es sich liest. Denn ob es um Land oder um Religion geht, kein Mensch sollte für solche Gründe sein Leben lassen müssen. In dem Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman schreibt er, dass Menschen gar nicht so gerne auf andere Menschen schießen würden, sie würden zu hoch zielen oder gar nicht erst abdrücken. Das sei auch der Grund für die Entwicklung von Waffen, die aus großer Entfernung töten könnten. Heute haben wir mit den unbemannten Drohnen das absolute Mordinstrument vor uns. Wie bei einem Computerspiel sitzt irgendwo in irgendeinem Hinterzimmer ein Mensch und tötet Menschen ohne jeglichen Kontakt zum eigentlichen Geschehen. Besser geht es gar nicht. Ein Trauerspiel und absolut abstrakt. Deshalb glaube ich auch, dass dieses Thema mit abstrakten Bildern am treffendsten beschrieben wird.


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Werbung? Was soll das noch bringen?

Durch einen geheimen Algorithmus von YouTube habe ich die „McDonalds. Die Insider “-Doku vorgeschlagen bekommen und angesehen. Vieles davon ist absurd und verrückt. Dann ging es um das Marketing und wie aufwendig die Burger für die Werbefotos vorbereitet werden. Daraufhin kam der obligatorische Vergleich des Werbefotos und dem, was wir aus der Verpackung ziehen. „Ernsthaft“, habe ich gedacht. Wer ist denn noch so naiv und glaubt einem Werbefoto?

Hübsche junge Frauen und Männer mit durchtrainierten Körpern machen Werbung für Bier oder Schokolade. Bei jeder Tiefkühlpizza können wir das Foto der Verpackung sofort mit dem realen Bild auf dem Teller vergleichen und sind desillusioniert. Noch realitätsferner sind nur noch Dosensuppen. Auf meiner Verpackung für 10 Eier steht, dass diese Klimaneutral sind und ich bin mir vielleicht sicher, dass ich es möglicherweise glauben könnte. Diese ganzen Markting-Gags beleidigen jeden, der eine Chips-Tüte aufmachen kann. Glaubt wirklich noch jemand, das es sich dabei um die Wahrheit handelt? Oder auch nur um einen kleinen Bruchteil von Wahrheit? Mein liebstes Beispiel zurzeit ist der Deutschlandtakt der Deutschen Bahn. Reinste Realsatire.

Werbung zur Klimaneutralität ist gerade der Trend, aber eben ich nicht mehr.
Foto: Markus Hansen
Wer es glaubt wird selig. Greenwashing oder einfach nur Augenwischerei auf einem Eierkarton | Foto: Markus Hansen

Geld für Werbung? Für den Glauben.

Das absurde System hält sich selbst am Laufen. Die Werbetreibenden berichten den Unternehmen in schönen farbigen Bildchen und Charts, wie erfolgreich ihre kreative Höchstleistung war. So schleicht sich dieses Axiom langsam durch die Hierarchie bis ganz nach oben. Dort angekommen erklärt der CEO dann nach unten: „Weiter so.“, und dann geht es wieder von vorne los. Das ganze erinnert an des „Kaisers neue Kleider“, nur intelligente Menschen können den Erfolg der Werbung erkennen.

Die Milliarden, die Facebook und Google besitzen, haben sich angehäuft, weil Unternehmen jede Menge Hoffnung in Form von Werbung auf uns niederprasseln lassen. Facebook lebt wie ein Parasit von den Ausdünstungen seiner Mitglieder gepaart mit deren Daten und Google sucht in den Mülldeponien des Internets nach den gewünschten Inhalten. Hier kommen die Top 6 Suchbegriffe aus dem Jahre 2021: Amazon, YouTube, Bild, Übersetzer, Facebook und Wetter. (1) Sie verkaufen den Glauben, dass mehr Werbung noch mehr Umsatz und damit noch mehr Gewinn generiert. Aber ist das wirklich so?

Was bringt Werbung?

Wenn ich die ZEIT durcharbeite, achte ich nicht auf die Werbeanzeigen. Wenn ich fern sehe – eher Netflix, also ohne nervige Unterbrechungen – gehe ich beim Werbeblock auf die Toilette. Auf Webseiten schaue ich nicht auf die Anzeigen. Prospekte in meinem Briefkasten landen im Altpapier. Werbeplakate nehme ich gar nicht mehr wahr. Anzeigen in der App WortGuru zum Beispiel machen mich eher wütend und ich drehe das Handy um. Sobald das Symbol zum Überspringen der Werbung erscheint, drücke ich darauf.

„Professor Steve Levitt von der University of Chicago wurde von einem Unternehmen, das jährlich fast eine Milliarde Dollar pro Jahr für Werbung ausgibt, um Hilfe gebeten. Man wisse nicht(!), ob die Werbung funktioniere oder nicht. Levitt fand einen Testmarkt, in dem die Zeitungswerbung vier Wochen lang ausgesetzt wurde. Das Ergebnis: Es hatte nicht den geringsten Effekt auf den Umsatz. Die Werbung schien also wirkungslos zu sein. Prof. Anna Tuchman von der Northwestern University Kellog School of Management befasst sich seit Jahren mit der Werbewirkung von TV-Kampagnen. Sie wertete in einer Meta-Studie 288 Marken aus, die im Fernsehen warben und kam zum Ergebnis, dass eine unmittelbare Kausalität zwischen TV-Werbung und Umsatz der beworbenen Marken wissenschaftlich nicht nachweisbar sei.“ (2)

Dass Werbung nicht mehr den Nutzen hat oder noch nie hatte, wie vielleicht irgendwann einmal, ist also bekannt. Wissenschaftlich untermauert und trotzdem werden wir auf jede erdenkbare Weise mit Werbung belästigt. Im Radio, auf Webseiten, im Bus, in der Bahn, auf Straßen und Plätzen, in Zeitschriften und Zeitungen, bei Sportereignissen und wo sonst noch überall. 

„Die Werbeausgaben des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble lagen im Jahr 2022 in Deutschland bei rund 1,47 Milliarden Euro. Hierunter fallen zum Beispiel Marken wie Gillette, Oral-B oder auch Wick. Somit handelt es sich um den Werbungtreibenden mit den höchsten Werbeinvestitionen innerhalb dieses Zeitraums. Mit rund 698,1 Millionen Euro Werbeausgaben folgt der Süßwarenhersteller Ferrero und dahinter das Discounterunternehmen Lidl. Auf dem vierten Platz lag der E-Commerce-Gigant Amazon.“ (3)

Einige steigern ihre sinnfreien Ausgaben auch noch:

„Im Jahr 2021 lagen die Bruttowerbeaufwendungen von McDonald’s in Deutschland laut Nielsen Media Research bei rund 190,2 Millionen Euro. Damit sind die Aufwendungen der Fast-Food-Kette im Vergleich zum Vorjahr um knapp 24 Millionen Euro gestiegen.“ (4)

Das viele Geld hätte sich auch gut auf dem Konto der Menschen gemacht, die in den unteren Gehaltetagen für diese Firmen arbeiten. Stattdessen fliegt der Amazon-Gründer Bezos lieber ins Weltall. Werbung will auch Vertrauen schaffen und ich würde mir wünschen, dass dieses als neues Ziel ausgerufen werden würde. Zum einen: weniger ist mehr und zum anderen: Wahrhaftigkeit.

Ein grünes Image dank Werbung

Besonders eklatant fällt das mit der Wahrhaftigkeit nicht nur bei Faltencremes auf, sondern bei dem sogenannten Greenwashing. Viele Unternehmen möchten zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen und pflastern ihre Produkte mit Labels und Versprechen zu, wie sonst nur Overalls von Formel-1-Piloten. Wenn dann genau hingesehen wird, dann wird meistens nur Geld bezahlt, um sich CO2 Zertifikate zu kaufen oder ein Wald aufgeforstet, wo schon längst ein gesunder Wald steht oder es werden Millionen Bäume gepflanzt im Lummerland. 

Dass der Kinderriegel Milchkammern hat oder Nutella zu einem gesunden Frühstück gehört, geschenkt. Aber es ist an der Zeit, sich diesem aus dem Ruder gelaufenen Werbewahn zu stellen. So wie zu viel Antibiotika zu einer Resistenz führen kann, so wird zu viel Werbung zu weniger Aufmerksamkeit führen und sich einfach nur totlaufen. Ein Unternehmen, das seine Angestellten fair bezahlt, Herr Bezos, bekommt sehr viel kostenlose Werbung. Ein Unternehmen, dessen Produkte tatsächlich umweltfreundlich hergestellt werden, bekommt Kunden, die dieses Produkt weiterempfehlen. 

Die Werbung sorgt angeblich für eine Medienvielfalt, da sich viele Zeitungen, Zeitschriften und Radiosender dadurch finanzieren, aber sind diese Medien nicht in der Hand von einigen wenigen? Funke Medien Gruppe, Springer, Burda, Bertelsmann und Co besitzen doch den Mainstream und ob das am Ende Vielfalt ist, wenn überall das Gleiche steht oder gesagt wird, wage ich zu bezweifeln. Es gibt zahlreiche Apps, die Werbung beinhaltet, die von einem Spiel unterbrochen wird und nicht umgekehrt.

“Tuchman geht sogar einen Schritt weiter und behauptet, dass die meisten der beobachteten Marken zu viel in Werbung investierten und dadurch ein negativer Return-on-Investment (ROI) entstünde. Sie täten besser daran, ihre Werbespendings zu kürzen. Die Erforschung des ROI zeige, dass die Wirksamkeit von TV-Kampagnen im Vergleich zu bisherigen Annahmen um das 15- bis 20-fache überschätzt würde.“ (2)

Was nun?

Ich mag das Abo-Modell nicht, mit dem viele Software-Hersteller gerade versuchen am Leben zu bleiben, aber vielleicht ist das die Lösung. Ich bin Realist und bezweifle, dass auch nur irgendeiner der Beteiligten dieses System ändern möchte. Die Spackos von Jung von Matt und Co werden ganz bestimmt weiterhin ihre überteuerten Kreationen an die gut zahlenden Kunden verkaufen. Fernsehsender werden auch nicht aufhören, ihre Einnahmen steigern zu wollen, um geplagte Werbopfer zu entlasten. Obwohl einige von diesen Sendern schon einen Abopreis bekommen, und zwar viel mehr, als Netflix von mir bekommt. Am Ende dieser ganzen Worte bleibt sehr wahrscheinlich alles wie es ist und wir werden weiter belogen und verarscht. Ich werde diesen Artikel auf X bewerben und hoffen, dass ihn jemand liest und liked. Schon krank das Ganze.


Quellen

  1. https://www.semrush.com/blog/de/top-google-suchanfragen/
  2. https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/werbesprech-wirkt-werbung-ueberhaupt-nicht-oder-nur-falsch/26962092.html
  3. https://de.statista.com/prognosen/164632/groesste-werbungtreibende-nach-werbeausgaben-2010
  4. https://de.statista.com/prognosen/1173959/bruttowerbeaufwendungen-von-mcdonalds#:~:text=Im%20Jahr%202021%20lagen%20die,knapp%2024%20Millionen%20Euro%20gestiegen.